Wie einem Ideen zufallen und wie sie in die
Wirklichkeit umgesetzt werden können, haben viele
große Geister, von DaVinci über Gauss, von Albert
Einstein bis Max Born und Wernher von Braun,
gezeigt. Dies gilt auch für den Weltraumaufzug.
Der NASA-Konstruktionswettbewerb zum Thema fand in
den USA unter der Beteiligung des Max Born
Teams statt, das einen dritten Platz belegte. Die
Idee des Wettbewerbs war für die angehenden
“Ingenieure fantastisch, ein einzigartiges Projekt“,
fassten die Teamleiter zusammen. „Es war ein 100%
Erfolg, um junge Menschen für Technik zu
interessieren.“ – Seit dem im Jahre 1895 der
russische Wissenschaftler Konstantin E. Ziolkowski
sich den Bau eines Himmelsschlosses vorstellte, gab
es verschiedene Versuche, unter anderen die, einen
Aufzug in einer geosynchronen Kreisbahn mit dem
Weltraum zu verbinden. Der entscheidende Schritt zur
Verwirklichung wird durch die Nanotechnologie
ermöglicht. Die Anforderungen an ein Seil belaufen
sich auf eine Zugstärke von 200 Gigapascal, die von
Karbon-Nanoröhren geleistet werden können. (Auszug
aus der Dokumentation).
Das Max-Born-Team – bestehend aus den 3
Studienräten J. Lutat, L. Klüber und S. Nolte, 16
Schülern (Recklinghausen), dem amerik. NASA-Berater
Prof. Dr. M.D. Mirmirani (Los Angeles) und dem
Hochschullehrer Prof. Dr. habil. D.H. Mache (Witten) –
gehörte zu den international erfolgreichen Teams, die im
Okt. 2006 in die weltweit beachtete NASA-Konstruktionsendaus-scheidung gingen. Das deutsche
Team schaffte es neben namhaften Universitäten &
Instituten auf den angesehenen 3. Platz.
Die Konstruktionsidee:
Es
ging um die praktische Ausgestaltung einer
faszinierenden Idee, die auf den russ.
Raumfahrttheoretiker K. Ziolkowski zurückgeht. Schon zu
Beginn des 20. Jahrhunderts träumten Weltraumpioniere
davon, Reisende mittels eines Aufzugs schnell und
kostengünstig in den Weltraum zu befördern. Notwendig
dafür wäre ein Seil, das 36.000 km lang ist und an dem
Lasten oder Personen senkrecht nach oben steigen können,
wie in einem Aufzug. Das Seil würde aufgrund der
Fliehkraft der sich bewegenden Erde stabil senkrecht
stehen bleiben. Schon heute gibt es sehr viele
geostationäre Satelliten, die im Ab-stand von 36.000 km
die Rotation der Erde um sich selbst in 24 Std.
mitmachen, allerdings ohne Seil und damit ohne stän-
digen festen Kontakt mit der Erde. Im Kern lief das
Max-Born-Projekt "NASA-Weltraumaufzug" darauf
hinaus, dass Lasten nicht mehr per Rakete, sondern per
Aufzug umweltfreundlicher, ökonomischer und
gleichmäßiger ins All befördert werden können. Es ist
ein visionäres Konzept, d.h. auf jeden Fall
Zukunftsmusik, aber die NASA verfolgt das Konzept sehr
ernsthaft.
Die Bildungsidee:
hinter
diesem Projekt steckt in dem expliziten und persönlichen
Bildungsförderungsanspruch der betreuenden Teamleitung,
die die Begeisterung der jungen Menschen an
mathematischen und technischen Themen konkret an
Projekten wecken möchte. Insbesondere ist "Bildung die
wichtigste Ressource, über die wir in Deutschland
verfügen," so lautet die Begrüßung von Professor W. Fthenakis, Präsident des Didacta Verbandes der
Bildungswirtschaft.
Dabei
ist das Konstruieren und Ausprobieren an einem
NASA-Weltraumkonzept bislang noch Neuland gewesen - denn
es fehlen bis heute Materialien, die solchen Belastungen
gewachsen wären. In Vorbereitung auf die Teilnahme am
Wettbewerb „Space Elevator Games“ in den USA im Oktober
2006 ging es dem deutschen Max-Born-Team zunächst darum,
den Entwurf eines Prototyps und erfolgreichen Lauf eines
kleinen, effektiven und preiswerten Weltraum-Aufzugs.
Eine Aufgabe war es für alle eingeladenen Teams, ihren
mit Solarmodulen bestückten Aufzug samt einer Nutzlast
möglichst schnell an einem in eine vorgegebene Höhe
befestigten Seil hoch fahren zu lassen. Eine sehr
komplexe Aufgabe für das junge Team, da sowohl
mathematische, elektrotechnische,
informationstechnische,
steuerungstechnische, konstruktive und organisatorische
Fragen durch verschiedene Teamgruppen im Vorfeld zu
lösen waren.
„Das
deutsche Team war gut organisiert, trat einheitlich und
freundlich auf und hatte augenscheinlich einen „Climber“
konstruiert, der die besonderen Tugenden der deutschen
Ingenieurskunst widerspiegelte“, so formulierte es Dr.
Brad Edwards von der NASA-Spaceward Foundation. „In
einer Zeit, in der die interessierten jungen Menschen in
den Medien nicht selten nur eine Beschreibung von
Missständen erleben, hebt sich dieses konstruktive,
optimistisch stimmende und an Begeisterung für Technik
und Mathematik weckende Projektbeispiel wohltuend ab“,
resümierte Professor Mache dem NBC-Sender in den USA
gegenüber. Denn solche konkreten Projekte würden als
eine fächerübergreifende, bildungsrelevante und
verantwortungsbewusste Idee nachhaltig zur Förderung
junger interessierter Menschen beitragen.
Der
Leiter der Bildungsinitiative und Mathematik-Professor
Mache aus Bochum verriet jetzt auf der Bildungsmesse,
dass das Projekt auf mehreren anderen Ebenen in
Deutschland fortgesetzt wird und unterstrich dabei, dass
solche Projekte als eine fächerübergreifende,
bildungsrelevante und verantwortungsbewusste
Idee nachhaltig zur Förderung junger interessierter
Menschen durch die Bildungs- & KulturInitiative
Ing-Math-Net beitragen würden.
Unter
www.ing-math.net erhalten
Sie einen Kurzbeitrag der deutsch-amerikanischen
Teamleitung von Prof. Dr. M.D. Mirmirani (California
State University /Los Angeles, USA) und Prof. Dr.
habil. D.H. Mache (TFH Bochum/Uni Dortmund, D).