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Fakultät für Bauingenieurwesen
Vertiefungsrichtungen
 
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    Dekanat » Fakultät für Bauingenieurwesen » Ruhr-Uni Bochum

Unsere Vertiefungsrichtungen


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Konstruktiver Ingenieurbau

Stahl, Beton und Holz, herkömmliche sowie innovative Baustoffe bestimmen das Berufsbild des Bauingenieurs. Erste Konturen gewann dieses im frühen 18. Jahrhundert. Neue Baumethoden sowie Fertigungstechniken revolutionierten Form und Struktur im Bauwesen. Bereits um 1870 übernahm die "Chicagoer Schule" im Hochbau Stahlskelettkonstruktionen aus dem Brückenbau und bekannte sich zu der Symbiose alter und neuer Baustoffe: Geburtsstunde der Wolkenkratzer. Das Prinzip "Form, Funktion, Konstruktion" des Bauhauses wurde zum Vorläufer eines sich nach 1950 entwickelnden internationalen Stils, der Architektur und Konstruktiven Ingenieurbau zu einer untrennbaren Einheit verband. Bereits im Entwurf formt sich die Bauwerksidee, in welcher Vorstellungen des Bauherren, gestalterische Ästhetik, Sicherheits- und Funktionsanforderungen sowie Gebote der Wirtschaftlichkeit verschmelzen. Standsicherheitsberechnungen nebst bauphysikalischen Bemessungen und baustofflich- konstruktiven Nachweisen definieren die Dimensionen der Tragwerke. Die Konstruktion verifiziert deren Details und leitet über zur Bauausführung. Das Studium des Bauingenieurwesens an der RUB legt alle hierzu erforderlichen Berufsgrundlagen.

Tragkonstruktion aus Holz

Ein modernes, elektronische Medien integrierendes Lehrkonzept eröffnet im Konstruktiven Ingenieurbau ein breitgefächertes späteres Tätigkeitsfeld. Dieses spiegelt sich wider in Wohn- und Industriebauten, Einkaufs- und Verwaltungszentren, kühnen und scheinbar schwerelosen Brückenbauwerken aus Stahl oder Spannbeton, Sportarenen, Museen, Theatern oder eleganten Holzbaukonstruktionen. Der Entwurf von Hochhäusern, Fernsehtürmen, Industrieschornsteinen, Kraftwerksbauten und industriellen Anlagen erfordert Spezialkenntnisse des Erdbeben- sowie Wind- Ingenieurwesens. Tunnelbauten für unterirdische Verkehrswege oder Kavernen verlangen besonders verantwortungsbewusste Ingenieure. Erhaltung und Sanierung historischer Bausubstanzen, die Entwicklung umweltverträglicher Baumaterialien und -verfahren sowie das Streben nach einer Symbiose von Technik und Umwelt bilden Herausforderungen an das Wissen zukünftiger Bauingenieure. Enge Zusammenarbeit mit Architekten, Ingenieuren der Haustechnik, des Maschinen- und Anlagenbaus, mit der Bauzulieferindustrie sowie mit Prüf- und Überwachungsinstituten, stets im eigenen Team, prägen das Anforderungsprofil von Ingenieuren des Konstruktiven Ingenieurbaus. Das Studium an der RUB legt die hierfür erforderlichen breiten Berufsgrundlagen. Vorbildliche Experimentaleinrichtungen und moderne Computer orientierte Entwurfsmöglichkeiten weiten den Blick unserer Studenten in das Bauingenieurwesen des beginnenden Jahrhunderts. Damit erschließen sich Ihnen Tätigkeitsfelder im Entwurf und der Konstruktion von Bauwerken, in der Ausführungsplanung und anschließenden Koordinierung des Einsatzes von Personal, Maschinen- und Hilfseinrichtungen auf der Baustelle, ihrer termingerechten, reibungslosen Versorgung mit den erforderlichen Baustoffen im Sinne eines JUST-IN-TIME-Prozesses. Kurz: Der Bauingenieur des Konstruktiven Ingenieurbaus verbürgt nicht nur Sicherheit und Funktion des fertigen Bauwerks, sondern er steht in vorderster Verantwortung für die Einhaltung von Terminen und Angebotskosten, für die ganzheitliche Projektkalkulation ebenso wie für die Abrechnung erbrachter Bauleistungen. Betriebswirtschaftliche und juristische Kenntnisse sind daher ebenso gefragt wie ein schnelles Erkennen, beispielsweise bei der Analyse von Nutzungsstrukturen von Bauwerken. Oft reicht bei industriellen Bauanlagen die Verantwortung bis hin zu ihrer Inbetriebnahme. Als Bauverfahrensingenieur ist er für Entwicklung und Einsatz neuer Bauprozesstechniken verantwortlich, für die Humanisierung von Arbeitsplatzbedingungen durch ergonomisch verantwortbare Arbeitsplatzgestaltung, oft auch im Ausland in fremdsprachiger Umgebung. Bauingenieur des Konstruktiven Ingenieurbaus, ein faszinierendes Berufsbild mit unzähligen Berufsfeldern in Planung, Konstruktion, Ausführung und Erhaltung baulicher Anlagen.

Brückenbau

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Bauinformatik

Mit dem Begriff "Bauinformatik" verbindet sich die konsequente Fortschreibung traditioneller Bezeichnungen, wie Datenverarbeitung im Bauwesen, Computermethoden, Numerische Methoden, Rechnergestütztes Konstruieren o. ä., in Richtung einer eigenständigen Ingenieurdisziplin. Inhaltlich befaßt sich die Bauinformatik mit Theorie und Anwendung moderner Informations- und Kommunikationstechniken, insbesondere mit der Struktur, dem Ablauf und der Steuerung der für alle Bereiche des Bauingenieurwesens relevanten Prozesse. Der Bauinformatiker ist damit unmittelbar beteiligt an Planung, Konstruktion, Projektmanagement und Realisierung eines Bauvorhabens. Ziel der Ausbildung zum Bauinformatiker ist die Vermittlung der Grundlagenkompetenz zur selbständigen Bearbeitung von Anwendungsproblemen. Für Studenten mit gleichzeitigem Interesse am Ingenieurwesen und an Informatik ist die Bauinformatik mehr als eine adäquate Alternative zu dem reinen Informatikstudium, weil es gezielt an die Aufgabenvielfalt des Bauingenieurwesens heranführt und den Blick für Zusammenhänge schärft. Hochschulabsolventen mit Bauinformatikvertiefung finden über das Bauingenieurwesen hinaus auch in Nachbardisziplinen wie z. B. im Flugzeug- und Automobilbau oder im Maschinen- und Anlagenbau interessante und gut dotierte Betätigungsfelder.

CAD-Zeichnung

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Mechanik

Mechanische Probleme begleiten uns in der Technik auf Schritt und Tritt. Zentrale Aufgaben im Bereich des Bauingenieurwesens sind die Berechnung der Tragfähigkeit von Konstruktionen unter statischer und dynamischer Belastung, die Untersuchung der Auswirkungen kinetischer Energien, z. B. auf das Schwingungsverhalten von Bauwerken bei Erdbeben, hohen Windgeschwindigkeiten oder anderen Ereignissen. Ebenfalls dazu gehört die Erforschung von Werkstoffeigenschaften, etwa bei großer Verformung, hohen Temperaturen, Dauerschwingbelastung oder Rißbildung. Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Schon die wenigen Beispiele machen jedoch deutlich, daß der Mechanik eine Schlüsselstellung innerhalb der Ingenieurwissenschaften zukommt. Folgerichtiges Ziel des Studiums der Vertiefungsrichtung Mechanik ist deshalb die Erweiterung der im Grundstudium erworbenen Kenntnisse und der Vertiefung des Verständnisses für die Methoden, mit deren Hilfe mechanische Probleme zuverlässig lösbar sind.

CAD-Zeichnung

Zu diesem Zweck entwickeln wir Modelle realer Bauwerke, Systeme und Bauteile. Mathematisch formulieren und lösen wir die jeweilige Aufgabe, überprüfen die Lösung an der technischen Realität und übertragen die gewonnenen Erkenntnisse auf weitere Problemkreise. Die Anwendung experimenteller Methoden ist primär dort wichtig, wo theoretische Betrachtungen in Neuland vorstoßen. Und das ist keinesfalls selten. Durch geeignete Kombination innerhalb der Wahlmöglichkeit - theoretisch analytische, numerische und experimentelle Methodik" kann der Studierende Schwerpunkte setzen, die seinen persönlichen Neigungen entsprechen. Im Interesse eines möglichst komplexen Wissens und der Optimierung beruflicher Chancen, z. B. in Forschung und Entwicklung, empfehlen wir jedoch eine Nutzung der ganzen Studienbreite.

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Wasserwesen

Die Bereitstellung von Wasser in ausreichender Qualität und Quantität für eine ständig wachsende Weltbevölkerung und die Industrie, Ableitung von Abwasser, Hochwasserschutzmaßnahmen, Aufbereitung von Wasser und Abwasser sowie seine schadlose Rückführung in den natürlichen Wasserkreislauf, ferner die Sicherung der landwirtschaftlichen Produktion durch Bewässerungssysteme oder - im Rahmen kommunaler Konzepte - die Abfallbeseitigung, sind wesentliche Aufgaben des im Wasserwesen tätigen Bauingenieurs. Sie stellen sich dem Wasserbauer sowohl im eigenen Land als auch auf der Basis einer weltumspannenden internationalen Zusammenarbeit. Planung,

CAD-Zeichnung

Bau und Betrieb von Wasserwerken, Kanalisationen, Kläranlagen, Wasserstraßen, Häfen und ökologisch sinnvollen Wasserkraftwerken gehören ebenso zum Berufsbild des Wasseringenieurs wie die Renaturierung regulierter Gewässer, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Vorsorge gegenüber den Gefahren von Landnutzungs-und Klimaänderungen. Zeitgemäßer Wasserbau geht über die klassischen Umweltschutzaufgaben - Abwasserreinigung und Gewässerschutz - weit hinaus. Naturnaher Gewässerausbau sowie ökologisch verträgliche Bauweisen und Ausgleichsmaßnahmen unter größtmöglicher Wahrung des Landschaftsbildes sind das Gebot der Stunde und erst recht der Zukunft. Planung und Entwurf von Wasserbauprojekten basiert auf den Fächern Hydrologie, Hydraulik, Wasser- und Abwasser-Aufbereitungstechnik, sowie dem Konstruktiven Wasserbau.

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Verkehrswesen

Der Verkehr auf Straßen, Schienen, dem Wasser und in der Luft ist der Lebensnerv unserer modernen Gesellschaft und unserer arbeitsteiligen Wirtschaft. Bauingenieure sind dabei zuständig für die Planung und den Bau der erforderlichen Verkehrswege. Hier sind die Belange der Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umwelt in Einklang zu bringen. Zum Bauen von Verkehrswegen gehört jedoch auch das Wissen über die Baustoffe. Hier spielt in jüngster Zeit das Recycling eine immer bedeutendere Rolle. Bauingenieure sind es aber auch, die den Betrieb auf den Verkehrswegen in leistungsfähiger und umweltgerechter Weise gestalten. Ihre Verantwortung reicht in diesem Sinne z. B. von der richtigen Länge der

CAD-Zeichnung

Grünzeiten an den Ampeln über den Fahrplan der Eisenbahn bis zur Pünktlichkeit der Linienbusse. Bauingenieure prognostizieren den zukünftigen Verkehr sowie Lösungen für seine Bewältigung oder seine Vermeidung. All diese Aufgaben gewinnen ihre Bedeutung weit über eine rein technische Betrachtungsweise hinaus. Der Bauingenieur mit der Spezialisierung im Verkehrswesen hat heute seine Aufgabe stets so zu lösen, daß Umweltbeeinträchtigungen auf ihr Mindestmaß begrenzt bleiben. In der Praxis des Verkehrswesens stehen diese Aspekte des Umweltschutzes heute im Vordergrund. Dabei ist der Verkehrsingenieur ein technischer Experte, der über sein Fachgebiet hinaus eine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt. Die Ausbildung der Bauingenieure mit der Vertiefungsrichtung Verkehrswesen an der Ruhr- Universität Bochum legt für dieses Berufsbild die Basis. Sie behandelt die technischen und konstruktiven Grundprinzipien der wichtigsten Verkehrssysteme wie Straße, Eisenbahn, öffentliche Verkehrsmittel, Wasserstraßen und Luftverkehr. Darüber hinaus werden die allgemeinen Grundlagen der verkehrlichen Planung und des Umweltschutzes in der Ausbildung besonders hervorgehoben.

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Umwelttechnik

In seinem Wunsch, die Umwelt nach seinen Bedürfnissen zu gestalten, verändert der Mensch die Landschaft, nutzt die natürlichen Ressourcen und produziert Abfallstoffe. Erst in jüngster Zeit hat sich zunehmend das Bewußtsein entwickelt, daß zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen natürliche Kreisläufe möglichst wenig zu beeinflussen sind, und infolge der begrenzten Ressourcen deren verantwortliche Nutzung erforderlich ist, und bei allen Maßnahmen, welche die Umwelt verändern, nicht nur die Wirkungen in der unmittelbaren Umgebung, sondern auch Fern- und Nebenwirkungen zu berücksichtigen sind. Hieraus ergeben sich besondere Fragen und Aufgabenstellungen für den Bauingenieur,

CAD-Zeichnung

zu deren Lösungen er sich der Umwelttechnik bedient. Die Besonderheit, dabei immer eine Vielzahl von Wechselwirkungen berücksichtigen zu müssen, verlangt eine fächerübergreifende Denkweise und breite Kenntnisse der naturwissenschaftlichen Grundlagen, aber auch ökonomischer und juristischer Zusammenhänge. Umwelttechnik dient somit der verantwortungsvollen Nutzung von Ressourcen (Wasser, Boden, Luft) und dem Schutz unserer Lebensgrundlagen. Der Bauingenieur trägt hierzu in zweifacher Weise bei, nämlich: Durch den Entwurf und die Ausführung spezieller Bauwerke, die dem Schutz der Umwelt dienen, wie Kläranlagen, Deponien, Kühltürme, sowie durch eine umweltverträgliche Gestaltung seiner Maßnahmen insgesamt (z. B. im Straßenbau und Gewässerausbau) und die Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen. Schwerpunkte der Ausbildung in der Vertiefungsrichtung Umwelttechnik sind: - Abwasserreinigung und Gewässerwirtschaft - Naturnaher Gewässerausbau und Hochwasserschutz -Sanierung von Kanalisationssystemen - Sanierung und Sicherung alter Industriestandorte oder anderer Altlasten - Entwurf und Ausführung von Deponiebauwerken - Abfallwirtschaft und Baustoffrecycling - Umweltverträgliches Bauen - Maßnahmen zur Reinhaltung von Wasser, Boden, Luft. Entsprechend diesen breit gefächerten Anforderungen greift die Ausbildung in der Vertiefungsrichtung Umwelttechnik zusätzlich zu den üblichen Lehrinhalten des Bauingenieurwesens in verstärktem Maße auf naturwissenschaftliche Grundlagenfächer zurück. Diese breite und grundlagenorientierte Ausbildung befähigt den Bauingenieur der Vertiefungsrichtung Umwelttechnik zur Wahrnehmung der vielfältigen Aufgaben, die sich ihm heute in Ingenieurfirmen, Bauunternehmen, Entsorgungsunternehmen, Behörden, Wasserwirtschaftsverbänden und Kommunen stellen.

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Letzte Änderung: 07.08.2006 |