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Der produktionsanlagenorientierten Interaktion zwischen Hersteller (Service) und Betreiber (Instandhaltung) sind durch Technologien und Konzepte im Bereich TeleService neue Wege eröffnet worden. Eine allgemeine Anwendung von TeleService scheiterte jedoch an Inkompatibilitäten der für die unterschiedlichen Ausprägungen der neuen Möglichkeiten erforderlichen technologischen und organisatorischen Schnittstellen auf Betreiber- und Herstellerseite. Soll ein nachhaltiger Markterfolg mit diesen TeleService-basierten Diensten gesichert werden, ist es unumgänglich, die betreiber- und herstellerspezifischen Anforderungen zu berücksichtigen. Aus den vorhandenen Erfahrungen mit proprietären Lösungen lässt sich festhalten, dass es unter den spezifischen Randbedingungen des Maschinen- und Anlagenbaus nicht darum gehen kann, die innovativste, umfassendste Lösung für Spezialisten zu entwickeln. Vielmehr geht es darum, die Realisierung eines robusten, einfach zu handhabenden Systems für Praktiker voranzutreiben, das den Gegebenheiten eines rauen Produktionsbetriebs gerecht wird.
Auf der Grundlage dieser Anforderungen wurde im Rahmen des Verbundprojektes „EOS – Embedded Online Service“ eine internetbasierte Referenzarchitektur zur Anbindung heterogener Gerätestrukturen entwickelt. Durch steuerungsintegrierte Web-Server, zugriffsregelnde Lookup-Server und Standard-Web-Browser für die Benutzer sind der langfristige Betrieb und die Sicherung der Softwareinvestitionen gegeben. Jegliche Kommunikation wird gemäß den de-facto Standards des Internets durchgeführt. Alle Verbindungen zu einer Maschine erfolgen über einen darin enthaltenen Web-Server. Somit ist für den Zugriff nichts weiter als ein Standard Web-Browser erforderlich. In dem dezentralen Web-Server der Maschine ist ein „digitales Typenschild“ zur Identifikation der jeweiligen Maschine hinterlegt.
Kernstück der entwickelten Plattform ist der Lookup-Server, über den auf die Maschinen zugegriffen werden kann. Somit dient der Lookup-Server als Portal der Plattform und als Ausgangspunkt zum Navigieren innerhalb der heterogenen Steuerungslandschaft. Durch ein automatisiertes Hot Plug & Play wird der Administrationsaufwand auf ein Minimum beschränkt.
Ein weiterer Vorteil der erarbeiteten Lösung liegt in der Begrenzung der Standardisierung auf die Basisdienste der Zugriffssteuerung. Funktionserweiterungen und Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbietern werden so in keiner Weise behindert. Ein entscheidender Vorteil liegt auch in der Berücksichtigung der Betreiberinteressen. Somit ist der definierte Standard nicht restriktiv, sondern lässt dem Anwender und Betreiber die Freiheit, sich für ein Minimal- oder ein umfassendes Gesamtszenario zu entscheiden.
Zur Validierung der Plattform sind während der Projektlaufzeit Prototypen bei den Projektpartnern ZF Friedrichshafen und VW-Werk Salzgitter in der laufenden Produktion als auch in der Pilotfabrik des Lehrstuhls für Produktionssysteme erfolgt. Eingebunden wurden in diesen Testszenarien SPS- und CNC-Steuerungen sowie Kommunikationsdienste aller Projektpartner und weiterer Hersteller. Hierbei hat sich gezeigt, dass gerade die betreiberinterne Instandhaltung große Chancen darin sieht, schnell von einem Standard-PC aus auf Steuerungen, die an einem beliebigen Ort in der Fabrik stehen, zugreifen zu können. Bei allen Projektpartnern werden über die Projektlaufzeit hinaus die Arbeiten an den Prototypen und Referenzinstallationen weiter forciert. Basierend auf den Projektergebnissen entstehen darüber hinaus beim Projektpartner symmedia und einem Spin-Off-Unternehmen neue Produkte.
Mit der vorgestellten internetbasierten Plattform wird die Komplexität und der Administrationsaufwand für fernerbrachte Dienstleistungen deutlich gesenkt und der Mehrwert des praktischen Einsatzes wesentlich erhöht. Durch die Anbindung verschiedenster Steuerungssysteme werden technologische Barrieren zwischen verschiedensten Kommunikationsbedarfen in der Produktion aufgebrochen. Damit wurde dem Betreiber ein Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, das die Effizienz der Instandhaltung und somit die Verfügbarkeit der Produktionsmittel deutlich steigert. Dabei liegt die Kontrolle über das System und die Hoheit über alle Daten beim Maschinenbetreiber. Durch die skalierbare Auslegung des Standards besteht die Möglichkeit der Definition eigener Dienste durch den Betreiber. Gleichzeitig kann auch der Diensteanbieter diesen Freiraum nutzen, um sich über innovative Dienste Alleinstellungsmerkmale zu sichern.
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