Fachschaft Mathematik - Hochschulpolitik

Die Liste der Fachschaften

Die Liste der Fachschaften (LFS) ist ein Verbund aus Fachschaften, welche die erfolgreiche Nachfolge der Liste Vollversammlung (LVV) im Jahre 2012 für die Senatsebene angetreten hat. Auch der Fachschaftsrat Mathematik war von Anfang an mit dabei und hat bei der Gründung tatkrätig geholfen. Die LFS ist ein Zusammenschluss von Fachschaften der Ruhr-Universität Bochum, die ihre Aufgaben darin sieht, die Interessen der Studierendenschaft zu vertreten, die Studierendenschaft über Probleme zu informieren und eine gemeinsame Diskussion zu ermöglichen. Ihr Hauptanliegen ist es, konsensfähige Lösungen im Sinne aller Studierenden zu suchen, zu formulieren und zur Abstimmung zu stellen. Wie in der FSVK hat jede Fachschaft Stimmrecht. Dabei können nicht nur Fachschaftsratsmitglieder, sondern auch Fachschaftsmitglieder als VertreterInnen für ihre jeweilige Fachschaft entsandt werden. Jeder ist herzlich eingeladen bei der Liste der Fachschaften mitzumachen!


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Der NC auf das Studienfach Mathematik

Zu Dumm für ein Studium?

Eine Zulassungsbeschränkung in Form eines NC ist in Deutschland keineswegs unüblich. In anderen Ländern ist ein NC sogar eher der Normalfall, so zum Beispiel in England. Außerdem ist es ein gerichtsfestes Verfahren Bewerber ohne Aufwand auszusortieren. Keine langen Motivationsschreiben, keine nervigen Bewerbungsgespräche ... eben eine einfache Sache, einfach und gerecht. Um den bürokratischen Aufwand kümmern sich zum Glück andere. Bevor einem also die Abiturienten die Bude einrennen führt man lieber schnell einen NC ein.

Es gibt Fächer, da wusste man schon in der Schule, die kann man nur studieren wenn man so richtig schlau ist. Und da man als Schüler noch so richtig schön naiv ist, war auch jedem klar: Mit dem NC will man den dummen Menschen die Peinlichkeit ersparen an diesem Studium zu scheitern. Das ist natürlich Bullshit! Zunächst einmal geht es ja gar nicht um den Menschen, der da studieren will. Der ist eigentlich egal. Viel wichtiger ist die Zahl auf dem Papier. In diesem Fall ist es zunächst die Anzahl derer, die sich für ein Studium beworben haben. Ist diese Zahl zu groß, darf eine Fakultät einen NC einführen.

Hat sie das einmal getan, sortiert man die mit den schlechtesten Schnitten aus. Und obwohl hier eigentlich auf die bisherige Leistung geschaut wird, geht es nicht um die Fähigkeit von einzelnen Menschen. Es gibt eben nur x Plätze, wenn die voll sind sind sie voll. Allerdings sieht man schon morgens in der U-Bahn, dass "voll" ein sehr weitgefasster Begriff ist. Für unsere Fakultät heißt das xy für den B.A. und zz für den B.Sc. Soweit, lässt man einmal die Frage nach dem "zu voll" offen, hätte man sich vielleicht mit einem NC anfreunden können. Man wird zwar nicht das Gefühl los, schon vor der Einschreibung zu einer Matrikelnummer degradiert zu werden, aber auf der anderen Seite ist x vielleicht sehr groß und ein Bewerbungsgespräch mit jedem einzelnen ein kaum zu schulternder Aufwand.

Aber jetzt kommt noch die "Leistungsorientierte Mittelvergabe" ins Spiel. Eine zweite Zahl taucht auf, die zu Rate gezogen wird. Es ist die Anzahl derer, die das Studium abbrechen. Auch hier spielt es überhaupt keine Rolle, ob es ein Scheitern war oder ein Umentscheiden oder aus welchem Grund auch immer man das Studium abgebrochen hat. Die Anzahl der Abbrecher wird mit denen, die das Studium erfolgreich abschließen und denen die sich einschreiben aufgerechnet, mit dem Erfolg, dass die Mathefakultät sehr schlecht da steht. An der Ruhr-Universität haben bisher jedes Wintersemester etwa 250 Studierende mit Mathe angefangen, aber schon die erste Klausur schreiben nur noch ca. 170 mit, davon bestehen ungefair die Hälfte, je nachdem wie schwer die Klausur war, mal mehr und mal weniger. Unserer Erfahrung nach ist das aber vollkommen normal.

Die Meisten unterschätzen die Mathematik an der Uni und dann kommt noch hinzu, dass viele auch inhaltlich etwas anderes erwartet haben. Klar, dass dann viele abbrechen, aber es ist sowohl für die Mathematiker als auch für die Studenten von Vorteil, dass sie bereits im ersten oder zweiten Semester abbrechen und nicht erst nachdem sie 2 Jahr studiert haben. Doch den Zahlen ist das egal und somit heißt das dann auf dem Papier: Hier ihr habt zu viele Abbrecher, also arbeitet ihr schlecht, also gibts auch weniger Geld! Und schon ist man wieder bei einem NC, denn weniger Geld ist eine Katastrophe.

So kommt es, dass man keine Studenten mehr haben will, die einfach mal so Mathe anfangen. Sie sollen bitteschön super motiviert sein und intelligent genug um nicht aus Überforderung abbzubrechen. Tada: Man führt einen NC ein und filtert diejenigen heraus, die schon in der Schule bewiesen haben dass sie entweder zu wenig Ergeiz haben oder zu blöd sind für die Mathematik. Ein schöner Traum, den unsere Profs da träumen, wenn sie argumentieren der NC würde alle unsere Probleme lösen. Zumal er in der jetztigen Form nicht einmal eine Gewichtung auf die Mathenote enthält. Also nützen mir meine 15 Punkte im Lk nichts wenn die anderen Noten nicht dazu passen. Dass ein NC tatsächlich hauptsächlich davon abhängt, wieviele Studenten sich für ein Fach einschreiben, scheint mir so dumm und verlogen, wie kaum etwas anderes. Selbst wenn ich annehme, dass die Abiturnote ein guter Indikator für die Fähigkeiten der potentiellen Studierenden ist, ist es absurd, dass sich der NC jedes Jahr ändert, nämlich abhängig davon wieviele Studenten sich einschreiben wollen. Oder noch besser, wieso bin ich mit Wartesemestern plötzlich geeigneter zu Studieren? Nein, eigentlich scheint niemand wirklich zu glauben, dass die Abiturnote auschlaggebend ist für die Fähigkeit erfolgreich Mathematik zu studieren.

Es geht nur ums Geld und bei Geld hört der Spaß auf! Ein starkes Stück im übrigen, dass man nur dann auf zusätzliches Geld für die doppelten Abiturjahrgänge hoffen kann, wenn man einen NC hat.

von Anne C. Wald