Statistiken rund um die Vaterschaft

Die Einführung des neuen Elterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) im Jahr 2007 kann hinsichtlich der Nutzung auf Seiten der Väter als Erfolg gewertet werden. Während für den Geburtenjahrgang 2006 lediglich 3,5% der Väter Erziehungsgeld und somit auch einen Erziehungsurlaub beansprucht haben, stieg ebenjener Anteil nach Einführung der neuen Gesetzgebung bereits auf 15,4%.

Im Verlauf der zurückliegenden 10 Jahre ist die Väterbeteiligung weiter stetig gestiegen. Für den Geburtenjahrgang des 2. Vierteljahres 2015 liegt der Anteil an Vätern, die Elterngeld beansprucht haben, bereits bei 35,7%.

Anteil Erziehungsgeld und Elterngeld beanspruchender Väter für die Geburtenjahrgänge 2006 – 2014 (Angaben in Prozent).

Das zunächst positive Bild der Väterbeteiligung muss allerdings ein wenig revidiert werden, wenn man sich die Väterbeteiligung in Verbindung mit der Bezugsdauer anschaut.

Es ist klar zu erkennen, dass Väter die berufliche Auszeit zugunsten der Familie deutlich kürzer in Anspruch nehmen als Mütter. So gehen Väter nach aktuellem Stand durchschnittlich für 3 Monate in Elternzeit, während Mütter im Durchschnitt 11,6 Monate und somit die nahezu komplette Bezugsdauer, die gesetzlich möglich ist, eine bezahlte berufliche Auszeit wahrnehmen.

Auffallend ist vor allem, dass Väter vorrangig eine Bezugsdauer des Elterngeldes von bis zu 2 Monaten aufweisen. Dennoch muss positiv erwähnt werden, dass immerhin 6,6% der Elterngeld beziehenden Väter für 10 bis 12 Monate eine berufliche Auszeit nehmen.

Bezugsdauer Elterngeld beziehender Mütter und Väter des Geburtenjahrgangs des 2. Vierteljahrgangs 2015.

Diese Beobachtungen legen die Vermutung eines bestimmten Nutzungsmusters nahe. Demnach scheint es so, dass die, auch durch die Politik so deklarierten, zusätzlichen zwei „Vätermonate“ einer deutlichen Beliebtheit auf Seiten des männlichen Geschlechts unterliegen.

Für Väter des ersten anspruchsberechtigten Geburtenjahrgangs des Jahres 2007 ist bereits ein Anteil von 65% zu beobachten, der Elterngeld für genau zwei Monate beansprucht hat. Im Zeitverlauf ist ein deutlicher Anstieg dieses Anteils zu erkennen. Väter des Geburtenjahrgangs 2010 wiesen bereits eine zweimonatige Bezugsquote von 76% auf, die sich schließlich bis hin zum aktuellsten Stand auf 80,2% ausgeweitet hat.

Anteil Elterngeld beanspruchender Väter für den Zeitraum von 2 Monaten für die Geburtenjahrgänge 2007, 2010, 2012, 2014 und des 2. Vierteljahres 2015 (Angaben in Prozent).

Spannend ist schließlich auch ein Blick auf die Väterbeteiligung in den einzelnen Bundesländern. So ist zu erkennen, dass in Nordrhein-Westfalen aktuell vergleichsweise wenige 28,3% der Väter Elterngeld beziehen, womit NRW deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 35,7% liegt. Während das Saarland mit noch geringeren 24,5% das Schlusslicht bildet, ist Sachsen mit sehr guten 46,7% der Spitzenreiter unter den Bundesländern.

Anteil Elterngeld beanspruchender Väter der einzelnen Bundesländer und Gesamtdeutschland für den Geburtenjahrgang des 2. Vierteljahres 2015.