Zur Geschichte der Gleichstellungsbeauftragten an der RUB

Ehrenamtliche Senatsbeauftragte für Frauenfragen, hauptamtliche Frauenbeauftragte, Senatsbeauftragte für Gleichstellung, Gleichstellungs-beauftragte plus Gleichstellungsbüro – das Kind hatte schon viele Namen, aber immer nur ein Ziel: Frauen sollen (auch) an der Universität Männern gleichgestellt sein. Die RUB war 1986 die erste deutsche Hochschule, die ein solches Amt einführte und ein System der dezentralen Gleichstellungsbeauftragten etablierte. Am 23. Februar 2011 feierte sie dieses Jubiläum und die erreichten Erfolge: Der Anteil der Professorinnen stieg von damals bis heute auf 20%, bei Juniorprofessorinnen bereits auf über 40%. Auch der Anteil weiblicher Studierender ist gewachsen. Mentoringprogramme, gendergerechte Berufungsverfahren und viele weitere Maßnahmen haben zu diesen Erfolgen beigetragen. Am Ziel angelangt ist die RUB aber noch nicht, da waren sich alle einig: Das wird erst erreicht sein, wenn Gleichstellung so selbstverständlich ist, dass sie kein Thema mehr ist.

Hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte seit 1986

1986-1991 Dagmar Hiltscher
1991-1993 Dagmar Hiltscher (kommissarisch)
1993-1995 Gudrun Schäfer
1995 Prof' in Dr. Gerda Lazarus (kommissarisch)
1995-1999 Monika Altenbeck
1999-2004 Andrea Kaus
2004-2006 Christine Kenning
2006-2010 Dr. Masha Gerding
2011-2016 Dr. Beate v. Miquel
seit 2017 Friederike Bergstedt


Die erste Frauenbeauftragte der RUB, Dagmar Hiltscher, übte ihr Amt ehrenamtlich aus. Ihre Nachfolgerin Gudrun Schäfer wurde im Rahmen einer halben Stelle freigestellt. Ihr folgte die als kommissarische Frauenbeauftragte tätige
Prof' in Dr. Gerda Lazarus. Monika Altenbeck wurde am 16. November 1995 mit großer Mehrheit vom Senat nach neun Monaten Suche zur Frauenbeauftragten gewählt. Nach Inkrafttreten des Landesgleichstellungsgesetzes am 9. November 1999 wurde Andrea Kaus im November 2000 zur „Senatsbeauftragten für Frauenfragen der RUB“ gewählt. Das Landesgleichstellungsgesetz vom 9.11. 1999 führte den Begriff "Gleichstellungsbeauftragte" ein, der dann auch sukzessive von den Hochschulen übernommen wurde.

Als eine der ersten Hochschulen führte die Ruhr-Universität Bochum ein System dezentraler Frauenbeauftragter ein. Die Größe der Hochschule mit ihren zwanzig Fakultäten sowie die anfangs mehr als unzulängliche Ausstattung der Frauenbeauftragten machten eine Delegation zahlreicher und wichtiger Aufgaben unerlässlich. Insbesondere die Begleitung von Berufungsverfahren und damit die Erhöhung des Frauenanteils unter den Professuren war von Anfang an ein zentrales Anliegen der Vertrauensfrauen. Aber auch die Verbesserung der Situation von Verwaltungsangestellten sowie die Beratung von Studentinnen sind seit langem verfolgte Ziele der dezentralen Gleichstellungsarbeit. Dabei ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Frauen- und späteren Gleichstellungsbeauftragten mit den jeweiligen Dekanaten, der zentralen Gleichstellungsbeauftragten sowie anderen Einrichtungen der Hochschule, so z.B. dem Studienbüro, dem AStA, den Personalräten oder der Schwerbehindertenvertretung ein wichtiges Element der erfolgreichen Gleichstellungsarbeit.