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Abteilung für Cytologie

Der wissenschaftliche Fokus der Abteilung für Cytologie liegt auf der Erforschung des Zytoskeletts in Bezug auf neuronale und gliale Transportmechanismen und seine Funktionen in Entwicklungsprozessen. Zusätzlich interessiert es uns, welche Auswirkungen die (Re-)Organisation des Zytoskeletts auf neurodegenerative Erkrankungen, die Tumorbiologie des Glioblastoms, Amyotrophe Lateralsklerose und traumatische Hirnverletzungen ausübt.

Der Einfluss des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF) und Progesteron im zentralen (ZNS) und peripheren (PNS) Nervensystems ist von großem wissenschaftlichem und therapeutischem Interesse. Aktuelle Publikationen aus unserer Gruppe konnten zeigen, dass sowohl VEGF als auch Progesteron einen positiven Effekt auf die Dendrito-, Somato- und Spinogenese in neonatalen und juvenilen Purkinje-Zellen des Kleinhirns hat. Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass Progesteron das Auswachsen und die Motilität von neuronalen Wachstumskegeln in den Spinalganglien fördert. Diese vielversprechenden Ergebnisse könnten möglicherweise die Behandlung der zerebralen Ischämie oder von Nervenverletzungen erleichtern. Unser Ziel ist es, die positiven Auswirkungen von VEGF und Progesteron im neuronalen Gewebe zu kontrollieren und zu verbessern. Wir untersuchen gegenwärtig die Rolle von microRNAs in Bezug auf die Regulierung von VEGF-und Progesteronrezeptoren und deren Affinität zu diesen Stimulatoren.

Glioblastoma Multiforme (GBM) ist ein hochgradig vaskularisierter Tumor mit einer sehr geringen Überlebensrate. Aufgrund der hohen Vaskularisierung stellt VEGF ein geeignetes Ziel in der onkologischen Therapie dar. Bevacizumab, ein speziell gegen VEGF gerichteter Antikörper, wird bereits bei der Behandlung von GBM verwendet. Aktuelle Studien gehen allerdings davon aus, dass Bevacizumab eine Beeinträchtigung der neurokognitiven Funktionen hervorruft. Aktuell untersuchen wir daher die morphologischen Auswirkungen von Bevacizumab in neuronalen und Gliazellen.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine degenerative Erkrankung, bei der die Funktionen von Nervenzellen im Rückenmark und motorischen Cortex stark beeinträchtigt sind. Die Mechanismen, die zu ALS führen, sind noch unklar. Wir nutzen die Wobbler-Maus als Tiermodell für die sporadische Form von ALS. Dieses Modell hilft uns, Neurodegenerationen und die begleitenden entzündlichen Prozesse in verschiedenen neuronalen Strukturen zu untersuchen.