Worum gehts?
Es gibt an der Mathematik Fakultät Bestrebungen, eine Juniorprofessur für Didaktik einzurichten, die vollständig aus Studiengebühren finanziert werden soll.
Juniorprofessoren werden zunächst für drei Jahre gemäß der Besoldungsgruppe W1 (3.507,50 Euro) verbeamtet oder angestellt. Vor dem Ende der ersten Amtsperiode findet eine Zwischenevaluation statt. Mit positiver Evaluation wird die Berufungsfähigkeit auf eine unbefristete Professur festgestellt und das Arbeitsverhältnis um weitere drei Jahre verlängert.
Das Lehrdeputat beträgt anfangs 4 Semesterwochenstunden, nach positiver Zwischenevaluation 5 Stunden. Mit Vorbereitung der Vorlesung und Betreuung von Abschlussarbeiten kann man von etwa 10 bis 15 Stunden Arbeitsaufwand für die Lehre pro Woche ausgehen. Die Gesamtarbeitszeit beträgt ca. 40 Stunden pro Woche. Wie groß der Anteil an Lehre bzw. Forschung ist, hängt hauptsächlich davon ab, wie sich die betreffende Person ihre Arbeitszeit einteilt.
Die Juniorprofessuren wird öffentlich ausgeschrieben. Die Berufungskommission, die aus Vertreterinnen und Vertretern der Statusgruppen der Hochschullehrer, der Studierenden und der wissenschaftlichen Angestellten zusammengesetzt ist, erstellt eine Liste mit drei Kandidaten, aus der die Hochschulleitung einen auswählt (in der Regel den Erstgenannten) und den Ruf ausspricht.
Kontra-Argumente
- eine Juniorprofessur beinhaltet auch zu einem Großteil Forschung, Studiengebühren sind aber zweckgerichtet für die Verbesserung der Lehre
- eine Juniorprofessur oder Professur für Didaktik stellt eigentlich eine Selbstverständlichkeit da, v.a. wenn ein M.Ed. Mathematik angeboten wird, Studiengebühren sind aber zur Verbesserung der Lehre
- Anfang 2009 wird im Senat erneut eine Grundsatzdiskussion zum Thema Studiengebühren stattfinden. In einem Brief des Rektorats an die Dekanate hat Rektor Weiler angedeutet, dass er eine Senkung der Gebühren befürworten würde, sollten weiterhin so wenig Studiengebühren ausgegeben werden.
Pro-Argumente:
- es würden (mehr) fachdidaktische Veranstaltungen angeboten werden
- Studierende hätten einen AnsprechpartnerIn für fachdidaktische Fragen
- Studierende im Master of Education hätten die Möglichkeit rein fachdidaktische Masterarbeiten im Fach Mathematik zu schreiben; bisher ist es für Studierende praktisch nicht möglich, eine fachdidaktische Arbeit zu schreiben, sondern lediglich eine fachwissenschaftliche mit einem gewissen fachdidaktischen Anteil.
- Studiengebühren werden immer wieder auch ausgegeben, um Löcher zu stopfen; eine Juniorprofessur wäre im Vergleich zu manch anderen Ausgaben eine sehr sinnvolle Investition

