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Vom Forschungsprojekt zum Industriestandard
Der Industriearbeitskreis EOS hat sich zum Ziel gesetzt, die Ergebnisse des Forschungsprojekts EOS industriegerecht und zeitgemäß aufgearbeitet in eine Norm zu überführen. Unter der Federführung des VDMA hat sich so ein Gremium gebildet, welches sich dieser Aufgabe an nimmt und das VDMA-Einheitsblatt 66411 erarbeitet.
1. Ziel eines VDMA Einheitsblatts EOS
Das Ziel des Einheitsblatts soll eine Software Architektur bzw. Plattform sein, um standardisierte, webbasierte Zugriffe auf Steuerungen bzw. Maschinen und Anlagen unterschiedlicher Hersteller in einem Szenario zu ermöglichen mit dem Ziel, die von maschinennahen Anwendungen und Diensten generierten Informationen weiter ver-arbeitbar zu machen. Diese maschinennahen Anwendungen und Dienste mit ihren Techniken zum Datenerfassen und Auswerten wiederum können und sollen herstel-lerspezifisch sein. Dabei soll kein sehr spezieller Standard definiert werden, vielmehr soll das Einheitsblatt einen Beitrag zur Integration etablierter und für derartige Zwe-cke bereits in anderen Gebieten genutzter Standards der Informations- und Internet-technologie (UPnP, WSDL, XML, etc …) in die Steuerungsebene leisten.
Letztendlich soll so dem Betreiber von Maschinen und Anlagen, durch die Überwin-dung von Kommunikationsbarrieren, Investitionssicherheit gegeben werden.
2. Historie: Ergebnis des Forschungsprojekts EOS
Im Rahmen des vom BMBF geförderten und PFT betreuten Verbundprojektes „EOS – Embedded Online Service“ wurde eine internetbasierte Referenzarchitektur zur Anbindung heterogener Gerätestrukturen entwickelt. Durch steuerungsintegrierte Web-Server, zugriffsregelnde Lookup-Server und Standard-Web-Browser für die Benutzer sind der langfristige Betrieb und die Sicherung der Softwareinvestitionen gegeben. Jegliche Kommunikation wird gemäß den de-facto Standards des Inter-nets durchgeführt. Die in dem Projekt erreichten Ergebnisse können somit als Grundlage für ein Einheitsblatt dienen, wobei eine konsensfähige Spezifikation Ab-stimmungsbedarf erfordert.
3. Inhalt eines VDMA Einheitsblatts EOS
Das Ergebnis soll letztendlich eine Architektur sein, die einfach zu implementieren-de, standardisierte Möglichkeiten zum Zugriff auf Maschinendaten und –dienste (Di-agnose, DNC, etc.) - insbesondere auf SPS und CNC-Steuerungen von Maschinen und Anlagen - ermöglicht. Systeme, die diesen standardisierten Zugriff nutzen, kön-nen dabei sowohl Service-Portale, als auch alle anderen IT-Systeme der Produktion und Instandhaltung, wie z.B. Maschineninformations- oder BDE-Systeme, sein.
In Anbetracht bereits vorhandenen Protokolle zum Zugriff auf Steuerungsdaten (OPC) darf EOS nicht auch noch Kommunikationsstandard zum Datenaustausch werden. Vielmehr besteht ein großer Bedarf in der Plug&Play-Fähigkeit von Diens-ten, die den eigentlichen Mehrwert ausmachen. Hier sind bisher nur proprietäre Middleware-Lösungen am Markt erhältlich.
Der Fokus des Einheitsblatts soll dabei auf technische Grundlagen aus dem Bereich Architektur und Dienstekommunikation liegen. Später sind Ergänzungen zu den Randthemen (Workflow, IT-Sicherheit, Diensteumfang, Geschäftmodelle) möglich, die dann aber in einem VDMA-Leitfaden beschrieben werden können.
4. Zielgruppen
Eine wichtige Voraussetzung zur Einrichtung eines Einheitsblatts ist jedoch ein schlagkräftiges Konsortium. Daher sollen, um eine möglichst breite Akzeptanz eines Einheitsblatts zu gewährleisten, Betreiberfirmen, Steuerungshersteller und Maschi-nenhersteller genauso, wie Softwareanbieter an der Erstellung des Einheitsblatts teilnehmen.
5. Umfänge eines VDMA Einheitsblatts EOS
Die Umfänge der Standardisierung des zu beschließenden Einheitsblatts sollten ei-ne Skalierbarkeit zulassen. So sind verschiedene Level einer Standardisierung denkbar:
Ein sehr rudimentärer Standard kann hier nur einige Randbedingungen zur internet-basierten Kommunikation festlegen, z.B. HTTP-Kommunikation und eine XML-Datei als „digitales Typenschild“, um das Auffinden von Geräten zu ermöglichen.
Ein weiterer Schritt wäre die Definition von darüber hinaus gehenden Schnittstellen zum Datenaustausch unterschiedlicher Systeme. Um dies zu realisieren bietet sich z.B. UPnP oder WSDL als Grundlage an, um die Dienste, die das Gerät bietet, nut-zen zu können.
Darüber hinaus können in einem weiteren Level die Definition von dienstespezifi-schen Randbedingungen bei der Kommunikation (andere Protokolle, etc…) oder auch Sicherheitstechniken festgelegt werden.
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