Der NC auf das Studienfach Mathematik
Zu Dumm für ein Studium? Eine Zulassungsbeschränkung in Form eines NC ist in Deutschland keineswegs unüblich. In anderen Ländern ist ein NC sogar eher der Normalfall, so zum Beispiel in England. Außerdem ist es ein gerichtsfestes Verfahren Bewerber ohne Aufwand auszusortieren. Keine langen Motivationsschreiben, keine nervigen Bewerbungsgespräche ... eben eine einfache Sache, einfach und gerecht. Um den bürokratischen Aufwand kümmern sich zum Glück andere. Bevor einem also die Abiturienten die Bude einrennen führt man lieber schnell einen NC ein. Es gibt Fächer, da wusste man schon in der Schule, die kann man nur studieren wenn man so richtig schlau ist. Und da man als Schüler noch so richtig schön naiv ist, war auch jedem klar: Mit dem NC will man den dummen Menschen die Peinlichkeit ersparen an diesem Studium zu scheitern. Das ist natürlich Bullshit! Zunächst einmal geht es ja gar nicht um den Menschen, der da studieren will. Der ist eigentlich egal. Viel wichtiger ist die Zahl auf dem Papier. In diesem Fall ist es zunächst die Anzahl derer, die sich für ein Studium beworben haben. Ist diese Zahl zu groß, darf eine Fakultät einen NC einführen. Hat sie das einmal getan, sortiert man die mit den schlechtesten Schnitten aus. Und obwohl hier eigentlich auf die bisherige Leistung geschaut wird, geht es nicht um die Fähigkeit von einzelnen Menschen. Es gibt eben nur x Plätze, wenn die voll sind sind sie voll. Allerdings sieht man schon morgens in der U-Bahn, dass "voll" ein sehr weitgefasster Begriff ist. Für unsere Fakultät heißt das xy für den B.A. und zz für den B.Sc. Soweit, lässt man einmal die Frage nach dem "zu voll" offen, hätte man sich vielleicht mit einem NC anfreunden können. Man wird zwar nicht das Gefühl los, schon vor der Einschreibung zu einer Matrikelnummer degradiert zu werden, aber auf der anderen Seite ist x vielleicht sehr groß und ein Bewerbungsgespräch mit jedem einzelnen ein kaum zu schulternder Aufwand. Aber jetzt kommt noch die "Leistungsorientierte Mittelvergabe" ins Spiel. Eine zweite Zahl taucht auf, die zu Rate gezogen wird. Es ist die Anzahl derer, die das Studium abbrechen. Auch hier spielt es überhaupt keine Rolle, ob es ein Scheitern war oder ein Umentscheiden oder aus welchem Grund auch immer man das Studium abgebrochen hat. Die Anzahl der Abbrecher wird mit denen, die das Studium erfolgreich abschließen und denen die sich einschreiben aufgerechnet, mit dem Erfolg, dass die Mathefakultät sehr schlecht da steht. An der Ruhr-Universität haben bisher jedes Wintersemester etwa 250 Studierende mit Mathe angefangen, aber schon die erste Klausur schreiben nur noch ca. 170 mit, davon bestehen ungefair die Hälfte, je nachdem wie schwer die Klausur war, mal mehr und mal weniger. Unserer Erfahrung nach ist das aber vollkommen normal. Die Meisten unterschätzen die Mathematik an der Uni und dann kommt noch hinzu, dass viele auch inhaltlich etwas anderes erwartet haben. Klar, dass dann viele abbrechen, aber es ist sowohl für die Mathematiker als auch für die Studenten von Vorteil, dass sie bereits im ersten oder zweiten Semester abbrechen und nicht erst nachdem sie 2 Jahr studiert haben. Doch den Zahlen ist das egal und somit heißt das dann auf dem Papier: Hier ihr habt zu viele Abbrecher, also arbeitet ihr schlecht, also gibts auch weniger Geld! Und schon ist man wieder bei einem NC, denn weniger Geld ist eine Katastrophe. So kommt es, dass man keine Studenten mehr haben will, die einfach mal so Mathe anfangen. Sie sollen bitteschön super motiviert sein und intelligent genug um nicht aus Überforderung abbzubrechen. Tada: Man führt einen NC ein und filtert diejenigen heraus, die schon in der Schule bewiesen haben dass sie entweder zu wenig Ergeiz haben oder zu blöd sind für die Mathematik. Ein schöner Traum, den unsere Profs da träumen, wenn sie argumentieren der NC würde alle unsere Probleme lösen. Zumal er in der jetztigen Form nicht einmal eine Gewichtung auf die Mathenote enthält. Also nützen mir meine 15 Punkte im Lk nichts wenn die anderen Noten nicht dazu passen. Dass ein NC tatsächlich hauptsächlich davon abhängt, wieviele Studenten sich für ein Fach einschreiben, scheint mir so dumm und verlogen, wie kaum etwas anderes. Selbst wenn ich annehme, dass die Abiturnote ein guter Indikator für die Fähigkeiten der potentiellen Studierenden ist, ist es absurd, dass sich der NC jedes Jahr ändert, nämlich abhängig davon wieviele Studenten sich einschreiben wollen. Oder noch besser, wieso bin ich mit Wartesemestern plötzlich geeigneter zu Studieren? Nein, eigentlich scheint niemand wirklich zu glauben, dass die Abiturnote auschlaggebend ist für die Fähigkeit erfolgreich Mathematik zu studieren. Es geht nur ums Geld und bei Geld hört der Spaß auf! Ein starkes Stück im übrigen, dass man nur dann auf zusätzliches Geld für die doppelten Abiturjahrgänge hoffen kann, wenn man einen NC hat.
Historisch - Großer Streik 2002
Bei einer VV im Jahr 2002 versammelten sich etwa 2.500 Studierende in unserer alten Mensa um über ein gemeinsames Vorgehen gegen Studiengebühren abzustimmen.
Weiter Informationen dazu:
Spiegelartikel:"Studenten sammeln sich zum Massenstreik"
Spiegelartikel: "Die Torten fliegen tief"
Pressemitteilung zur VV in der Mensa vom 04.06.2002
Informationen zur Verwendung der Studiengebühren
Zunächst einmal ein paar Fakten im Überblick:
Aufteilung der jetzt 480€:
Zum nachlesen:
Die Studienbeitragssatzung der RUB und das
Gesetz zur Sicherung der Finanzierungsgerechtigkeit im Hochschulwesen (HFGG)
Hinweis: M:=480, n:=18
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Verwendung der Studiengebühren in der Fakultät Mathematik:
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Verwendung der Studiengebühren durch das Rektorat
Studiengebühren dürfen nach dem Hochschulfreiheitsgesetz nur für die Verbesserung der Lehre eingesetzt werden. Im HFGG heißt es dazu:
HFGG:
Artikel 2
Gesetz zur Erhebung von Studienbeiträgen und Hochschulabgaben (Studienbeitrags-und Hochschulabgabengesetz – StBAG NRW)
(2) Die Einnahmen aus den Studienbeiträgen nach Absatz 1 sind Mittel
Dritter und von den Hochschulen zweckgebunden für die Verbesserung der
Lehre und der Studienbedingungen sowie für die Ausgleichszahlungen an
den Ausfallfonds nach § 17 Abs. 3 Satz 3 zu verwenden; § 10 bleibt
unberührt.
In der Studienbeitragssatzung der Ruhr-Universität-Bochum wird man was diesen Punkt betrifft deutlich konkreter:
Satzung über die Erhebung von Studienbeiträgen und Hochschulabgaben der Ruhr-Universität Bochum:
§ 11
Verwendung durch das Rektorat
(1) Die Grundsätze der Verwendung des Studienbeitragsaufkommens für übergreifende Maßnahmen werden unter Einbeziehung der Universitätskommissionen im Benehmen mit dem Senat durch das Rektorat festgelegt. Das Benehmen mit dem Senat ist vor der Verwendung der Mittel herbeizuführen. Die Mittel sollen nicht gegen das einstimmige Votum der Studierenden im Senat verwendet werden.
(2) Das Rektorat verwendet die ihm nach Abzug der Erhebungs und Verwaltungskosten zukommenden Mittel zur Finanzierung zentraler Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen. Solche Maßnahmen sind insbesondere:
- Verbesserung der Ausstattung, des Services der Universitätsbibliothek
- Verbesserung der medialen Hörsaal-, Seminarraumausstattung
- Qualitätssicherungsprogramme
- Unterstützung der Betreuung von Kindern von Studierenden
- Unterstützung der fakultätsübergreifenden Lehre und der fakultätsübergreifenden Studiengänge
- Verbesserung der Medienausstattung für Aufgaben der Lehre.
(3) Maßnahmen, die aus den Studienbeiträgen nicht finanziert werden können, sind insbesondere:
- Gebäudesanierungsmaßnahmen
- Energie- und Mietkosten
- Reparaturen im Außenbereich der Universitätsgebäude mit Ausnahme von Lehrstätten
- Beschaffung von konventioneller Ausstattung für Verwaltung und zentrale Einrichtungen, sofern letztere nicht explizit der Lehre dienen
- Einrichtung und Betrieb von Prüfungsämtern.
"Verbesserung der Lehre"
So weit so gut! Was aber bedeutet „Verbesserung der Lehre“ nun eigentlich?
Es ist leicht dahingesagt, dass Studiengebühren nur zur Verbesserung der Lehre eingesetzt werden dürfen. Was das im Einzelnen heißt, ist jedoch schwer zu entscheiden und führt häufig zu langen Diskussionen. Selbst bei verhältnismäßig eindeutigen Dingen, wie die Ausstattung der Bibliothek mit mehr Büchern und mathematischen Zeitschriften stellt sich die Frage, welche Anschaffungen tatsächlich sinnvoll für Studenten sind. Da es mitunter um viel Geld geht und zwar um euer Geld, ist es notwendig solche Diskussionen zu führen und so viele Meinungen und Argumente wie möglich einzuholen, um eine gute Entscheidung treffen zu können.
Der Fachschaftsrat hat in Bochum einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Entscheidungen des Fakultätsrats bzgl. der Verwendung der Studiengebühren. Zum Einen haben wir die Möglichkeit Ideen und Argumente einzubringen und zum Anderen haben wir ein Vetorecht, dass es der Fakultät erschwert Studiengebühren für Zwecke zu verwenden, die wir nicht unterstützen.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass ihr euch eine eigene Meinung über das Thema Studiengebühren bildet. Es geht nicht länger nur darum ob Studiengebühren nun sinnvoll sind oder nicht. Seit einem Jahr werden jetzt Studiengebühren gezahlt, die sinnvoll eingesetzt werden müssen. Um einen größtmöglichen Nutzen für die Studenten zu gewährleisten sind eure Ideen gefragt.
Eure Meinung ist gefragt!
Was ist für euch eine „Verbesserung der Lehre“? Wie wollt ihr euer Geld eingesetzt sehen? Verbessern neue Stühle und Tische für dich die Lehre/Studienbedingungen? Soll dein Fachschaftsrat auf eine Senkung der Studiengebühren hinarbeiten und sich deshalb gegen die Ausstattung von Seminarräumen mit neuen Tischen und Stühlen, Tafeln, Leinwänden usw. aus Studiengebühren aussprechen? Ideen, Fragen und Feedback könnt ihr per E-Mail an fr-mathe@lists.rub.de schicken, oder ihr kommt persönlich zur Fachschaft. Desweiteren haben wir vor den Räumen der Fachschaft (NA 2 Nord) einen Kasten eingerichtet, in den ihr alle eure Vorschläge einwerfen könnt.
Proteste/Boykott
Hier eine Adresse für alle die sich nicht damit zufrieden geben, dass pro Semester 480€ vom Konto verschwinden!
Beratung
Informationen darüber, wer sich befreien lassen kann, wie das geht und was es mit dem Studienbeitrags-Darlehen auf sich hat könnt ihr auf dieser Seite erfahren.

