(cs) Der bisherige Prorektor für Forschung der Ruhr-Universität, Prof. Dr. Trampisch ist am 5. Oktober von seinem Amt zurückgetreten. Offizielle Begründung für den Rücktritt war die Doppelbelastung durch seinen Lehrstuhl in der Medizin und das Amt im Rektorat. Nur in einem Nebensatz verwies die Pressestelle auf unterschiedliche Vorstellungen von Trampisch und Rektor Prof. Petzina. Dahinter verbergen sich aber offenbar Konflikte innerhalb des Leitungsgremiums der Universität über die künftige Ausrichtung und die Politik der Hochschule. Trampisch sagte der BSZ, es habe sich vor allem um unterschiedliche Vorstellungen darüber gehandelt, wie mit Fragen der Weiterbildung und mit ausgegründeten Unternehmen der Universität im Bereich des Technologietransfers und der Umsetzung von Forschungsergebnissen umgegangen werden soll. Trampisch sieht, offenbar im Gegensatz zum Rektor, die Weiterbildung als integrale Aufgabe der Universität an und nicht als einen Bereich, mit dem sie Geld verdienen kann. Diesen Bereich an eine eigenständige Gesellschaft auszulagern, habe für ihn keine geldlichen, sondern nur technische Gründe gehabt. Ähnliches gilt nach seinen Vorstellungen offenbar auch für sonstige Unternehmensgründungen, an denen die Uni beteiligt ist. Insbesondere die Überlappungsbereiche mit der Uni selbst sollten aktiv gestaltet werden, die Unternehmen sollten nicht sich selbst überlassen werden. Auch hier besteht anscheinend eine Differenz zur Position des Rektors. Nach Trampischs Worten gibt es zur Zeit eine Menge Gestaltungsmöglichkeiten, die genutzt werden könnten.
Der ehemalige Prorektor erklärte, er habe keine Möglichkeit mehr gesehen, seine Vorstellungen dazu im Rektorat durchzusetzen. Hier bestimme der Rektor die Richtlinien der Politik. Deswegen habe er sein Amt niedergelegt. Der Universiätsrektor Prof. Dr. Dietmar Petzina bestritt im Gespräch mit der BSZ jeden Konflikt mit Trampisch. Er seie allein wegen der Überbelastung durch Rektorats- und Lehrstuhlarbeit zurückgetreten. Petzina sucht nun nach einem Nachfolger, der allerdings zunächst nur für die restlichen zweieinhalb Jahre der Amtszeit des jetzigen Rektorats gewählt wird. Kandidaten sind offenbar noch keine in Sicht.
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