Abteilung für Cytologie

Die Wirkungsmechanismen des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF) und des Steroidhormons Progesteron im zentralen (ZNS) und peripheren (PNS) Nervensystems ist von großer Bedeutung für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien zur Behandlung von Schädigungen des ZNS und PNS. In den vergangenen Jahren konnte unsere Abteilung zeigen, dass die Expression des VEGF- Rezeptors 2 (VEGFR2) und die der Progesteronrezeptoren (PR-A/B und PGRMC1) einer altersabhängigen Regulation unterliegt. Wir vermuten, dass posttranskriptionelle RNA-Interferenzen für diesen Effekt verantwortlich sind. Mit Hilfe eines entsprechenden Profilings konnten wir miRNAs identifizieren, die eine enge Verbindung zu den Rezeptoren aufweisen. Aktuell führen wir funktionelle Studien zu den Wirkungsmechanismen der miRNAs in Purkinje Zellen durch, um die Sensitivität ausgereifter Purkinje Zellen für VEGF und Progesteron positiv zu modulieren. Zusätzlich interessieren wir uns dafür, ob das regenerative Potential beider Stimulantien sich auch die synpatische Plastizität auswirkt, um die Reorganisation des neuronalen Gewebes nachhaltig zu unterstützen.

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine progressive, idiopathische, neurodegenerative Erkrankung, die vor allem Motoneurone betrifft. Die kontinuierliche Degeneration der Motoneurone führt in der Regel innerhalb von 3 bis 5 Jahren nach dem Auftreten erster Symptome zum Tod. Es ist die häufigste Erkrankung der Motoneurone beim Erwachsenen mit einer Inzidenz von 2,08/100 000 in Europa. Die ALS lässt sich in drei Typen gliedern: die sehr seltene und langsam verlaufende juvenile Form der ALS, die mit 5 bis 10% auftretende familiäre Form der ALS (fALS) und die mit zirka 90% häufigste Form, die sogenannte sporadisch auftretende ALS (sALS). Aber auch rund 150 Jahre nach der Erstbeschreibung der Erkrankung sind die molekularen Ursachen der Amyotrophen Lateralsklerose nicht verstanden.
Für die Forschung zur sALS ist das Tiermodell der Wobbler Maus besonders geeignet. Charakteristisch für homozygote Wobbler Mäuse ist die Degeneration der Motoneuronen im Rückenmark und im Motorcortex, die mit einer symmetrischen Atrophie der Muskeln des Kopfes, Halses, der Schultern und der Vorderextremitäten einhergeht. In Wobbler Mäusen ist die Symptomatik primär durch eine progressive Degeneration von zervikalen spinalen Motoneuronen und Motoneuronen des Hirnstamms verursacht. Die Vorteile des etablierten Tiermodells der Wobbler Maus für experimentelle Grundlagenstudien zur ALS liegen in einem vollständig sequenzierten Genom der Tiere sowie in einem Krankheitsverlauf, der zelluläre und molekularbiologische Untersuchungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erlaubt. Mit Hilfe des Tiermodells können somit weitere Erkenntnisse über die Erkrankung gewonnen werden, welche helfen können, die Pathogenese der sporadischen Form der humanen ALS besser zu verstehen.

Kontakt

Abteilungsleiter

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Gebäude MA 5 Süd, Raum 46
eMail: Carsten.Theiss@rub.de
 

Anschrift

Ruhr-Universität Bochum
Medizinische Fakultät
Abteilung für Cytologie
Gebäude MA 5/47
Universitätsstr. 150
44801 Bochum
                              

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