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Sommersemester 2009

Topicbild Metin Tolan

"Geschüttelt, nicht gerührt - James Bond im Visier der Physik"

Mitte Mai konnte das JungChemikerForum Bochum den Dortmunder Physiker Metin Tolan begrüßen. In einem mit 300 Leuten jeglicher Altersklassen gut gefüllten Hörsaal referierte Metin Tolan über technische Tricks alter und neuerer James Bond Filme und erklärte, welche Erfindungen des berühmten Q realisierbar sind. Damit das Publikum die jeweiligen Szene vor Augen hatte, wurden einzelne Sequenzen eingespielt bevor Metin Tolan gekonnt und überaus witzig die Physik ins Spiel brachte.

Dass die Regeln der Physik nicht immer mit denen in James Bond Filmen gezeigten Stunts übereinstimmen wurde dem Zuhörer bereits bei der Analyse der ersten Filmsequenz klar. Wahrscheinlich jeder Besucher kannte die Anfangsszene aus Goldfinger. James Bond stürzt mit einem Motorrad von einer Klippe einem führerlosen Flugzeug hinterher, doch wer hat jemals über die Bedingungen, wie Geschwindigkeiten oder Winkel nachgedacht? Metin Tolan zeigte mit simpler Physik, dass ein solcher Stunt unter realen Bedingungen nicht möglich wäre.

Dass James Bond Filme und Physik nicht immer in Einklang zu bringen sind wurde dem Zuhörer an weiteren Szenen verdeutlicht. Die physikalischen Berechnungen zeigten zum Beispiel, dass das Abbild eines Angreifers auf der Iris einer Frau nicht mit den im Film gezeigten Größenordnungen übereinstimmte, dass die Kraft eines Magneten niemals ausreichen wurde um eine Kugel abzulenken, oder dass es nicht einfach ist ein Auto über einen Fluss springen zu lassen. Außerdem konnte Metin Tolan beweisen, dass er wirklich jeden Film gesehen hat. Wer sonst weis wie oft James Bond sagte:“ Mein Name ist Bond; James Bond“?

Zum Abschluss seiner knapp zweistündigen Vorlesung versuchte Metin Tolan das Geheimnis des geschüttelten, nicht gerührten Wodka Martinis aufzudecken. Nach Auffassung von Metin Tolan sei James Bond ein Genussmensch und geschüttelte Martinis seien besonders geschmacksintensiv. Diese Behauptung versuchte er mithilfe eines Versuches zu bestätigen. Wird ein Gefäß, das mit Kugeln unterschiedlicher Größe gefüllt ist, die wiederum Alkohol- und Geschmacksmoleküle symbolisierten, stark geschüttelt reichern sich die größeren Geschmacksmoleküle an der Oberfläche an. Somit ist der erste Schluck eines Wodka Martinis besonders intensiv und mehr als einen Schluck nimmt James Bond niemals. Die Erklärung mag dem gelernten Chemiker zwar nicht ganz einleuchten, jedoch sollte dieses Mysterium der James Bond Geschichten auch nur mit einem Augenzwickern betrachtet werden.

Nach der Vorlesung ließen es sich einige Zuhörer nicht nehmen weiterführende Fragen zu stellen oder nach Autogrammen zu fragen. Den Tag rundeten wir mit Pizza und Getränken bei der Nachsitzung ab. Auch hier blieb sich Metin Tolan treu und orderte eine 007 Pizza.

Wintersemester 2008 / 2009

Tag der offenen Tür

Am Tag der offenen Tür der Ruhr-Universität am 2. April 2009 konnten wir uns den Schülern vorstellen. Das sah etwa so aus:

Topicbild

Hilfe! Bald schreibe ich meine Bachelorarbeit!

Auch in diesem Jahr nutzen 44 Studenten die Veranstaltung, um sich über den Ablauf der Bachelorarbeit zu informieren. Wie schon im letzten Jahr stand uns auch in diesem Jahr Herr Prof. Dr. G. Dyker in seiner Funktion als Studienberater zur Seite.

Nach einer kurzen Einführung in die Studienordnung rund um die Bachelorarbeit gab es in diesem Jahr erstmalig ein paar Informationen zu dem Layout einer wissenschaftlichen Arbeit (siehe das PDF unten: "Schreibtipps"). Danach folgten Erfahrungsberichte von Studenten des 7. Semesters, die jeweils ihre Bachelorarbeit vorstellten. Im Mittelpunkt stand dabei nicht der Inhalt der Arbeit sondern viel mehr ihre Erfahrungen, die sie während der Anfertigung der Arbeit gemacht haben. Die Vorträge zeigten, dass jeder Fachbereich, ob Organische Chemie, Technische Chemie oder physikalische Chemie seine eigenen Anforderungen an die Studenten hat.

Im Anschluss an die Vorträge versammelte sich eine kleine Runde und so konnten in kleinerem Rahmen viele weitere individuelle Fragen beantwortet werden.
Wir hoffen, dass uns diese Veranstaltung auch im nächsten Jahr gelingt und wir vielen Studenten die Nervosität der ersten größeren Arbeit abnhemen können.

Exkursion zum Chemiepark Marl

Topicbild Von imaginären roten Leitungen und dem Regenmacher

Dinge gibt’s, die gibt’s gar nicht. Nur ein Spruch? Mit Nichten, was sich an diesem Tag zeigen sollte.

Mit reichlich Verspätung (ca. 45min) konnte der Ausflug in den Chemiepark Marl endlich starten. Die Wartezeit bis dahin verbrachten die vier Wartenden mit einem netten Pläuschen mit dem Rundführer. Wie sich herausstellte waren Studenten der Uni Bochum bestens bekannt, sei es auch nur durch Hamstern von Süßvorräten für die kalte Winterzeit. Als nun der Rest der 18-köpfigen Gruppe auch endlich angekommen war, startete der Tag mit einem kurzen Vortrag über Geschichte und Allgemeinheiten des Chemieparks. Inmitten von Angaben über Gesamtfläche, produziertem bzw. verbrauchtem Strom und im Park integrierte Firmen streikte die Technik, das Auditorium musste helfen. Nach Überwindung des schier unlöslichen Problems ging die Reise auch gleich weiter, im Reisebus.
Der stotternde Beginn sollte sich dann aber auch im Bus fortsetzen, so kamen wir nicht zu der Ehre, die ersten Worte zu hören. Und wieder diese Technik... Letztendlich kamen wir, bombardiert mit Informationen und Eindrücken auch am ersten Ziel an:
der Schwefelsäureherstellung.
Ausgerüstet mit Schutzhelm, Häubchen und Schutzbrille erhielten wir eine Einführung in die Schaltanlage. Leicht chaotisch wirkte sowohl Arbeit als auch Arbeitsstätte, begründet durch den fortwährenden Umbau zum voll elektronischen Prozessleitsystem. Nach der Ausgabe von Atemschutzmasken wurden wir anschließend am brennenden Schwefel im Ofen vorbeigeführt um schließlich zur Abfüllstation des elementaren Schwefels zu gelangen. Viel interessanter waren neben der Anekdote über ein Loch im Schwefeltank allerdings die Ausführungen des Chef-Technikers bezüglich verbrauchtem, zurückgeleitetem und ausgestoßenem Wasser(dampf). Nicht wenige der anwesenden Personen fragten sich fortan, ob der aus einem kleinen Schornstein austretende Wasserdampf Schuld an der Misere in Form des Schmuddel-Wetters war. Da diese Frage nicht vollends geklärt werden konnte, entschloss man sich diesen Schornstein als den Regenmacher für diesen Tag abzustempeln.
Nach dieser äußerst wichtigen Erkenntnis konnte die Reise nun in Richtung des Steam Reformers weiter gehen. Nach weiteren unzähligen Rohren, Gebäuden, Anlagen sowie roten und grünen Gullideckeln kamen wir dann auch an, um uns einen eher mauen Vortrag über die zugrunde liegende Reaktion anzuhören. Die hohen Erwartungen wurden leider am Ende vor allem aufgrund der fehlenden Anlagenbesichtigung bei weitem nicht erfüllt.
Weiter ging es mit einer Rundreise über das restliche Gelände. Kraftwerk, Hafen und Kläranlage wurden besichtigt, wobei der Fahrer des Busses all seine fahrerischen Fähigkeiten ausschöpfen musste, damit wir nicht mitsamt Bus ins Klärbecken fallen. Auf dem Weg zu einem der höchsten begehbaren Gebäude folgte dann ein weiteres Kuriosum: rote Leitungen, die keiner sehen konnte und vollständig lückenhafte Erläuterungen über ein Kühlsystem, was niemand verstand. Des Rätsels Lösung kann wohl wenn nur eine nächste Gruppe von Studenten erlangen. Angekommen an besagtem Gebäude fuhren wir mit einem völlig überfüllten Fahrstuhl in zwei Etappen in die neunte Etage um einmal auf dem Balkon rundherum zu laufen und eine gigantische Aussicht (und das trotz des miesen Wetters!) weit über die Parkgrenze hinaus zu genießen.
Von da aus ging es dann wohl zum leckersten Teil des Ausflugs, dem Vormittag/Mittag und Kuchen essen im „Culimar“. Ganze 1 ¼ Stunden hatten wir die Ehre uns am reichhaltigen kulinarischen Buffet zu bereichern. Allerdings nicht ohne an die Worte vom Anfang zu erinnern: Bitte nicht mit vollen Hosentaschen raus und nach Hause gehen. Kurzzeitig dazu gewillt waren einige allerdings schon, als sie keine Waffel mit Kirschen und Sahne mehr zum Nachtisch bekamen. Auch die fehlenden Kekse zum Kaffee wurden deutlichst bemängelt, was bei manchen Mitfahrern eine Spur der Empörung und Verärgerung auslöste.
Frisch gestärkt ging die Reise dann zum letzten und längsten Haltepunkt weiter: der Elektrolyse Zelle. Wiederum erfolgte eine Einweisung in die theoretischen Begebenheiten in der Leitstelle. Ebenfalls interessant war dabei die zeitgleiche Präsentation über Hautirritationen und Schutzmaßnahmen gegen abfallende Gliedmaßen im Nebenraum. Nach ca. 20 Minuten theoretischer Behandlung ging es nun direkt in die Halle zur praktischen Umsetzung. Ein großartiger Blick eröffnete sich über dieses rund 80 Millionen Euro teure Objekt. Leider lief die Anlage zu diesem Zeitpunkt nicht, was aber wohl kaum ein Unterschied gemacht hat. Nach dem Gang durch die Halle sammelten wir uns ein letztes Mal bei einem Teil der vorherigen und damit veralteten Zelle, die die sehr umständliche und zeitintensive altertümliche Variante nochmals verdeutlichte. Zu guter Letzt zeigte sich noch die vorbildliche Verhaltensweise von Mitarbeitern bezüglich der Arbeitssicherheit. Keine 15 Minuten stand der leere Pappkarton für die Atemmasken im Treppenhaus, da war er auch schon wieder verschwunden. Das Resultat war dann die Einsammlung der Masken in einer Plastik-Mülltüte. Wenn solch ein Verhalten heutzutage doch auch an den Universitäten Gang und Gäbe wäre. Hier endete dann auch die Reise über das Chemiegelände. Nach einem kurzen Abstecher zum Ausgangspunkt wurden wir dann mit dem Bus zum riesigen und kaum überschaubaren Bahnhof Marl-Sinsen gebracht, von wo aus wir zeitnah in Richtung Heimat fahren konnten.

Fazit: Die eher fade Vorstellung des Steam Reformers vermochte die interessanten und sonst durchweg positiven Eindrücke des restlichen Tages bei weitem nicht zu schmälern und so bedanken wir uns für einen erlebnisreichen, informativen und teils sehr belustigenden aber auch ziemlich anstrengenden Tag. (dgr)

Sommersemester 2008

Vortrag: Wozu brauche ich Soft Skills, wenn ich gute Fachkenntnis habe?

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Das fragten sich am 28. April 2008 junge Chemiker und folgten einer Einladung des Jungchemiker-forums der Ruhr-Universität Bochum zu der Veranstaltung mit dem gleichnamigen Thema. Die eingeladenen Referentinnen Alexandra Schwarz und Anne-Katrin Kirchner, die für Evonik Industries das operative Personal- und Hochschulmarketing verantworten, versuchten der Frage auf unterschiedlichen Wegen näher zu kommen.

Gemeinsam mit dem Auditorium versuchten sie eine Definition zu finden. Dies erwies sich als gar nicht so einfach. Begriffe wie Team, Führung, Persönlichkeit und Emotionen schwirrten durch den Raum. Am Ende einigte man sich darauf, dass Soft Skills all jene Kompetenzen sind, die neben der reinen Fachkompetenz den beruflichen und privaten Erfolg bestimmen. Unterschieden und diskutiert wurde dann zwischen sozialer, kommunikativer und methodischer Kompetenz. Deutlich wurde, dass die Kompetenzfelder teilweise sehr unscharf voneinander zu trennen sind.

Sehr schnell wurde im Laufe der Präsentation auch deutlich, dass bei einer Einstellung sehr gute Fachkenntnisse des Bewerbers wichtig sind, dass aber die Persönlichkeit des Bewerbers entscheidend ist. So achten heute Unternehmen auf Fähigkeiten wie die Bereitschaft, im Team zu arbeiten, Belastbarkeit, Flexibilität sowie den Umgang mit Konflikten. Menschliche Qualitäten werden immer stärker zum Erfolgsfaktor für den Einzelnen. Die Anforderungen an Unternehmen durch Globalisierung, Finanzmärkte und E-commerce ständige Veränderungen erfolgreich zu bewältigen und so ihre Stellungen im Markt zu behaupten, machen auch vor den Mitarbeitern nicht halt. "Und so kommt es, dass Soft Skills immer mehr an Bedeutung gewonnen haben", so Schwarz.

Die Leiterin des Personalmarketings gab den teilnehmenden Studenten die Anregung mit auf den Weg schon frühzeitig darauf zu achten, dass sie sich über das Studium hinaus Bereiche suchen, in denen Sie Soft Skills üben können. Zum Beispiel auch als aktives Mitglied des JCF. Dazu gehört auch sich selber reflektieren zu können, zu wissen, was einem Freude bereitet, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen, welche Wünsche und Ziele, welche Motivation einen antreiben. "Selbstreflexion ist wichtig auf dem Weg zum privaten und beruflichen Erfolg", so Schwarz. Nicht auf jede dieser Fragen findet man sofort eine Antwort. In diesem Fall gibt es viele Menschen, die man befragen kann: Professoren, Lehrer, Eltern, Verwandte oder Freunde können meistens eine Antwort geben, denn diese sehen die fragende Person aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Gegen Ende des Vortrages gab es eine lebhafte Diskussion, vor allem stand das Interesse an der Erlernbarkeit und Verwendung von Soft Skills im Vordergrund. Auch Fragen zum Bewerbungsprozess konnten durch Alexandra Schwarz und ihre Kollegin hinreichend beantwortet werden. Die Diskussion endete mit dem Fazit, dass vieles zu erlernen ist, wenn man es will und bereit ist, etwas Neues über sich zu erfahren.

Wintersemester 2007/2008

10. JCF-Frühjahrssymposium in Rostock

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Beim diesjährigen Frühjahrsymposium waren erstmals auch Mitglieder des Bochumer JCFs vertreten, welche Poster und Vorträge über ihre Bachelor- und Masterarbeiten bzw. Mastervertiefungspraktika präsentierten. Diese größte europäische Konferenz junger Chemiker erfreut sich zunehmend an größeren Teilnehmerzahlen, so dass man in diesem Jahr fast 400 Jungchemiker aus 31 Nationen begrüßen konnte. Dieses Symposium soll den Stundenten und Doktoranden eine Forum bieten, in denen sie ihre wissenschaftlichen Ergebnisse einander vorstelllen, sich neue Anregungen holen sowie wichtige Kontakte knüpfen können.

Die Konferenz begann am Mittwoch abend mit einer Stadtführung, einer informellen Begrüßung und einem Welcome-Barbeque. Am Donnerstag folgte nach der offiziellen Begrüßung ein sehr reichhaltiges Programm aus Vorträgen, Postersessions sowie Plenarvorträgen, welches mit einem Champagner-Empfang am Abend endete. Der dritte Konferenztag gestaltete sich ähnlich, bot jedoch mehr Zeit für Diskussionen während der Pausen. Der Höhepunkt war das Konferenzdinner mit anschließender Party, welche bis spät in die Nacht dauerte. Dennoch ging es am nächsten morgen früh weiter, für die JCF-Regionalsprecher bereits 9 Uhr morgens mit dem Sprechertreffen, für die übrigen Teilnehmer 10 Uhr mit den letzten Vorträgen. Mittags wurde die Konferenz dann mit der Verleihung der Poster- und Vortragspreise feierlich beendet und zum nächsten Frühjahrssymposium 2009 in Essen eingeladen. Danach konnte man sich noch der abschließenden Exkursion anschließen, welche mit dem Boot über die Ostsee nach Warnemünde führte, bevor man sich auf den langen Heimweg begab.

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Infoveranstaltung von Studenten für Studenten

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Im Sommersemester 2007 dachten sich einige unserer Jungchemiker " Hilfe! Bald schreibe ich meine Bachelorarbeit " . Aber zu welchem Lehrstuhl gehe ich? Wie viel Zeit muss ich einplanen, nicht nur praktisch sondern auch zum Schreiben? Wann ist der günstigste Zeitpunkt? Fragen über Fragen und man wusste nur Weniges von höheren Semestern oder Kommilitonen. Wir dachten uns daher, dass unsere Nachfolger besser beraten wären als wir, wenn wir ihnen unsere Bachelorarbeiten vorstellen und erklären was am besten wo wie gemacht werden kann oder sollte.

Und wie man am gut gefüllten Hörsaal am 14. Januar sehen konnte, bestand nach wie vor ein großer Informationsbedarf bei den Studenten. Am Tag unserer Vortragsreihe konnten wir erfreulicherweise viele Chemiker und Biochemiker aus dem 3. und 5. Semester sowie den Studienberater Herrn Prof. Dr. Dyker begrüßen. Zur Beginn stellten wir zunächst vor, was die Studienordnung eigentlich zum Thema Bachelorarbeit besagt, um anschließend einen Vergleich zwischen theoretischer Vorstellung und praktischer Erfahrung ziehen zu können.

Einen ersten Erfahrungsbericht lieferte uns dann die Biochemikerin Eva Wrobel, welche ihre Arbeit in der klassischen Biochemie bei Frau Prof. Dr. Dietzl-Meyel angefertigt hat. Sie verwies vor allem auf den höheren Zeitaufwand der Arbeit bei den Biochemikern und lieferte Vorschläge, was man nicht über- aber auch nicht unterschätzen durfte. Anschließend erzählte Bianca Reschke, ebenfalls Biochemikerin, von ihren Erfahrungen mit der Untersuchung von Solvatationsdynamiken in der Physikalischen Chemie bei Frau Prof. Dr. Hawenith-Newen. Sie machte deutlich, dass die Zeit besonders bei der Verwendung technischer Geräte, welche manchmal längerfristigen Reparaturen unterliegen, ein kritischer und schwer kalkulierbarer Faktor ist.

Einen außergewöhnlichen Weg wählte Julia Finger, welche unter der Betreuung von Herrn Prof. Dr. Dyker ihre Bachelorarbeit über Polymere als Halbleiter bei der Degussa GmbH durchführte und so einen direkten Einblick in die chemische Industrie erhielt. Aus ihrem Bericht ging jedoch hervor, dass man bei der jeweiligen Firma am besten zuvor ein Praktikum absolviert haben sollte, da ansonsten eine produktive Arbeit innerhalb von 3-4 Wochen quasi nicht möglich wäre. Danach berichtete Miriam Wollenhaupt von ihrer Bachelorarbeit in der Theorie in der Anorganischen Chemie bei Herrn Dr. Schmid am Lehrstuhl von Herrn Prof. Dr. Fischer. Sie erzählte begeistert von ihren Berechnungen zu molekularen Rotoren und wie sie zu diesem Thema gelangte. Sie wies aber auch darauf hin, dass für eine derartige Arbeit praktische Erfahrungen in der theoretischen Chemie (Verwendung verschiedener Programme) durchaus von Vorteil sind.

Zuletzt erzählte Caroline Bischof, welche ihre Arbeit in der Bioanorganischen Chemie unter der Betreuung von Herrn Dr. Schatzschneider am Lehrstuhl von Herrn Prof. Dr. Metzler-Nolte anfertigte, von CO-freisetzenden Metallkomplexen. Sie wies besonders darauf hin, dass der enge, vorgegebene Zeitrahmen gerade gegen Ende der Arbeit häufig einen hohen Stresspegel mit sich bringt. In der abschließenden Diskussion wurden dann letzte Fragen geklärt und der Studienberater Prof. Dr. Dyker gab den Studenten noch ein paar wichtige Hinweise mit auf den Weg.

Sommersemester 2007

Kolloquim: Wie akquiriere ich das richtige Unternehmen für mich?

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Unter dieser Überschrift stand der Vortrag vom 23.05.07 von Frau Alexandra Schwarz.
Und schon bald sollten die Zuhörer merken: das ist kein Vortrag wie jeder andere!
Denn hier waren die Zuhörer gefragt:

- Was erwarten Sie von einem Unternehmen?
- Wie wichtig sind eigentlich Zahlen-Daten-Fakten?


Frau Schwarz machte klar, dass man sich selbst vor einer Bewerbung fragen muss, wer man ist und was man für Vorstellungen für sein Leben hat. Denn die Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen sollte von der persönlichen Einstellung geleitet werden, zu denen Mut, Angst, anerzogene Normen, Werte uvm. zählen.

Die Zahlen-Daten-Fakten eines Unternehmens spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sei es wichtig im direkten Gespräch mit den Angestellten einer Firma - bei einem Praktikum oder am Tag der offenen Tür - diese von "innen" kennenzulernen, um sich darüber klar zu werden, ob die gwählte Firma mit den persönlichen Interessen übereinstimmt. Denn nur dann sei es möglich Spaß an seiner Arbeit zu haben - eine der Grundlagen für ein erfolgreiches Berufsleben.


Sommersemster 2006

Vortrag: Den Sprung wagen - Naturwissenschaftler in der Unternehmensberatung

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Zum Vortrag von McKinsey & Company konnten wir erfreulicherweise neben Chemikern auch Biochemiker, Biologen, Physiker und Ingeneure begrüßen. Und gleich zu Beginn hielten wir eine Überraschung für dieses große und buntgefächerte Auditorium bereit, denn zusammen mit Christoph Schmitz waren noch die beiden Kollegen Carsten Günter und Ulf Merschmann.

Sowohl Christoph Schmitz als auch Carsten Günter haben selbst einmal in der Organischen Chemie promoviert, Ulf Merschmann legte hingegen durch ein Studium der Wirtschaftswissenschaften die Grundlage für seine Tätigkeit bei McKinsey. Zunächst verschaffte uns Christoph Schmitz einen groben Überblick über das Tätigkeitsfeld von McKinsey sowie über Standorte und Aufstiegsmöglichkeiten. Besondere Bedeutung habe hier das Recht auf Selbstbestimmung, wie sein Kollege Carsten Günter bestätigte, denn neben der freien Wahl des Arbeitsplatzes innerhalb der 8 Büros in Deutschland, dürfe man auch sein Tätigkeitsfeld im Rahmen der ausgeschriebenen Projekte selbst wählen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: man kann sich auf verschiedene Industriezweige wie Automobil- oder Chemieindustrie konzentrieren oder sich völlig von den Naturwissenschaften distanzieren, um sein Interesse Banken und anderen Finanzunternehmen zu widmen.

Ein weiterer Schwerpunkt fiel auf die Kommunikation innerhalb der Firma, wobei "the obligation to dissent", die Verpflichtung zu widersprechen, hervorgehoben wurde. Da man sich anhand dieser Fakten aber noch keinen Arbeitstag vorstellen kann, wurde uns an mehreren Beispielen der Ablauf eines Projektes dargestellt, welcher hauptsächlich durch Entwurf, Planung und Umsetzung gekennzeichnet ist. Diese geschieht, wie mehrmals betont wurde, stets in Zusammenarbeit mit dem Klienten im Rahmen mehrerer Monate und eventuell auch Jahre.

Abschließend wurden wichtige Fragen ausführlich mit den Zuhörern diskutiert z.B. ob man für eine erfolgreiche Bewerbung Grundkenntnisse in BWL oder Auslandserfahrung vorweisen oder sein Studium doch in möglichst kurzer Zeit absolvieren sollte. Dabei wurde auch hier der Vortrag durch direkte Beispiele untermalt.

Vortrag: Karrierechancen für Chemiker

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Im Sommersemester konnten wir Dr. Oliver Borgmeier, Betriebsleiter eines Werkes der Celanese in Oberhausen begrüßen. Zunächst wurden wir ausführlich über die Firma Celanese, die Strukturierung und die Aufgaben des Konzerns informiert. Dabei bot uns Herr Borgmeier stets mit einem verständnisvollen Lächeln die Möglichkeit auf möglicherweise uninteressante Themengebiete zu verzichten. Das Auditorium jedoch lauschte aufmerksam all seinen Ausführungen. Danach erfolgte ein Einblick in die persönliche Karriere des Betriebsleiters, welcher sich einst mit technischer Chemie befasste und schon in verschiedenen Werken in den unterschiedlichsten Bereichen arbeitete. Hierbei hob er hervor, dass es in den seltensten Fällen bei Bewerbungen ausschließlich um Noten oder Fachbereiche gehe, sondern viel mehr die Persönlichkeit der entscheidende Aspekt sei.

Um den Vortrag nicht zu einem Monolog verfallen zu lassen, gab es einerseits die Möglichkeit Zwischenfragen zu stellen und andererseits ein paar nette Anekdoten um die Menge der Fakten etwas aufzulockern. Der Hauptteil des Interesses wurde anschließend auf die eigentliche Tätigkeit als Betriebsleiter gelenkt. Dieser ist demzufolge nicht allein für die Funktion der Anlage verantwortlich und muss diese dementsprechend gut kennen. Er muss des Weiteren auch stets ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter haben, welche hauptsächlich Chemietechniker sind. Hierbei sind Schlips und Anzug sowie hochgestochene Reden fehl am Platze, im Dialog steht das Verständnis und die Kommunikation miteinander im Mittelpunkt.

Morgens beginnt der Tag eines Betriebsleiter mit der Bestandsaufnahme (Lief die Anlage nachts problemlos?). Es folgen ein Rundgang und falls notwendig die Problembewältigung mit Hilfe der Mitarbeiter. Letztendlich, so fasste Dr. Oliver Borgmeier zusammen, ist dies ein Job, bei dem man mit Leib und Seele dabei sein muss. Denn selbst wenn man Freitagabend nach Hause geht, bleibt die Anlange in Betrieb und so gehört es zum täglichen Brot eines Betriebsleiters, auch am Wochenende stets mit den Mitarbeitern vor Ort wenigstens telefonisch in Kontakt zu bleiben.

Als Empfehlung gab er uns mit auf den Weg, nicht ausschließlich auf Leistungen und Fachgebiete fixiert zu sein, obgleich sie eine wichtige Vorraussetzung auf dem Arbeitsmarkt bieten. Denn dieses Elementar- und Fachwissen bietet meistens nur die Grundlage für die Fachbereiche, in welchen man tatsächlich spezialisiert arbeiten wird. Er betonte erneut, dass der Charakter und das Auftreten eines Menschen einen Großteil einer erfolgreichen Bewerbung ausmachen.


 
 
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Letzte Änderung: 17.10.2009 | Bei R�ckfragen wenden Sie sich bitte an jcf@rub.de