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Prof. Dr. Danja Schünemann

Biographische Rahmendaten:
Danja Schünemann forscht und lehrt seit 2005 an der RUB.
Ihr Fachgebiet ist Molekularbiologie pflanzlicher Organellen. Sie hat zwei Kinder im Alter von sieben und elf Jahren.

Motto: Neugier und Faszination an Forschung und Lehre wecken!

Danja Schuenemann

Interview mit Danja Schünemann

Sie sind Professorin in der Fakultät für Biologie – Worum geht es bei Ihrer Arbeit?

Bei meiner Arbeit geht es darum, die Mechanismen des Proteintransportes zur Thylakoidmembran in Chloroplasten zu erforschen.

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Forschungsfeld?

An meinem Forschungsfeld interessieren mich besonders die molekularen Details, die dazu führen, dass Proteine in eine Membran integriert werden oder über eine Membran hinweg transportiert werden. Also die molekularen Mechanismen, die diese Vorgänge steuern.

Haben Sie bereits während des Studiums eine akademische Karriere geplant?

Nein, das habe ich nicht. Ich habe erst mal studiert und geschaut, wie es läuft. Die Forschung hat mich immer sehr stark fasziniert, aber eine wissenschaftliche Laufbahn hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht vor Augen. Erst während meiner Postdoc-Zeit in den USA, die sehr erfolgreich verlaufen ist, habe ich den richtigen Schub bekommen.

Was war Ihr Plan B? Was hätten Sie gerne beruflich gemacht, wenn Sie nicht Wissenschaftlerin geworden wären?

Das ist eine schwierige Frage. Ich wäre gerne im Bereich des Umweltschutzes tätig geworden und später hätte ich mir auch gut vorstellen können, ins Lehramt zu wechseln.

Sie waren als Postdoc in den USA. Warum haben Sie sich entschieden, Ihre akademische Karriere in Deutschland weiter zu verfolgen?

Ich war am Carnegie-Institut auf dem Campus der Stanford-University. Für eine bestimmte Zeit war das amerikanische System sehr interessant und lehrreich, aber letztlich fühle ich mich in Deutschland eher zuhause.

Sie engagieren Sich besonders für die Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen. Was macht Ihnen dabei besonders Spaß?

Besonders reizvoll finde ich daran, junge Frauen zu motivieren, einen wissenschaftlichen Karriereweg einzuschlagen. Wenn ich den Eindruck habe, dass man es den Nachwuchswissenschaftlerinnen zutrauen kann, dann möchte ich sie gerne in dieser Richtung fördern.

Karriere und Familie/Partnerschaft – wie bringt man das unter einen Hut?

Das lässt sich schwer in ein bis zwei Sätzen zusammenfassen. Wesentlich ist, dass man sich traut, die Kinder auch abzugeben. Es ist überhaupt sehr wichtig, eine sehr gute Kinderbetreuung zu haben, der man vertrauen kann und die eine hohe zeitliche Flexibilität ermöglicht. Und dann ist es sehr von Vorteil einen Partner zu haben, der auch zeitlich und örtlich flexibel ist.

Was tun Sie gerne, wenn Sie nicht arbeiten?

Ich verbringe sehr gerne Zeit mit meiner Familie, spiele Fußball mit meinen Söhnen. Ich mache Sport, laufe und lese auch gerne ein schönes Buch.

Wenn Sie heute Rektorin der RUB wären, was würden Sie als erstes tun?

Ich würde versuchen, Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen in Forschung und Lehre durch die Universität noch stärker zu unterstützen. Die Hierarchien sollten flacher sein und die Abhängigkeiten geringer. Wie positiv sich das auswirken kann, habe ich in den USA erlebt.

Wenn wir zehn Jahre in die Zukunft sehen – was möchten Sie dann erreicht haben?

In zehn Jahren möchte ich ganz genau wissen, wie die für die pflanzliche Photosynthese so wichtigen Lichtsammelkomplexproteine in die Thylakoidmembran gelangen. Außerdem möchte ich die Assemblierung der Photosynthesekomplexe in der Thylakoidmembran besser verstehen.

15.07.2010