SIMCUR – ein internationales Kooperationsprojekt zur Erforschung der Entwicklung von Resilienz bei Kindern aus zugewanderten Familien
Finanzierung und internationale Kooperationspartner
NORFACE- ERA-Net, ein Zusammenschluß der DFG mit 14 weiteren Forschungsfördereinrichtungen in Europa und Kanada, hat der Ruhr Universität 3.08 Millionen Euro für das internationale Kooperationsprojekt SIMCUR bewilligt. SIMCUR ist die Abkürzung für “Social Integration of Migrant Children – Uncovering Family and School Factors Promoting Resilience”. Principal Investigator ist Birgit Leyendecker (Fakultät für Psychologie/ Interdisciplinary Centre for Family Research) in Kooperation mit Axel Schölmerich, weitere Kooperationspartner sind Judi Mesman und Marinus van IJzendoorn von der Universität Leiden (Niederlanden) sowie Brit Oppedal vom Institute of Public Health in Oslo, Norwegen.
Ziele des Projekts
Das zentrale Ziel dieses Projektes ist die Untersuchung der Prozesse die es Kindern aus zugewanderten Familien erlauben, Resilienz zu entwickeln. Der Fokus liegt hier auf den Schulübergängen und auf der Unterstützung die Kinder durch Schule, Familie, soziale Netzwerke und die Stadtteile, in denen sie aufwachsen, erfahren. Die Bewältigung der Schulübergänge ist ein guter Indikator für die psychosoziale Adaptation der Kinder. Mit dieser Studie möchte die internationale Forschergruppe einen Einblick bekommen, wie Kinder diese Entwicklungsaufgabe bewältigen und welche Faktoren insbesondere bei den Kindern aus zugewanderten Familien zur Entwicklung von Resilienz beitragen.
Die Antragssteller dieses Projektes gehen davon aus, dass der Migrationsprozess durch Probleme und Herausforderungen alleine nur unvollständig beschrieben wird. Kinder, deren familiäre Umwelt von der außerfamiliären Umwelt abweicht, sind einerseits mit mehr potenziellen Problemen konfrontiert als die Kinder der Mehrheitsgesellschaft. Andererseits haben sie jedoch auch die Chance, von frühester Kindheit an bikulturelle und bilinguale Kompetenzen zu erwerben und damit sowohl im Verhalten als auch beim Einsatz von Sprache flexibler zu werden als monokulturell und monolingual aufwachsende Kinder. Dies sind Kompetenzen, die in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen.
design und Teilnehmer
In dem auf 4 Jahre angelegten Längsschnittprojekt sollen insgesamt 1280 Kinder, ihre Familien, ihre Nachbarschaft und ihre Schulen teilnehmen, 520 in Deutschland und je 360 in den Niederlanden und Norwegen. Ein Drittel der Kinder gehört der jeweiligen Mehrheitskultur an, zwei Drittel der Kinder haben Eltern, die aus der Türkei zugewandert sind. Die erste Welle der Datenerhebung ist für das Frühjahr 2010 vorgesehen.
Für die Studie ist ein Kohortensequenzdesign vorgesehen das es erlaubt, sowohl die Zeit vor als auch die Zeit nach den Übergängen in die Grundschule sowie in die weiterführende Schule zu untersuchen. Der Übergang in die erste Klasse wird in jedem der drei Länder mit jeweils 120 Kindern, die aus der Türkei zugewandert sind, sowie mit 60 Kindern aus der jeweiligen Mehrheitskultur untersucht (5, 6, und 7-jährige Kinder, Kohorte I). Da die Schulübergänge in den Niederlanden und in Norwegen erst nach der 7. Klasse stattfinden, beginnt in allen Ländern mit den Kindern der 7. Klasse die Kohorte II (12, 13 und 14-jährige). Zusätzlich wird eine dritte Kohorte nur in Deutschland untersucht, da hier der Übergang schon nach der 4. Klasse stattfindet (Kohorte III).
Zu jedem Untersuchungszeitpunkt werden multiple Methoden eingesetzt (Beobachtungen, Interviews, Tests, Fragebögen). Die Informationen kommen hier sowohl von den Kindern selber als auch von ihren Eltern und Lehrern. Darüber hinaus werden die besonderen Bedingungen der Stadtteile, in denen die Kinder aufwachsen, miterhoben.
Kooperation vor Ort in Bochum und Umgebung
Wir streben die Kooperation mit Partnern vor Ort an, sowohl mit
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Kindergärten, Schulen und deren jeweiligen Verwaltungen, als auch mit
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anderen Forschungseinrichtungen



