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Production
book-07(at)Blues4U.de |
Hi, Leute! Die Sammlung
wird ständig erweitert, es lohnt sich also, öfters mal vorbeizuschauen. Keep
on Grooving! Alle nicht namentlich gekennzeichneten Texte stammen
von mir. Neue Besprechungen seit der letzten Änderung vom 18.06.07:
| Acoustic Blues Duo - Do you like Pig Meat | Duck Baker - „opening the Eyes of Love“ |
| Eric Bibb & Needed Time - Good Stuff | Blues Art - The Art of Blues |
| Bluebyrds - Saw the Light | The Boogaloo Kings - Boogaloo lady (2002) |
| Marc Breitfelder & Ryan Donohue - Take a Butcher’s Knife | Cheap Tequila - „A Thing called Blues“ |
| Christian Dozzler and The Blues Wave - Smile awhile | Steve -Big Man- Clayton - I got to sing these Blues |
| Crazy Chris Kramer & friends, Vol. 2 - Blue Cave |
Crazy Chris Kramer
& friends, Vol. 3 - Guarantee for the Blues – second set
|
| Hubert Dingenskirchen - Keine Fiesematenten | Dr. Mablues and The Detail Horns - Ain´t Wastin´ Time |
| Dr. Valter & the Lawbreakers - Skin Game Blues (Demo) | Albie Donelly’s Big 3 - Live in my Trousers |
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Philipp Fankhauser
Blues Band - Live - So damn‘ cool
|
Filser Bluesband – One for the Money ... |
| Richard Ray Farrell - Street Songs, Jazzy Tunes & Down Home Blues | Friend & Fellow - Home |
| Mark Ford & The Blue Line feat.Robben Ford | Tony Galla – A.S.A.P. |
| Pete Gavin - Live & Guilty | Southern-Rock-Super-Sonder-Extra-Special: 3 x Gov't Mule |
| Scott Henderson - Tore Down House | Jan James - Soul desire |
| The Juke Joint Ramblers - What’s up | Juke & the Blues Joint - Into the Blues, feat. Ron Williams, - Rough & Ready, feat. Andy Just |
| Ulli Kron & the swinging Blues Maniacs - „Full Steam ahead“ | Little Red Toasters & friends - Toasted |
| Malmsheimers Blues Special- Blues Company, The Renovaters, Omar and the Howlers | Buddy Miles - Blues Berries |
| Sand Rubies - Goodbye: Live at Alte Mälzerei | Screamin‘ Cheetah Wheelies - Shakin‘ the Blues „Live“ |
| Kenny Wayne Shepherd - ledbetter heights | Jimmy Thackery & Tab Benoit (Feat. Double Trouble und Charlie Musselwhite) - Whiskey Store |
| V.A. - The Blues News Collection, Vol. 1 | Michael Powers - Onyx Root |
| Pat Travers - P.T. Power Trio | Larry O’Moan -Moan for a Bone |
| Sascha Gutzeit - Unten am Depot | Rory Block - From the Dust |
| Brian Setzer- Rockabilly Riot, Vol. I, A tribute to Sun Records | Richard Ray Farrell - Acoustic Roots |
| Joe Mc Bride - Texas Hold’ em | 30 years Telluride Bluegrass Festival (DVD) |
| Hot 'n' Nasty - Electrified | Dr. Will
- Itching Again |
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Sascha Gutzeit – Entschleuniger
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Tab Benoit – Power of the Pontchartrain
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V.A. - Showbiz Blues (2007) |
coqauvin records
Das war vielleicht
ein Spaß, diese CD auszupacken und welche Überraschung: In Packpapier
mit Aufdruck eingetütet ziehe ich eine CD Hülle aus ... zwei
Preßspanbrettern, liebevoll bedruckt und beschriftet. Das nenne ich
'mal eine originelle Verpackung. Da die CD nicht aus Holz zu sein scheint,
lege ich diese in den Player und werde mit ausgelassenem Ragtime-Blues
begrüßt.
Das Album "Do you like Pig Meat"
ist einem der produktivsten Country Blues Musikern, Blind Boy Fuller, gewidmet
und enthält Kompositionen, die größtenteils entstanden,
als dieser noch lebte (1907 - 1941), darunter Songs von Fred Mc Dowell,
Fulton Allen, Willie Brown und Robert Johnson; desweiteren drei Eigenkompositionen,
die durchaus glaubwürdig ausgefallen sind (super, ich habe das Wort
"authentisch" vermieden).
Spannend ist allein schon die Besetzung
des Duos mit Harald Goldhahn, der interessant singt und Steel-, Dobro-,
Resonator- und diverse Holzkörpergitarren und Mundharmonika im Rack
(also um den Hals befestigt) spielt und Annie Sauerwein, die sich auf diversen
Waschbrettern, Schlagzeug und Kazoo um den Rhythmus kümmert. Bei wenigen
Songs singt sie auch, was allerdings nicht ihre Stärke zu sein scheint.
Desweiteren hat sie die CD produziert.
Für dieses Album hat das Acoustic
Blues Duo einige Gast-Musiker in das Studio eingeladen, die gemeinsamen
Stücke haben dann größtenteils Sessioncharakter, wobei
das Sopran-Saxophon-Solo bei "Jivin' Woman Blues" fast die Funktion der
Fiddle ersetzen kann, wirklich toll gespielt von Ton Derksen.
Problematisch finde ich allerdings
den Versuch, bei zwei Stücken einen "Besen-Bass" (one string bass)
bzw. den Jug auf einem Fender E-Bass zu simulieren. Wenn man alte Jug-Aufnahmen
kennt, dann weiß man, daß es tonal nicht so schrecklich klingen
muß.
Insgesamt ist "Do you like Pig Meat"
eine liebevoll und konsequent gesteltete und eingespielte Widmung an den
alten Country Blues, immerhin über 73 Minuten lang und gerade mit
den Anmerkungen zu den einzelnen Songs ein Muß für jeden Prewar-Blues
Fan. Auch Slide-Gitarren-Fans werden zufrieden sein, ich hoffe jedenfalls,
dieses Duo einmal hier in der Nähe live sehen und hören zu können.
Das Acoustic Blues Duo ist sicherlich eines der glaubwürdigsten Delta-Blues-Duos
in Deutschland.
Acoustic Music Records
Ein Vorteil, wenn
man CDs bespricht, ist, daß man Aufnahmen in die Finger bekommt,
die man niemals spontan aus dem CD-Verkaufsregal genommen hätte und
dann sein blaues Wunder erlebt.
Ein Cover mit einer Zeichnung von
Hieronymus Bosch und ein Foto eines Menschen mit seiner Gitarre auf den
Backcover. Nun, mein aus dem persönlichen Geschmack resultierender
Kauftrieb wäre nicht geweckt worden.
Aber diese CD ist fantastisch, das
ist Fingerpicking der allerhöchsten Stufe!
Duck Baker wurde 1949 als Richard
R. Baker IV. in Washington geboren, spielte als Teeny in Rock- und Bluesbands
und entwickelte, nacdem er nach San Francisco gezogen war, Fingerpicking-Techniken
weiter, die Rags ebenso einschlossen wie Blues, Country, Cajun, Bluegrass
und New Orleans Jazz. 1976 erschien seine erste Platte „There’s something
for everyone in America“ bei Kicking Mule. Dieser Titel - erweitert um
„in the World“ - könnte auch die neue CD präsentieren.
Die Gitarre als tragbares Klavier
zwischen raffinierten Harmonien und süffigen Melodien. Swing, Balladen,
feuriger Jazz-Blues und rhythmisch komplexe Riffes werden von Baker mit
einer bisher noch nicht gehörten leichtigkeit dargeboten. Auch keltische
Gefilde werden beschritten (The dodder bank), die Version von „Round Midnight“
von Monk ist wirklich einzigartig.
Auch diese CD ist gerade ein paar
Tage auf dem Markt (17.2.97) und ist ein Muß für alle Musikfreunde
mit Liebe zum Detail und zur Gitarre, für diejenigen, die auch noch
staunen können. Eine unglaubliche Produktion!
Tab Benoit –
Power of the Pontchartrain (2007)
Letztes Jahr erhielt ein Album von ihm eine verdiente Grammy-Nominierung, vor
ein paar Wochen erhielt er von der Bluesfoundation den Titel „Contemporary Blues
Male Artist of the Year“, nun legt Tab Benoit ein weiteres interessantes Album
nach.
Der Gitarrist und Sänger aus Louisiana greift mit der Band „Louisiana’s Leroux“,
der früheren Backing Band von Clarence Gatemouth Brown, tief in die Rootskiste
und zaubert wunderbare Bluessongs im traditionellen Louisiana-Gewand. In einigen
Songs zelebriert Mr. Benoit meines Erachtens zwar doch zu sehr den
traditionellen Stil, das wird dann schnell nervig. Und leider ist unter den 11
Songs nur eine Eigenkomposition, aber die CD ist in jedem Fall hörenswert.
Wer Rootsmusik der amerikanischen Bauart mag, ist hier bestens bedient. Eine
ordentliche Produktion aus dem Hause „Telarc“.
Good Stuff
Opus 3 CD 19603
Hey, das nenne ich
einmal einen relaxten Anfang einer CD, direkt auch noch das Titelstück,
eine Art Ragtime mit Akkustik-Slide Gitarre, Kontrabass und sehr schönem
Gesang von Herrn Eric Bibb.
Der Sänger und Gitarrist, geboren
1951, Neffe des Modern-Jazz-Quartett Mitgründers, John Lewis, kam
schon in jungen Jahren mit bekannten Musikern der New Yorker Folk- und
Blues-Szene in Kontakt, sein Vater war dort ein bekannter Folksänger.
Mit 20 Jahren begann Bibb, sich mit Straßenmusik in der Pariser Metro
durchzuschlagen, bevor er schließlich nach Schweden zog. Dort lebt
er immer noch, daher sind seine ersten zwei CDs auf dem schwedischen Independent-Label
Opus 3 erschienen. Letztes Jahr veröffentlichte das Label "Good Stuff",
ein Album mit sehr balladesker Folk-Gitarren-Musik. Bei den Stücken,
in denen Bibb auch National-Slide-Gitarre und Banjo-Mandoline einsetzt,
erinnern die Atmosphäre und Instrumentierung an die genialen Alben
der Blues- und Jazz-Sängerin Cassandra Wilson. Überhaupt finden
sich selten in heutigen Folk-Blues-Alben verwendete Instrumente wie Gebläseorgel,Bouzouki,
Mandoline und Akkordeon.
Sehr bluesig sind vor allem Sücke,
die Bibb auf der 12-saitigen pickt, teils mit 6-stimmigen Soul-Gesang (New
World comin' through), in Quintettbesetzung (Nothin' like you used to do)
oder das Cajun-Stück "All my love".
Aber auch einen Mardi-Grass Blues
im Stil eines Dr. John (Happy Home Recipe) oder einen Country-Song (Done
Laid Around) findet man auf der vorliegenden CD. Mr. Bibb hat fast alle
Songs selbst komponiert und ein wunderschönes Album für Freundinnen
und Freunde des spartanisch arrangierten und ruhigen Akkustik-Folk und
-Blues produziert. Ein tolles, abwechslungsreiches Album, das uns neugierig
auf sein neues Album "Me to you" macht, das bald beim Londoner Majorlabel
"Code Blue" erscheint. Hoffentlich läßt sich Eric Bibb nicht
von kommerziellen Sachzwängen drangsalieren.
Mit den besten Empfehlungen!
Telarc CD-83614
Die Frau hat ihre Akustikgitarre wirklich fest im Griff! 9 von 14 Songs sind Eigenkompositionen, Rory Block singt mit einer recht guten Stimme und begleitet sich versiert mit ein bis zwei Gitarren. Sie hat eine sehr gute Picking-Technik, die CD präsentiert eine vielfältige Auswahl aus ihrem Akustikrepertoire. Rory scheint aktive Tierschützerin zu sein, vor allem das Schicksal von Hunden scheint ihr am Herzen zu liegen. Sie widmet diese CD und wohl auch einen Teil der Einnahmen lokalen Tierschutzgruppen.
Bluesy, folky, nicht nur für Akustikgitarrenfans eine interessante Sache.
NiWo Records
Entspannt und locker
startet das Duo "Blues Art" mit "Everyday I have the Blues", eine von sieben
Cover-Versionen auf ihrer CD "The Art of Blues", desweiteren sind acht
Eigenkompositionen auf dem Silberling zu finden, ein beachtliches und untypisches
Verhältnis bei Blues-Produktionen.
Blues Art sind der Sänger und
Pianist Lone Cat Erichson und der Tenor-Saxophonist Michael Gerbracht,
die auf ihrer Cd stilistisch einen Bogen von gefälligem Barjazz über
Ragtime bis zum Boogie Woogie spannen, passend zum Titel der Produktion.
Wenn denn schon 'mal der oft mißbrauchte
Begriff authentisch gewählt werden sollte, dann bei der Beschreibung
des Gesangs von Erichson. Ich möchte nicht wissen, wieviel toxische
Getränke nötig waren und sind, um der Stimme diese Färbung
zu geben.
Auf dem Album findet sich auch eine
selten oder eigentlich noch nie gehörte Version von John Lennon's
"Jealous Guy", die gesamten Aufnahmen haben einen tollen und ausgewogenen
Sound, der Mix trägt offensichtlich die Handschrift von Frank Sievert
aus dem ILS-Studio in Essen.
Die beiden Musiker haben gerade bei
den schnelleren Nummern eine ungewöhnlich eigenwillige Auffassung
von Rhythmik und Groove und sicherlich sind beide keine "Überfieger"
als Solisten, die Kombination der Instrumente und die Arrangements der
Songs mit diversen Unisono-Läufen machen The Art of Blues aber zu
einem interessanten und durchaus empfehlenswerten Querschnitt nicht nur
durch Randbezirke des Piano-Blues. Eine kurzweilige, intelligente und humorvolle
Produktion.
(Blow Till Midnight Records, BTM 003)
Deutschlands meistgebuchtes
Blues-Duo, Chris Kramer und Christoph John haben mit "Saw the Light" ihren
mittlerweile dritten Silberling unter das geneigte Blues-Volk gestreut.
Mit der AC/DC-Nummer "Rock & Roll ain't Noise Pollution" als Ausnahme
sind auf der CD allesamt Eigenkompositionen, fünf davon wurden mit
den Gastmusikern Manfred Schulz am Schlagzeug und Gordon Spennemann am
Bass eingespielt, bei einigen Songs singt Baby Pereira zusätzliche
Backing Vokals.
"Saw the Light" zeigt in beeindruckender
Weise, wie förderlich Unmengen an Auftritten sind: Bluebyrds sind
noch kompakter, noch eingespielter geworden! Eine unglaubliche Bandbreite
des Blues wird facettenreich zelebriert und zeigt die überragenden
Fähigkeiten der beiden Musiker an ihren Instrumenten Gitarre und Mundharmonika.
Minimalistische Instrumentierung und ein Maximum an Druck, recht so: Blow
Till Midnight!
Juke Joint Records, JJR 005
Mundharmonikaspieler aus Deutschland
spielen mit internationalen Kollegen! Das scheint ein Motto dieser Tage
zu sein. Während Chris Kramer sich prominente Kollegen ins Studio
lud, spielt Marc mit Kollegen aus New Orleans, mit denen er bereits lange
Zeit Erfahrung als Straßenmusiker und in Clubs gesammelt hat.
Ryan Donohue stammt aus New Jersey, ist seit seinem 16. Lebensjahr Profimusiker und zog mit 20 Jahren nach New Orleans, um dort sein Geld als Musiker zu verdienen. Ein harter Job, der für eine harte und eher laute als filigrane Stimme gesorgt hat. Er ist ein Musiker mit interessantem Ragtime- und Countrypicking, der Country-Einfluss ist bei vielen Songs sehr prägnant, nicht unbedingt nach meinem Geschmack. Aber was Breitfelder da an Sounds aus seiner Mundharmonika holt, ist hervorragend! Da erschließt sich oft erst beim zweiten Hinhören das Instrument.
Die großen Stärken
der CD sind die verschiedenen Stimmungen, die immer zum jeweiligen Song
passen, vor allem die getragenen Slide-Nummern sind gut gelungen („I’m
in Jail again“), einige Songs fallen durch die authentische Instrumentierung
auf, so kann es auch in einem Club in New Orleans geklungen haben. Wer
mit dem Gesang von Ryan Donohue klar kommt, einen fantastischen Mundharmonikaspieler
hören möchte und sich im Stilbereich Ragtime, Deltaslide und
Countryblues wohlfühlt, dem sei die bis zum Cover und Booklet liebevoll
gestaltete CD wärmstens empfohlen.
Boogaloo lady (2002)
Dies ist die erste
CD der “deutschen” Band Boogalooo Kings, die mit einem höchst interessanten
Lineup antritt: Der souveräne Mundharmonikaspieler Mellow Fellow reaktivierte
den Bluesveteran Big Buddy Blue an der Gitarre, das Rhythmusfundament liefern
der erfahrene Schlagzeuger Colin Jamieson und am Bass Phil Hartmann.
Die Band spielte bereits oft als backing Band von Louisiana Red und Aron Burton und hat dort offensichtlich Erfahrungen im Laidback Spiel gesammelt. Fast ausschließlich Eigenkompositionen (!) bieten eine erfrischend große Bandbreite und Musik der bluesigen Bauart: Shuffles, Akustik-Folk-Songs, Slow ones, texas Style und z.B. eine Bo Diddly Hommage. ;-)
Die CD präsentiert eine gut aufgelegte band, die auch ohne technische Überflieger eine kompakte und souveräne Leistung bieten.
Dance,
Boogaloo lady, dance!
Oil Records
Die Dortmunder Band
„Cheap Tequila“ spielt Blues-Rock, der jede Party zum Schwitzen bringen
kann. Eine Band, die gerade live ihr Potential entfalten kann.
Nun passiert es oft, daß im
Studio dieses Potential nicht in jeder Konsequenz auf den Senkel gepresst
werden kann. So entstehen öfters Timingprobleme, bei denen nach einem
Break der Drummer die ganze Band erst einmal wieder bremsen muß (Sugaree).
Die CD wirkt an einigen Stellen leicht überproduziert, es wirkt, als
ob einige - live wahrscheinlich toll wirkende - Effekte hier zuviel des
Guten waren.
Die sieben Songs sind jedenfalls
fröhlich und mit Spaß an der Sache eingespielt, positiv zu erwähnen
ist der Mundharmonika-Spieler Thomas Bachmann, der v.a. im Zusammenspiel
mit der Gitarre einige schöne Unisono-Läufe spielt.
„A Thing called Blues“ ist eine CD
für Blues-Rock Freunde, die auf die deftige Variante stehen und die
Band auch schon live erlebt haben. Eben schöner Party Blues!
(Wolf Rec. 120.964)
Christian wird wegen seiner Körpergröße „Zwei Meter Blues" genannt, er ist v.a. als tragende Säule der Mojo Blues Band bekannt. (Aus dieser Zeit habe ich noch eine Schallplatte von ihm mit Axel Zwingenberger und Champion Jack Dupree) Er ist ein richtiges Multitalent in Sachen Blues: ausgezeichneter Mundharmonika-Spieler im Stil von Sonny Boy Williamson und Little Walter, sein Piano-Spiel weckt Erinnerungen an den großen Chicago-Blues-Pianisten Otis Spann, als Sänger durchschnittlich gut und am Akkordeon, ja am Akkordeon zeigt er souverän alle positiven Elemente u.a. des Zydecos.
Diese diversen Fähigkeiten zeigen sich auch in seinen Kompositionen und damit auch auf seinem neuesten Album. Die CD „Smile A While" ist ein parforce-Ritt durch die Blues-Geschichte, eine mitreißende Reise von den Sümpfen Louisianas mit ihren Delta-Blues- und Zydeco-Klängen durch Chicago City bis zur swingenden R & B Tradition der Westküste der Staaten.
Die Band „The Blues
Wave" gründete Dozzler 1993, tourte mit ihr durch Gesamt-Europa und
spielte auf den renommiertesten Festivals. Nach den 1994 und 1996 erschienenen
CDs „Take it easy" und „Perfect Day" ist „Smile A While" die dritte Produktion
der Vierer-Besetzung mit Dozzler an tausend Instrumenten, Hannes Kasehs,
Gitarre, Peter Strutzenberger, Bass und Reinhard Dlapa am Schlagzeug.
Die CD ist hervorragend produziert,
präsentiert eine faszinierende Vielfalt (s.o.) und eine der europäischen
Top-Bands.
Für alle Fans, die einmal eine
Bandbreite des Blues souverän auf die Ohren serviert haben wollen:
Bitte schön!
(Stormy Monday Records, MO 80034)
Der mehrfache britische
"Pianoplayer of the Year" Steve Kenneth Clayton stellt mit der vorliegenden
CD nach zwei Band-Alben seine erste Solo-Produktion vor. 13 Songs, ausnahmslos
Eigenkompositionen (!), zeigen die Virtuosität und Kraft von Clayton
und lassen seine Bühnenpräsenz erahnen. Er spielt die bluesige
Variante des Boogie Woogie, wie früher Vince Weber, interessiert sich
eher für die musikalische Tiefe der Songs als die technische Vollkommenheit.
Somit ist er - gesegnet mit einer ausdrucksstarken Stimme - einer der wenigen
neuen "Songster" am Piano mit erfrischendem Humor in den Texten und einer
faszinierenden Musikalität.
Der mittlerweile in Süddeutschland
lebende Musiker hat mit "I got to sing these Blues" eine beeindruckende
und Spaß vermittelnde Produktion vorgelegt. Empfehlenswert und hoffentlich
bald live in unserer Region zu bestaunen.
Sascha Gutzeit - Unten am Depot
Meteor MTR 03-0004 (2005)
Sascha ist mit seinen stimmungsvollen Songs und alltäglich ungekünstelten Texten fast eine Kategorie für sich. Die Songs wurden in einem Triebwagen im Wuppertaler Straßenbahnmuseum aufgenommen und spiegeln die entspannte Atmosphäre wider. Jeder Song ist ein kleines Juwel, mal eine Alltagsgeschichte aus einem abwechslungsreichen Leben, Liebeserklärung oder präzise Momentbeschreibungen. Sascha Gutzeit ist ein Liedermacher mit Rock ‚n’ Roll im Blut, ein überzeugender Lyriker und wer Konzerte von ihm erlebt hat, weiß, dass er auch ein Entertainer ist, der das Publikum rocken kann.
Einer meiner Favoriten ist der Song „Ich bin die Vorgruppe“, diese Gedanken hat jeder Musiker einmal gehabt.
Alles auf der CD ist handwerklich überzeugend gemacht, spaßig, traurig, mitnehmend. Tolle Sache!
Sascha Gutzeit –
Entschleuniger (2007)
Sascha ist in den letzten Monaten wieder einmal höchst produktiv gewesen. Er ist
nun mal einer der kreativen deutschen Songschreiber, seine deutschen Texte
bieten immer wieder neue Entdeckungen, auch wenn man den Song bereits mehrfach
gehört hat.
Nun hat er Aufnahmen von zwei Live-Auftritten veröffentlicht, bei dem er in sehr
intimer Duobesetzung seine Songs neu interpretiert. Gitarre mit Gitarre oder
Klavier, immer entsteht eine unglaublich dichte und spannende Atmosphäre. Hier
reihen sich balladeske Chansons mit skurrilen Alltagsweisheiten an Rock ‚n’
Roll-Songs mit höchst intelligenten Texten und Bosheiten im Country picking
Style. Die derzeitige Unterhaltungsindustrie mit gecasteten Kurzzeitstars (Einer
meiner Favoriten: „Das kriegst Du nicht hin“) bekommt genauso auf die Nase wie
bestimmte alternde Stars. Großartig, auf dem Punkt und sehr lustig.
Die Songs sind allesamt unterhaltsam, abwechslungsreich und lehrreich. Die CD „Entschleuniger“
macht großen Appetit auf Live-Konzerte mit Sascha Gutzeit.
Bravo! Höchst Empfehlenswert.
Blue Cave
BTM Musikverlag (2002)
Bei der zweiten
Auflage von CCK & friends setzt Chris in einer Quartettbesetzung die
musikalische Weltreise fort. Djembe, Conga, Udu und Cajon (Hakim Ludin)
bilden mit Gitarren (selten mit overdubs) und Waldzither (Slidin’ John)
das Rhythmusfundament, für faszinierende Klangeffekte sorgen Günter
Müller an Querflöte, Didgeridoo, Kalimba oder Shakuhachi und
Chris an der brilliant eingesetzten Mundharmonika und bei drei Stücken
beim Gesang.
Es ist dabei völlig egal, ob die Bezeichnung „Worldblues“ korrekt ist oder nicht, das ist eine innovative Meisterleistung, gewagt, oft zwar effekthaschend, aber souverän auf neuen Pfaden wandelnd, den Blick nach vorne, die Ohren am Puls der jeweiligen Song-Thematik.
Zwar ist die Version von „All along the watchtower“ nun nicht eine Offenbarung, aber alle neun (!) weiteren Eigenkompositionen erzeugen jeweils besinnliche Momente, gönnen Ruhe und Melodiebezogenheit oder pure und exotische Rhythmik. Da ist noch eine Menge von dieser Band zu erwarten!
Klasse, weiter so,
Chris!
In akustik, BTM 00009
Und da sind sie wieder beisammen
auf einer CD! Der workaholic Chris Kramer aus Dortmund hat im Laufe seiner
Profikarriere als Mundharmonikaspieler viele hochkarätige und berühmte
Kollegen kennen gelernt und es wieder geschafft, eine Menge zu den Aufnahmen
der neuen CD zu bekommen. Ein paar Namen gefällig? Jack Bruce, Pete
York, Tom Shaka, Bernard Allison, Roger Sutcliffe, Helge Schneider, usw.
Und es geht gleich beim ersten Song zur Sache: „Mastercook“ ist eine feine Funk-Nummer mit passendem Bläsersatz, „Don’t wish I was dead“ eine schöne Rock & Roll Ballade (mit wunderbar schleimiger Orgel von Helge Schneider) und so geht es abwechslungsreich weiter.
Chris hat es wieder geschafft, eine Reihe prominenter Kollegen von seinen musikalischen Ideen zu überzeugen, er beweist wieder einmal seine unglaubliche Vielseitigkeit und Flexibilität. Es gibt nur ganz wenige Abstriche, die dann auch geschmacksbedingt: Zwei Gitarren, davon eine von Bernard Allison PLUS sehr fett gespielter Orgel ist mir doch zu viel, hier wäre weniger mehr gewesen, bei beiden Nummern in dieser Besetzung.
Aber zu den Perlen auf der CD: Roger Sutcliffe zeigt, was für ein begnadeter Gitarrenpicker er ist, ein toller Duo-Song mit Chris ist der Traditional „If it don’t fit don’t force it“.
Fast alles Songs hat Chris Kramer selbst komponiert, allein dafür gebührt im großes Lob und Respekt. Dass dann letztendlich mit all den verschiedenen Künstlern eine in sich schlüssige, abwechslungsreiche CD mit immenser Bandbreite entstand, ist dann die Krönung. Lesenswert ist auch das Booklet mit vielen Anekdoten und spannenden Geschichten über die Entstehung der Aufnahmen.
Funk, Country, Ragtime, Balladen, Bluesrock. Bitte wählen Sie Ihre gewünschte Vorliebe! Meine Favorietn? „Mastercook“, „If it don’t fit don’t force it“, „My Ramblin‘ Soul is restless“ (Mit Violine!) und - weil ich den Sänger, Pianisten und Komponisten schon lange verehre: „Finally falls the Rain“ von und mit Paul Millns. Wunderschön!
(NRW Records 122)
Mit "Keine Fiesematenten"
liegt uns mittlerweile die dritte CD des Essener Blues Barden vor und bildet
quasi einen Überblick über das Schaffen der letzten Jahre. Wir
finden Songs von 1995, produziert zuhause mit dem 4-Spur Rekorder, drei
Songs der letzten CD "Bis die Tage" von 1997 und eine Menge neuer Songs.
Zwei Nummern, "Schenk mir 'n Freund"
und "Alles im Lack" wurden mit kompletter Band eingespielt, v.a. ersterer
hat ganz sicher sogar Hitqualitäten. Gerade bei diesen Songs merkt
man, daß Hubert an seinem Gesangsstil gefeilt hat und dies mit Erfolg!
Die Masse der Songs wurde vom bewährten Duo von Hubert an Gitarre
und Gesang und Jack Daniels an Tasten und Mundharmonika eingespielt und
bietet Blues mit lustigen deutschen Texten und einer Menge Lokalkolorit
("Hier im Ruhrgebiet", "Zwischen Rhein Herne Kanal und Zeche Zollverein").
Wunderschön gelungen ist die
3/4 Takt Ballade "Roter Mond", die CD insgesamt ist eine gelungene Zusammenstellung
von den diversen Stilistiken bei Hubert Dingenskirchen.
Einziges Manko ist der wohl auf einer
nächtlichen und toxisch belasteten Session entstandene und als einziger
englischsprachige Song (Ausnahme noch der hidden track "Always on the Road")
"Do You Believe Me", aber das soll das Gesamturteil nicht schmälern:
Eine klasse Produktion mit deutschem Blues, der oft durch gezieltes Nutzen
von Raum und Zeit zu intensivem Zuhören auffordert. Kaufen, Spaß
haben, Sitzen, Machen, das pudert, Hubert!
(BMG Ariola 74321571332)
Hallo, hallo, es gibt ja nicht gerade Dutzende Blues-Big-Bands in Deutschland und das, was der Doktor mit seinen acht MitmusikerInnen da bietet, wird durchaus dem CD-Titel gerecht: Da wird keine Zeit verschwendet mit Intros, es geht sofort zur Sache. Wilde, überaus perfekt gestaltete Bläsersätze, hervorragende Arrangements und vor allem eine Menge Humor!
Eine Presleysche Version von „Back for Good", die überaus spassige a capella Interpretation von „Kung Fu Fighting" und die geniale Soul-Version von „Highway to Hell - bavarian remix" lassen erahnen, was für ein Feuerwerk die Band wohl bei Live-Konzerten zündet.
Dr. Mablues' Frontmann Gaz setzt seine kraftvolle Stimme immer zum jeweiligen Song passend ein; singend, schreiend, hauchend, schleimend und powernd. Die Band startete vor 12 Jahren im Stuttgarter Großraum und gehört mittlerweile zu einer der bekanntesten Soul- und Blues-Bands Baden-Würtembergs. „Ain't Waistin' Time" ist mittlerweile die vierte CD und bietet eine enorme Bandbreite musikalischer Stilrichtungen. Cool Grooves, Heavy R&B Songs, Balladen und - wie bereits erwähnt - ungewöhnliche A Capellas.
Zum bereits dritten Mal spielen Dr. Mablues auf dem Jazz Festival in Montreux, auch zum New Yorker Bridgeport R&B Festival wurden sie bereits eingeladen - berechtigterweise, denn ich werde diese CD zu meinen diesjährigen Favoriten stellen, so einen Spaß beim Durchhören, was sage ich, Auskosten, habe ich lange nicht mehr gehabt. Tolles Konzept, tolle MusikerInnen, gute Produktion, informative Covergestaltung, Respekt!
Ich lasse es mir
ja nicht nehmen, auch über CDs zu schreiben, die entweder derzeit
nicht auf dem Markt erhältlich oder "for promotional use" sind, wenn
es um hervorragende Aufnahmen geht. Um so etwas handelt es ich bei dieser
CD von Dr. Valter & The Lawbreakers aus Ungarn.
Die Band wurde 1992 gegründet
und fand sich zuallererst aus Liebe zum Plattensammeln zusammen, die Bandmitglieder
haben mittlerweile eine der "größten Plattensammlungen Europas,
wenn nicht der Welt im Bereich „Acoustic Blues" und sog. Prewar Blues.
Auf der vorliegenden
CD, der Vorab-Ankündigung ihres mittlerweile fünften Aufnahme-Sets,
spielen sie vor allem unbekannte oder verschüttet geglaubte Songs
aus den Bereichen Ragtime, African-American Jig Tunes, Skiffle und Folk-Blues;
Songs wie "Walk right in", "Greasy Greens", "Here I Am Oh Lord", aber auch
"Hoochie Coochie Man", "Cotton Eyed Joe" und "After You've Gone". Und dies
alles mit hervorragendem technischen Können und einer gesunden Prise
Humor und Spielfreude. Die Musik wird v.a. ohne den oft abgestandenen Geruch
des Mainstream-Dixies gespielt. Spaß, Back to the Roots, Partystimmung
für Bluesfans, eine wahre Fundgrube.
Allein die Instrumentierung ist eine
wahre Freude für Folk-Blues Fans: Gesang, Kazoo, Waschbrett, Harmonika,
Jaw Harp, Wasserkanne, Tuba, Jug, Dobro, Banjo, und einige Gastmusiker
spielen Geige und Drums. Die Band macht im April eine kurze Tournee durch
NRW, eines der wenigen Konzerte im Ruhrgebiet findet statt am Di., 27.4.99
im Bochumer Mandragora!
Dort solltet ihr alle hin und hoffen,
daß die Band die aktuelle CD im Gepäck mithat! Toll!
Nach und nach legt Rainer Linkenbach von Juke Joint Records alle möglichen Vinyl-Schätzchen von Albie Donelly mit „Supercharge“ oder seinen „Big 3“ neu auf, da waren bereits eine Menge Highlights dabei, wir können auf weitere gespannt sein.
Nun hat uns Linkenbach noch ein
phantastisches nachträgliches Weihnachtsgeschenk produziert: Albie,
der auch von Linkenbach „agenturisiert“ wird, an Gesang und Saxophon, Gregory
Gaymir souverän am Klavier und Wolfgang Diekmann als rhythmisches
Fundament am Bass legen ein abwechslungsreiches Live-Album vor, das auf
Auftritte des Trios neugierig macht. Die Version von „Harlem Nocturne“
ist mein persönlicher Favorit und ein wirklich großer Spaß!
Zwar erfährt man durch das booklet
nicht, wo die Hosen von Albie waren, in denen live gespielt wurde, unter
15 Songs ist nur eine Eigenkomposition, jedoch merkt man, dass das Trio
sehr gut eingespielt ist, eine große stilistische Bandbreite bieten
und die Produktion ist – wie fast alles aus dem Hause Juke Joint Rekords
– wieder einmal klasse produziert.
Tja, jetzt habe ich eine Live-CD einer Schweizer Bluesband vor mir liegen, ein booklet gibt es nicht, dann orientieren wir uns doch einfach mal an den einzelnen Songs:
Ein Bluestrio mit Schlagzeug, Bass und – ich höre und staune – ausschließlich Akustikgitarre! Die Aufnahmequalität ist für eine Live-CD klasse, die Stimme von Fankhauser ist gewöhnungsbedürftig, abetr nach ein bis zwei Songs gewinnt die tiefe Stimme an Qualität und Eindruck. Ab und zu kommen in den tiefen Bassknödeleien Vergleiche zu Dr. Feelgood auf. Ich höre jedenfalls zum ersten Mal von solch einer besetzun, auch die Soli werden auf der Akustikgitarre gespielt und das ganz ordentlich.
Leider sind von 13 Songs nur zwei Eigenkompositionen, die nicht gerade innovative Weiterentwicklungen des traditionellen Blues sind, aber das scheint auch nicht das Anliegen der Band zu sein. De CD enthält noch drei Live-Videos, hiervon sind dann wieder zwei Eigenkompositionen, dich ich allerdings, da ich gerade im Auto sitze, nicht anschauen kann.
Tja ... schon wieder dieses Wort ... das ist traditioneller Standardblues mit Songs von Broonzy, Lightnin‘ Hopkins, Dixon, in interessanter Besetzung sehr ordentlich groovend gespielt und sehr gut dokumentiert, wenn ich allerdings ein paar Infos auf einem Booklet vermisse. Mein Favorit? „Soon as the Weather breaks.“
(Stormy Monday MO 8003)
Auf dem Jazz Fest
in Meppen am 7.8. drückte mir Richard seine neue CD in die Hand, die
den sympathischen Gitarristen, Sänger und Mundharmonikaspieler solo
präsentiert. Der Titel der CD gibt treffend den Inhalt wider - überragendes
Gitarrenpicking und Slidespiel auf einer 30er National Steel Duolian Gitarre
und einer 40er Gibson Akkustik Gitarre, vor allem im Soundbild traditionell
gestalteter Gesang und totally deplugged Mundharmonika-Spiel, souverän
und immer stimmig zum jeweiligen Song-Stil.
Richard, in New York geboren und
mittlerweile in Deutschland lebend, spielte ab 1974 als Straßenmusiker
in Paris, ab 1976 begann er seine Bühnen-Karriere in Amsterdamer Clubs,
er tourte u.a. als Sideman von Frank Frost, Louisiana Red, Mickey Gee und
dem früheren Zappa-Drummer Jimmy Carl Black, mit dem er 1996 die CD
„Cataract Jump" aufnahm. In den letzten Jahren spielte er auch als opener
in den USA von u.a. Joe Cocker, Albert King, Luther Allison, Jeff Healy
und Jack Bruce.
Die von Richard produzierte CD ist
im Sound bei einigen Songs leicht „mumpfig", aber dies passt durchaus zu
den traditionell eingespielten Songs und der vermittelten Stimmung. Bei
fünf der zwanzig (!) Songs wird Richard von Will Linfors am Waschbrett
begleitet, fünf Eigenkompositionen und Lieder von u.a. Tommy Johnson,
Van Morrison, Booker T. White, Blind Boy Fuller und Tom Waits bieten eine
ungewöhnliche und geschmackvolle Reise durch die Welt der „Street
Songs, Jazzy Tunes und Down Home Blues"-Songs.
Absolut empfehlenswert und nicht
nur für eingefleischte Fans und Fetischisten des Akkustik Blues!
So Far Production – SF2001
War es vor einiger
Zeit noch der Kölner Alex Olivari, den ich als einen der besten und
innovativsten deutschen Bluesgitarristen gefeiert habe, so ist es in diesem
Jahr ganz sicher der Gitarrist Jens Filser. Keiner hat in den letzten Monaten
so eine Spielfreude und Experimentierlaune an den Tag gelegt, wie dieser
Tausendsassa. Er spielt seit Längerem schon in Bands wie „Blue Tribe“,
„Harptime“ und „Juke & the Blue Joint“ und hat sich mit dieser – eigenen
– Blueband und der dazugehörigen CD einen lange gehegten Wunsch erfüllt.
Und auf eben dieser feuert die Band
einen Cocktail aus allen modernen Bluesvarianten, der sich gewaschen hat!
Außer einem Song sind alle Songs aus eigener Feder, wechseln von
Shuffles über Jazzy Offbeat-Instrumentals, funky Grooves bis zu druckvollem
und nie klischeehaftem Blues-Rock. Die Band mit Dirk Leibenguth am Schlagzeug
und Herrn Vesper am Bass spielt durchgehend songdienlich und unterstützt
eindrucksvoll die fantasievollen Ausflüge des Gitarristen und Sänger
Jens Filser.
Er war mir schon als einer der besten
deutschen Akustikgitarristen („Harptime“) aufgefallen, jetzt ist er auch
als E-Gitarrist in der obersten Klasse!
One for the Money
... everything for the Show! Das ist großartig und groovt
bei mir regelmäßig aus den Boxen. Jens, Gratulation, eine meiner
Lieblingsplatten, klasse!
http://www.filserbluesband.de/
(Blue Rock'it, Europa: CrossCut CCD 110 61)
Mit 16 Jahren kam
Mark in die Ford Blues Band und erspielte sich schnell den Ruf eines begabten
und
innovativen Meisters der Mundharmonika. Er gründete in den 80ern seine
eigene, die Mark Ford Band, kam 1988 für einige Zeit zurück in
die FBB und nahm 1990 ein hervorragendes Album mit Robben Ford & The
Blue Line auf, dem nun das vorliegende Album folgt.
Uns erwartet innovativer jazzy Blues,
virtuoses Spiel und v.a. allesamt Eigenkompositionen.
Insgesamt spielt die Band relaxter
als auf o.g. CD, die beiden Brüder zeigen wiederum hervorragende Unisono
Läufe und gewohnt fantastische Harp-Soli mit dem Mark Ford eigenen
Sound.
Wer sich an den extrem nasalen Gesang
von Mark gewöhnt hat, hält mit dieser CD ein neues Highlight
in Sachen Modern Blues in der Hand: Soul, Latin Blues, Jazz Blues und überraschende
traditionell angelegte Songs, sogar ein Rock & Roll Song mit klassischen
Kontrabaß-Lines ist zu finden (Breakin' In The Fast Lane). Überhaupt
greift Roscoe Beck überraschend oft zu klassischen Basslinien. Zur
Produktionsqualität braucht nur noch gesagt zu werden, daß am
Pult Garth Webber saß und Patrick Ford Produzent des Albums war.
Eine tolle, abwechslungsreiche Neuerscheinung!
Ruf Records 1011
Dieses Duo dürfte
eine der Entdeckungen und "Überflieger" im Blues- und Jazz-Bereich
sein. Die aus Ostdeutschland stammende Sängerin Constanze Freund und
der französische Akkustik-Gitarrist Thomas Günther touren zur
Zeit als Opener von Luther Allison durch die Lande und mir und vielen anderen
im Publikum stockte fast der Atem, als ich beim alljährlichen Allison-Konzert
im Bochumer Bahnhof Langendreer diese beiden Energiebündel auf der
Bühne erlebte.
Eine wunderschöne und darüberhinaus
variabel kraftvolle Stimme mit dem rauchigen Klang einer Cassandra Wilson
und ein unglaublich virtuoser Gitarrist mit toller background-Stimme, dazu
noch tolle und gut arrangierte Kompositionen und einen Topact wie Luther
Allison als Förderer, was will ein Nachwuchsprojekt noch mehr?
Die CD "Home" entfaltet mit schönen
Jazz-Balladen und bluesigen Groove-Nummern eine wundervolle Atmosphäre,
es verwundert, wie dicht und vollkommen eine Stimme und eine Gitarre einzelne
Songs interpretieren können, auch haben hier Tontechniker Thomas Adapoe
und Produzent Thomas Ruf hervorragend gearbeitet, da nur wenige Effekte
und selten Gesangsoverdubs eingesetzt wurden und so das ganze nicht überproduziert
wurde. Der natürliche Klang und das Potential der einzelnen Protagonisten
steht im Vordergrund, leider ist dies bei anderen Duo-Produktionen, die
bei uns in die Redaktion "flattern" oft nicht der Fall.
Beim Song "I gave it all" glänzt
Gastmusiker Luther Allison als Sänger und Gitarrist, mit einem weiteren
wurde dieser Song live in einer Kirche in Lindewerra aufgenommen.
Meiner Meinung nach ist "Friend &
Fellow" eine wichtige Neuentdeckung des Jahres, diese CD kann ich allen
Freunden virtuoser und spannungsreicher Jazz- und Blues-Musik uneingeschränkt
empfehlen!
(Redox Records Rdx 1042-99)
Es gibt CDs, die
sollten maximal in Auflage erscheinen, die für den engsten Bekanntenkreis
ausreicht! Dies ist definitiv so eine Veröffentlichung. Sind die Gitarrenkünste
von Gavin noch passabel, so ist der Gesang - wie bei der ersten CD - nicht
zu ertragen, die Musik erinnert an eine Session einer schlechten Garagenband,
dementsprechend präsentiert sich der Sound der Aufnahmen von Konzerten
in Berlin und Nürnberg. Nein, danke!
Provogue PRD 7128 2
Ohhhh, da ist Provogue
aber mal wieder ein Schätzchen gelungen! Tony Galla, der mit seiner
Band im Laufe einer langen erfolgreichen Karriere bereits als support für
Led Zeppelin, Clapton, B.B. King und Buddy Guy gespielt hat, legt mit der
CD „A.S.A.P:“ eine Sammlung von 10 Bluessongs vor, dabei 8 Eigenkompositionen
der Band, die großartig grooven und erfolgreich mit vielen Blues-Klischees
arbeiten, egal ob Slow-Blues, diverse Straight-Shuffles oder funky Songs
sind. Überzeugender Gesang, der so klingt, als habe Pete Townsend
gesungen (ehrlich!), ordentlich gespielte Gitarre und ein großartiger
Mark Le Vang an der Keyboards, dazu noch hervorragend soundtechnisch produziert
... was will man mehr? Durchaus
partygeeignet!
Government Mule? „Was ist das?“ Eine Southern-Rock-Band! Oder? Gov’t Mule spielen Blues, Hardrock, Fusion, Funk/Soul, schwere, melancholische Southern-Rock- und leichtere Country-Blues-Rock-Balladen; neben überwiegend eigenen Nummern gibt’s eigenwillig und brillant interpretierte Coverstücke z. B. von Allen Toussaint, Black Sabbath, Cream, Deep Purple, den Eagles, Freddie King, Free, Herbie Hancock, James Brown, Jimmy Hendrix, John Fogerty, Neil Young, Robert Johnson, Steve Marriott, Tower of Power, ZZ Top und Traditionals wie „Catfish Blues“ oder „John the Revelator“. Das geht! Und wie! Gigantisch! Ob heavy oder jazzy: Das groovt und pumpt sondergleichen! Komponist, Sänger und Gitarrist der 1994 zunächst als Spaß-Projekt gegründeten Band ist Warren Haynes – seit der Reunion 1989 Gitarrist der Allmann Brothers neben Dicky Betts. Ob mit oder ohne Bottleneck: Der Mann ist ein Top-Gitarrist, der Hochgeschwindigkeitsallüren nicht nötig hat! Wenn er dann anfängt zu singen, platzt einem jeder einzelne Hosenknopf!
Auf der Doppel-CD von 1999 ist noch der ursprüngliche Bassit Allen Woody – bis zu seinem Tod 2000 auch Bassmann bei den Allmann Brothers – zu hören. Die Trommeln bedient exzellent Mat Abts. Als Gäste traten bei dem Silvester-Konzert 98/99 einige Keyborder und Gitarristen auf. Schon diese CD ist ungemein vielseitig und großartig! Kann man unbedingt haben müssen wollen!
Das Ableben des eng befreundeten Bassisten muß ein schwerer Schock gewesen sein: Er wurde zunächst nicht ersetzt; 2001 und 2002 wurden ihm die beiden Studio-CDs „The Deep End, Vol. 1“ und „Vol. 2“ gewidmet, die nun als CD-Box zusammen erhältlich sind – bereichert durch eine überraschende Zugabe: eine dritte CD „Hidden Treasures“ mit wunderbaren Live-Aufnahmen (unter anderem eine geniale Version von „Jesus Just Left Chicago“). Die Liste der 24 (!) eingeladenen Bassisten liest sich wie das ‚Who’sWho’ der Tieftöner (etwa Jack Bruce, Roger Glover, Jack Casady, John Entwistle, Flea, Rocco Prestia, Chris Wood), und auch die übrigen 19 Gäste sind keine unbekannten Größen (z. B. Greg Allman, Art Neville, Derek Trucks, John Scofield). Abwechslungsreicher und interessanter kann Blues-Rock kaum sein – meint man!
2
x fast 80 Minuten Musik plus 55 Minuten Live-Zugabe! Leute: Kauft dieses
Doppel-, nein: Triple-Pack!
Überboten
wird das Deep-End-Projekt dann doch; und zwar durch die im Frühjahr
2003 realisierte Idee, einige der Gastmusiker (und weitere andere) auf
die Bühne zu bringen. Unter dem Titel „The Deepest End“ fand parallel
zum jährlichen Jazz-Festival in New Orleans ein über 5 ½
Stunden dauerndes Mammut-Ereignis statt: Gov’t Mule spielten mit Bassisten
und anderen Musikern von Buddy Guy, Black Crowes, Metallica, Jefferson
Airplane, Deep Purple, Bela Fleck and the Flecktones, The Meters, James
Brown, Los Lobos, Dirty Dozen Brass Band usw. usf. Einige hörten von
dem Projekt und kamen spontan dazu. Die Musiker kannten sich zum Großteil
nicht persönlich, hatten nie geprobt (außer Backstage oder beim
Soundcheck), geschweige denn zusammen auf der Bühne gestanden, und
haben dennoch ein während des Gigs sich permanent änderndes Set
hingelegt, das einem endgültig die Hose öffnet.
Einige Stücke befinden sich sowohl auf den beiden CDs (je 77 Minuten) als auch auf der beigelegten DVD (3 Stunden und 6 Min.!); andere aber gibt es entweder nur auf den CDs oder nur auf der DVD. Zieht man die genannten Doppelungen ab, bekommt man immerhin noch über 4 ½ Stunden meisterlich gespielten Jazz-Fusion-Soul-Funk-Heavy-Blues-Rock südstaatlicher Machart für vergleichsweise schlappe 23 Euro. Für alle, die auch mal 15-minütige Stücke mit langen Orgel-, Bläser-, und natürlich Baß- und Gitarren-Improvisationen aushalten, gilt zweifellos: Kaufen, hören, gucken, wegfliegen! Wer es kürzer mag, ist mit den Deep-End-Volumina 1 und 2 vielleicht besser bedient.
Unabhängig von der Wahl der zu kaufenden CD muß man aber sagen: Gov’t Mule ist ein absolutes Muß für schubladenfreie Southern-Rock- und Blues-Fans!
Klaus
Kahnert
Mesa/Bluemoon Recordings; 7567-92722-2
Who
the fuck is Jimmy Hendrix?
Jimmy Hendrix, Stevie Ray
Vaughan, Albert King und Albert Collins sind tot – wer aber die Gitarrenarbeit
von Scott Henderson (eigentlich einer der größten Jazzgitarristen
der USA, der u. a. mit Chick Corea, Jean Luc Ponty und Joe Zawinul gespielt
hat) auf der 1997er CD »Tore Down House« gehört hat, weiß,
daß Ihre musikalischen Ideen weiterleben und auf beeindruckende Weise
in einen eigenen, neuen Stil eingebunden werden können! Selten wird
so kraft- und gefühlvoll, zugleich aber so intelligent und technisch
oberperfekt Bluesgitarre gespielt! Die CD ist sicher nichts für Blues-Puristen!
Wer aber auf mitunter etwas abgedrehten Fusion-Blues(rock) steht, und wem
Robben Ford zu clean und nicht rockig genug ist (von der Stimme mal abgesehen!),
wird beim Hören dieser CD unmittelbar vom Hocker fallen! Schon der
Funky-Blues-Opener »Dolemite« (mit fünfköpfigem Bläsersatz
und erstklassiger Orgelarbeit) kann Gitarristen dazu veranlassen, ihr komplettes
Equipment zu verkaufen! Wenn nicht, dann aber spätestens das Titelstück
– ein Slowblues mit interessanten, niemals peinlichen Anleihen aus »Little
Wing« –, das harmonisch, metrisch und solistisch zu den außergewöhnlichsten
und schönsten Bluesnummern gehört, die mir je zu Ohren gekommen
sind! Auch die Begleitband ist absolute Championsleague – ebenso wie der
Harmonica-Spieler Pat O’Brien und die Gesangsbesetzung: Thelma Houston
und Masta Edwards singen sämtliche Hosen auf! Der größte
Teil der CD ist mit einer klassischen Bluesrock-Trio-Besetzung eingespielt
worden (Bass: Dave Carpenter, Drums: Kirk Corvington), und bis auf die
Intronummer
ist alles improvisiert und z. T.
sogar live eingespielt. Die Texte sind angenehm unkitschig, ironisch und
mitunter sogar bitterböse; besonders dann, wenn sich das Gesangsduo
in dem Stück »I Hate You« (das musikalisch als schmierige
60er-Jahre-Rhythm&Blues-Liebesballade daherkommt) aufs übelste
vulgär beschimpft (wirkungslose Implantate, unrasierte Beine, vorgetäuschte
Orgasmen, Alkoholismus und Impotenz sind noch die harmlosen Vorwürfe
– lustig!). »Tore Down House« ist ein absolutes MUSS für
Gitarristen und Fans des high sophisticated Bluesrock! Wer mehr über
Scott Henderson erfahren will, sollte sich die Internet-Sitehttp://www.scotthenderson.net/
anschauen. Es gibt noch eine weitere Blues CD von Henderson, "Dog Party"
von 1994.
Klaus Kahnert
HN 1005
Da lege ich den Silberling ein und denke: “Die Mundharmonika ist doch unverkennbar von einem guten Kollegen eingespielt, oder?” Und ich hatte Recht, denn die Band Hot ‚n’ Nasty um den versierten Gitarrist Malte Triebsch hat eine illustre Liste an Gastmusikern ins Studio gebeten, darunter eben auch Chris Kramer, der gewohnt souverän die Bluesharp spielt. Des Weiteren spielen und singen als Gäste Jane Palmer (Komm mit Mann!s), Keyboarder Tobias Cosler und Andreas Schmidt-Martelle (Ex Jule Neigel Band), der auch für den Mix der Songs verantwortlich ist.
Die CD enthält sieben Studio- und fünf Live-Aufnahmen aus den Bereichen Bluesrock, Rock und Rock’n’Roll, davon allein zehn Eigenkompositionen.
Insgesamt zeigt die CD eine gut aufeinander eingespielte Band mit sehr guter Bluesgitarre, auch im Slidebereich. Die Songauswahl zeigt eine interessante Stilbreite und ist höchst abwechslungsreich. Auch der Gesang von Patrick Pfau passt gut zu den jeweiligen Songs, ist bei den Live-Aufnahmen zwar etwas zu weit im Vordergrund, aber gerade die Live-Aufnahmen zeigen, dass die Band erfahren ist und einiges drauf hat. Die Covergestaltung ist Geschmackssache, aber die CD ist sicherlich höchst empfehlenswert für Fans der rockigen Bluesrichtung. Respekt!
Provogue 329 70 992
Über das Internet
entstand der erste Kontakt zur Komponistin und Sängerin Jan James,
eine der bekannteren Soul- und Blues-Stimmen aus Chicago.
Das Provogue-Label in Holland sendete
daraufhin umgehend die aktuelle CD "Soul Desire", mittlerweile die dritte
Veröffentlichung von Jan James.
Bereits 1995 fiel Jan James mit einer
achtköpfigen
Band auf einigen Festivals in Deutschland und Holland positiv auf, 1996
erschien ihr Album "Color of the Rose".
Die CD "Soul Desire" startet direkt
mit einem abwechslungsreichen R&B-Groove und offenbart eine einmalig
durchsetzungsfähige Stimme mit eigenem Charakter und - glücklicherweise
- dazu eine hervorragende Band. Auffallend neben dem Gesang ist der "Keith-Richardesk"
spielende Gitarrist Craig Calvert, der Co-Komponist von Jan James bei allen
Songs auf der CD. Viele Hooklines und Sounds erinnern tatsächlich
an modernere Stones-Arrangements, durchaus positiv. Die Presse überschlägt
sich mit Komplimenten über diese eigenständige und variable Stimme,
teilweise mit direkten Vergleichen mit Janis Joplin, allerdings kann ich
dem nicht zustimmen, auch das Begleit-Info schwärmt, Jan James Stimme
sei die Symbiose der Kraft Janis Joplins und der Sensitivität Billie
Holidays. Dies ist meiner Meinung nach ein irreführender Fehler, denn
ihr Gesang ist durchaus eigenständig und kraftvoll, dazu braucht man
nicht diese Schubladen-Parolen.
Die gesamte CD ist hervorragend abgemischt
und produziert (nur der Song "Always knocking" wird recht brutal und abrupt
ausgeblendet), die Songs sind abwechslungsreich in der Spannbreite von
Soul-Balladen bis zum R&B. Ab Ende Juni wird Jan James mit ihrer sechsköpfigen
Band in Deutschland auf Tournee sein, unsere Empfehlung, hingehen, CD kaufen,
Spaß haben, Schüss.
Die Ramblers aus Tübingen bieten neben einer Gitarristin gleich zwei Mundharmonika-Spieler und legen mit “What’s up” wohl ihre erste CD vor. Hören wir doch direkt einmal hinein:
Die Rhythmusgruppe arbeitet ordentlich, die Solisten sind ebenfalls ordentlich bei der Sache, hier sticht die Gitarristin Martina Rockstroh positiv hervor. Die CD ist jedoch nicht gerade ein Innovations-Album, keine Eigenkomposition, leider wird in jedem Stück mehr oder weniger reproduziert, gerade die Chance, mit zwei Mundharmonikas zu spielen, wird nicht genutzt.
Einige Stücke plätschern hier vor sich hin, man fühlt geradezu die die Protagonisten hemmende Studioatmosphäre. Live geht die Band sicherlich besser ab. Die Fähigkeiten sind vorhanden.
Mix und Sound der
CD sind gut, gut in Szene gesetzt ist die uptempo Nummer „Mean old Frisco“.
Die JJR sollte man sich in jedenfalls einmal live betrachten.
Into the Blues, feat. Ron Williams
BJM 9701 - 02 2
Rough & Ready, feat. Andy Just
BJM 9701 - 01 2
Wenn es eine rege
Blues Band in Deutschland gibt, dann ist dies Juke & the Blues Joint,
eine Band aus der Bonner Gegend.
Nach der Debutproduktion "Blue Moods",
sehr der Robben Ford'schen "Tradition" verbunden, legt die Band um Sänger
und Harp-Spielr Ralf Grottian direkt zwei CDs mit interessanten Gastmusikern
nach:
Mit "Into the Blues" hat die Band
eine wirkliche Überraschung geliefert. Der TV-Entertainer Ron Williams,
sicherlich vielen noch positiv als Moderator und Sänger in der Harlem
Story in Erinnerung, singt mit einer faszinierenden Intensität und
Ausdrucksstärke. So wollen wir es hören! Leider fällt die
Band durch ihre offensichtliche Routine hinter dem Sänger zurück,
sodaß ich desöfteren bei einigen Stücken aufspringen wollte,
um v.a. den Gitarristen wachzurütteln. Ein wenig mehr Dynamik im Spiel
und hörbarer Spaß hätte nicht geschadet. Dennoch eine feine,
marktgerechte Produktion, die sicherlich viele Nichtblueser ansprechen
wird.
Ganz anders dann die CD "Rough &
Ready", das ist Titel und Programm, die Band groovt mit dem Sänger
und Harp-Spieler Andy Just, den sie bereits bei zwei Tourneen begleitet
hat. Hier ist die Band flexibler, vitaler, die Rhythmusgruppe ist wach,
tolle Soli sind zu hören, eine rauhe und gut produzierte CD, die vor
kraftvollem und lebendigem Blues nur so strotzt.
Juke & the Blue Joint sind sicherlich
eine der versiertesten Backing Bands in Deutschland!
Blues Bear Records
Der Titel und vor
allem der Bandname lassen Mainstream-Blues-Swing für das oft zitierte
„Zahnarztpublikum“ erwarten, doch die Songs auf der CD sind weit flexibler
und wandlungsreicher als befürchtet.
Die CD wurde zum 10. Bühnenjubiläum
von Ulli Kron veröffentlicht und präsentiert die große
Wandlungsfähigleit des Wuppertalers, der Piano und Hammondorgel spielt,
viele Songs auf der CD komponiert und die ganze Sache auch produziert hat.
Die technische Versiertheit von Ulli ´zeigt sich in den Boogies („White
Wine Boogie“, „The Captain’s Boogie Woogie“). Desweiteren hören wir
traditionellen Barjazz („Song for Manuela“), den fast dixieländisch
anmutenden Titelsong und den schön laidback gespielten, vom Saxophonisten
Thomas Schneller komponierten, Swing „Cryin’ for the one I love“. In diesem
Song hat der Kontrabassist Stefan Engels ein Super-Intro. Schneller ist
auch als guter Sänger zu erwähnen, vor allem in „I wanna know“
von Ray Charles.
Zwar rutschen in einigen Songs die
Grooves etwas auseinander (Titelsong und „Jumping with Symphony Sid“),
aber die Stärke der CD sind Ulli’s Boogie-Fähigkeiten und das
fast ausnahmslos souverän groovende Rhythmusteam mit Schlagzeuger
Rüdiger Mayer und dem bereits erwähnten Bassisten Engels.
„Full Steam ahead“ ist mittlerweile
die siebte CD von Ulli Kron und präsentiert good fun music mit großer
Bandbreite.
Rockwerk Records – 1733
Lange haben wir
darauf gewartet, nun ist die erste CD der Toasters am Start. Und neben
den Protagonisten Martin Schroer an Gitarre und Gesang, Marco Niemann am
Schlagzeug und Marc Pauluhn am Bass toben noch weitere Musiker auf dieser
CD den Blues in vielen Facetten: Bigfoot Snoop mundharmonikat bei zwei
Songs, Groove McPearth pianolat bei vier Songs, Michael Sakowski hammondiert
bei einem Stück (und dies hervorragend!) und die Bläsersektion
unterstützt die Produktion bei drei Songs.
Sound und Abmix der CD sind o.k.,
die Band spielt ordentlich und druckvoll und die Stilvielfalt der insgesamt
14 (!) Stücke, von denen fünf eigen komponiert sind, ist frisch
und überraschend, taucht doch des öfteren auch der New Orleans
Style im Konzept auf.
Insgesamt eine wichtige Bereicherung
für die Blues-Szene, ich kann die Band übrigens auch live empfehlen,
da wird schon ein feines Feuerwerk abgefackelt. Weiter so!
Blues Company, The Renovaters, Omar and the Howlers
Hartmannbund jubiliert!
Endlich wieder neue Musik für Parkhaus, Fahrstuhl und Wartezimmer.
Platten von Blues
Company, The Renovaters und, Gott sei's gepfiffen, ganz anders, weil so
wie immer, Omar and the Howlers.
Der mit Abstand beste Wartezimmerblues,
der sich sicher auch im Fahrstuhl recht gut macht, kommt dies- und nicht
zum ersten Mal von der Blues Company. Die Platte trägt den wunderbaren
Titel: "Invitation to the Blues" ist aber genau das nicht. Doch das schlimmste
sind diesmal nicht die emotionslos runtergedudelten Bluessongs, in Arrangement
und Ausführung so prickelnd, wie eine Flasche Bier vom Vorabend, oder
die flachnasigen Deutsch-englisch-Texte, die jeden native speaker in die
Rezeptionsverweigerung trieben, hier überhaupt zwischen Inhalt und
Form zu unterscheiden, scheint unmöglich, nein, das mit Abstand Scheußlichste
sind die jedem Stück gewidmeten und zweisprachig! (dtsch-engl.dtsch!)
im Booklet angenieteten Kommentare zu Entstehung, Erarbeiten, emotionalem,
psychischem und physischem Background. Da wird so ziemlich jedes Klischee
bemüht, was dieser Musik seit ihrer Entstehung hinterherhumpelt, von:
die Süße ist weg, bis: der Kühlschrank ist leer, und das
alles auch noch in diesem Scheiß-hartes-Musikerleben-aber-ich-muß-darüber-einfach-singen-macht-ja-sonst-keiner-Tenor.
Zudem kann ich es
nicht leiden, in Booklettexten persönlich angesprochen zu werden,
widerwärtiger ist es mir allerdings, dann auch noch geduzt zu werden.
Da ist das Werk der Renovaters mit
dem Titel "Rhythm & Blueprints", musikalisch ähnlich anspruchsfrei
und innovationslos, wenigstens in sofern etwas anderes, als daß es
dieser amerikanischen Kapelle gelungen ist, etliche Händler und Industrieunternehmen,
dazu zu bewegen, sich an den Kosten der Platte zu beteiligen. Ich will
gerne glauben, daß sich so etwas im Mutterland des Blues schlecht
verkauft.
Nun schreit uns auf jeder Bookletseite
etwas, wie das Folgende an: "Brauchen die Renovaters mal einen hydraulischen
Radlader (was im Bluesmusicbusinnes an der Tagesordnung ist) dann nehmen
sie gerne einen von "Bernies hydraulischen Radladern", einem der erstaunlichsten
hydraulischen Radladerhändler im ganzes Staat New York."
Wer mich jetzt fragt,
warum ich mich so über Äußerlichkeiten auslasse, dem sei
gesagt: aus Mangel an Innerlichkeiten!
Einzig Omar and the Howlers und ihre
Platte "The screaming cat" ist in dieser Dreierlieferung bemerkenswert.
Omar and the Howlers gehören sicher nicht zu den Kräften, die
den Blues renovieren oder neue, avantgardistische Ansätze in's Spiel
bringen werden, aber sie tun etwas, was man sich von einigen anderen Bands
wünschen würde, sie bedienen sich nicht der Musik, sie spielen
sie. So soll's sein.
Jochen Malmsheimer
Joe Mc Bride
Texas Hold’ em
Heads up CD 3103
Große Besetzung, Sänger und Pianist Mc Bride ist ok, war allerdings schon weit,
weit besser, Rhythmusarbeit ist ok, Kompositionen sind ok. Die CD jedenfalls ist
fantastisch geeignet als Fahrstuhlbegleitung, weil gelangweilt interpretiert und
glatt und dadurch tot produziert. Sorry, but that’sall…
www.headsup.com
RUF Records 1073 (4/2002)
Und wieder eine faszinierende Produktion aus dem Hause RUF-Records aus Lindewerra. Bereits im Jahr 2000 wurde „Blues Berries“ in Austin, Texas, aufgenommen mit Musikern, die u.a. mit Johnny Winter und Stevie Ray Vaughn spielten, vor allem mit Rocky Athas an der Gitarre, dessen Fingertapping Brian May für ein Queen-Solo inspirierte, weit bevor Eddie van Halen dadurch bekannt wurde.
Noch ein paar credits? Gut. Was war sicher die erste schwarze Rockband? Na? Jimi Hendrix’ „Band of Gypsys“!Am Schlagzeug saß damals, 1970, Buddy Miles, der davor bereits bei Otis Redding, Muddy Waters und Wilson Pickett die Stöcke schwang.
Seine Stimme ist unverkennbar, nach längerem Grübeln und einer kurzen Internet-Recherche war das Geheimnis gelüftet, woher ich die Stimme so gut kannte: Er sang viele Jahre bei Carlos Santana.
Das Album ist ein Fest für jeden Blues-Fan. Bis auf das Notwendigste entschlackte Blues Perlen, ein Renner nach dem nächsten. Sicherlich eines der highlights des Jahres! Laufen, Kaufen!
Resofonia LO 1304 (2004)
Es ist schon einiges her, dass Olaf Laarmann mit seiner tiefen Stimme und überragenden Pick- und Slidefähigkeiten die Bluessession u. a. in Bochum regelmäßig bereicherte. Mittlerweile ist Olaf als Larry O’Moan nach Hamburg gezogen und tourt von dort aus erfolgreich durch dieses unsere Land und darüber hinaus. 14 fantastische Eigenkompositionen und u. a. ein Irish Traditional zeigen die faszinierende Bandbreite und die unendlichen Möglichkeiten, die ein so versierter Gitarrist und eindrucksvoller Sänger mit seinem Instrument, einer National Reso-Phonic dem erstaunten Zuhörer bieten kann. Die CD ist zudem in überaus gutem Sound produziert.
Sollte Larry O’Moan bei Ihnen in der Nähe auftreten, was sehr wahrscheinlich ist, lassen Sie sich dies bloß nicht entgehen! Larry, Respekt und Gruß!
Baryon Records, BYN002 (2005)
Cooool, was Michael Powers (aka Michael Murchison) da präsentiert. Absolut gut gespielte Akustik- und E-Gitarren, ein rauer aber angenehmer und druckvoller Gesang und eine vor Innovation sprühende Stilistik bietet die Band auf Onyx Root. Der opener „Sucessfull Son“ ist ein rollend gepickter klassischer Offbeat-Blues, es folgt eine interessant traditionelle Version von Dixon’s „Can’t quit you baby“ und neben jeweils einem Song von u. a. Howling Wolf, Muddy Waters, ja sogar von Leonard Cohen, sechs sehr interessante und fantastische Eigenkompositionen, darunter die Bossa Nova-Nummer „Night in Madrid“, für alle Fans von guter Akustikgitarrenmusik ein tolles Hörerlebnis. „All over Town“ ist eine solide Countryblues-Pickingnummer und „Shimmy up“ ein funky Grooveknüller.
Abwechslungsreich, spannend, innovative und nicht nur für Gitarrenfreaks geeignet, da „Onyx Root“ auch eine starke Bandleistung präsentiert. Klasse CD!
... Goodbye: Live at Alte Mälzerei
Blue Rose CD0288 (InAkustik), (Doppel-CD)
Die Band „Sand Rubies“ aus Tucson/Arizona
dokumentiert mit diesem Doppelalbum das Ende der Tour von 1999, diese sollte
auch die letzte dieser Art gewesen sein. Wirklich schade um die Band um
die Komponisten Rich Hopkins und David Slutes, die 18 der 20 Songs komponierten,
Songs in der Tradition des der guten, alten Gitarren-Folk-Rock-Bands um
Little Steven, Nel Young oder Nils Lofgren.
Viel Präsenz, das gespür
für eingängige Melodien und Gitarren-Riffs und viel Spielfreude.
Zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug
und ein Konzept ohne stilistisch einengendes Schubladendenken.
Der Gesang ist m.E. zu sehr vorne
im Mix, die verzerrten Gitarren nerven doch irgendwann, aber das war schon
immer mein ureigenes Problem. Die Songs sind gut, das Konzert in Regensburg
zeigt eine selbstbewusste und engagierte Band mit langer Bühnenerfahrung
und die CD lege ich nicht nur Fand des Genres an das freudig wummernde
Herz.
Shakin‘ the Blues „Live“
Dark Reign 0007-2 (TAXIM Records)
Uiiiih! Da geht es aber
ab! Hallohallo! Böse Gitarrensounds, über die Hälfte Eigenkompositionen
im Geiste des harten Blues-Rock, wie von Taxim-Records gewohnt und eine
Menge Spaß bei dieser Dokumentation von Konzerten in Nashville.
Und dann auch noch ganz ungewöhnliche
Coverversionen von Songs von Joe Cocker (High Time we went), Dr. John (Right
Place, Wrong Time) und Dixon’s „Little red Rooster“. Die schreienden „Cheetah
Wheelies“ lassen es souverän und spannend krachen. Drei Gitarren –
wohl überlegt, teils auch als Slide – eingesetzt, Bass und Schlagzeug
fackeln da ein großes Konzert ab, ohne Respekt vor irgendwelchen
Blues-Schubladen. Da treffen Hard-Rock- auf Crossover-Elemente und Blueslicks,
das Stück von Dr. John startet wie ein altes Led-Zeppelin-Stück,
wird mit Grooves RedHotChilliePepperscher Prägung gewürzt und
explodiert in zweistimmigen Gitarren-Soli. Klasse.
Sollte diese Band mal hier in der
Gegend sein: Lasst euch den Spaß nicht entgehen! Das ist ein Super-Dingen!
Trotz der Mankos der Live-Abmischung: Kaufen oder Schenken lassen!
Giant Rec. 9 24621-2
Er wird zur Zeit
hochgehandelt als der Nachwuchgitarrist des Blues in den Staaten. Der gerade
18-jährige Gitarrist Kenny Wayne Shepherd präsentiert auf seinem
Album „ledbetter heights“ in größtenteils Eigenkompositionen
abwechslungsreiche Variationen über das Thema Texas-Blues im Stil
von Stevie Ray Vaughn („Born with a broken heart“, „Shame, shame, shame“,
v.a. „I’m leaving you“).
Das Gitarrenspiel und der Sound von
Kenny ist sehr an seinem Vorbild Stevie orientiert, er dankt im übrigen
auf dem booklet dafür, daß dieser ihn bei der Auswahl des Gitarren-Equipments
inspiriert hat, was offen(hör?)sichtlich ist. Sogar ein Vorbild von
Stevie Ray Vaughn, Jimmie Hendrix, wird als Grundlage für Sound und
Stil gewählt („While we cry“). Kenny unterläuft allerdings nicht
der Fehler, wie vielen anderen Musikern, zum Plagiat des Vorbildes zu werden,
sondern er zeigt durchaus eigene Stilansätze.
Herausragend neben Kenny’s Gitarrenspiel
ist der Gesang von Corey Sterling, der facettenreich und souverän
durch die vielen Stilrichtungen des Blues führt. Die aus Studiomusikern
zusammengestellte Band mit Joe Nadeau (g), Will Ainsworth (b), Jimmy Wallace
(p,o) und Kevin Smith (d) legt bei jedem Song ein unglaublich groovendes
und kompaktes Fundament, übrigens auch bei dem live aufgenommenem
„While we cry“.
Eine gute und abwechslungsreiche
Produktion, mit der ein junger Gitarrist in den Bluestraditionen wühlt
und seinem Vorbild Tribut zollt. Von diesem Gitarristen ist noch recht
viel zu erwarten, vor allem wenn er diese Band zusammenhält.
30 years Telluride Bluegrass Festival (DVD)
Rounder 11661
3243-9
Ein legendäres Bluegrassfestival, das in den San Juan Bergen in Colorado (was
für eine tolle Gegend!) stattfindet, feierte 2003 das 30. Jubiläum. Zwei Jahre
später folgt die Dokumentation auf DVD. Diese dokumentiert Proben und
backstage-Ereignisse, enthält eine Meine Interviews mit Veranstaltern und
Musikern, Sessions im Laufe des mehrtägigen Festivals vor, auf und hinter der
Bühne und natürlich eine Menge Konzertmitschnitte.
Und das Line-up kann sich wirklich sehen lassen: Sam Bush, Bela Fleck, Jerry
Douglas, Kasey Chambers, Yonder Mountain String Band, Emmylou Harris, Tim
O’Brian, … und unglaublich viele Kombinationen der Gruppen und Künstler
untereinander – inkl. Megasessions.
Die DVD ist gut produziert in Bild und Ton (5.1. DTS), hat aber weder
Mehrsprachigkeit noch Untertitel im Angebot. Nun bin ich nicht gerade ein Fan
von countryesker Bluegrass Musik, doch ich muss zugeben: Diese Musiker sprühen
vor Enthusiasmus, Improvisationsdrang, Können und guter Musik, die eine Menge
verschiedener Einflüsse integriert und aufbereitet. Macht wirklich mächtig Spaß,
das Dingen!
Whiskey Store
TELARC Blues CD-83559
Jimmy Thackery ist mit seinen Nighthawks
und als Solo-Gitarrist längst als großer Bluesrocker bekannt
und trifft auf „Whiskey Store“ auf einen der jüngeren guten Repräsentanten
der „old school“, Tab Benoit.
Stevie Ray Vaughn und Double
Trouble waren einst opener für Thackery und die Nighthawks und nun
schließt sich nach vielen Jahren der Kreis auf der runden CD.
Wer letztendlich mal wieder bei fast
jeder Nummer treibt und Dynamik mit Beschleunigung verwechselt, so dass
der Sänger kaum mitkommt, das ist echt egal: Hier geht es um Blues,
Bluesrock und den Spaß am gesamten Genre, einschließlich eigenwilliger
Bearbeitungen einzelner Dylan-, Young- und Stones-Songs. Da macht das Lauschen
Spaß, wenn zwei große Gitarristen mit einer berühmten
Rhythmus-Combo Musik zelebrieren.
Herauszuheben ist noch das genial
banddienliche Spiel von Keyboarder Reese Wynans, meine Lieblingsnummer
der CD, „Freddy’s Combo“ (gewidmet Freddie King) und das Bedauern, dass
ich gerne noch mehr als 52 Minuten Aufnahme der Band auf CD gehört
hätte. ;-)
Provogue, BB 20462 (2005)
Hurrah, die 70er sind wieder da! Während die Kiddies wieder in Schlaghosen unterwegs sind, lässt Pat Travers die alten Zeiten aufleben, als u. a. Rocktrios wie ZZ Top und Cream den Blues und mit psychedelischen Rockexperimenten energisch und innovativ rockten.
Für diesen musikalischen Genuss hat der Frontmann und Sänger zudem erfahrene Begleiter gefunden. Den versierten und druckvollen Bassisten Gunter Nezhoda, der vor kurzem noch mit Michael Schenker rockte, und Schlagzeuger Ansley Dunbar, der früher bereits mit Jeff Beck, Whitesnake spielte. Travers ist ein ganz ordentlicher Sänger und ein solider und facettenreicher Gitarrist, auch an der Slidegitarre. Das Trio ist sehr gut aufeinander eingespielt, was will der Rockfan mehr?
Es ist eine wunderbare Zeitreise, die Pat Travers uns da bietet, Songs wie „White Room“, „Free Man“ oder „Nasty Dogs and Funky Songs“ werden zwar nicht neu erfunden, aber es macht Spaß, diese in neuem druckvollen gewand interpretiert zu hören.
Für alle Fans des Hard- oder Bluesrocks eine wichtige Empfehlung.
Stumble ST 10/ET 16
The Blues News Collection
- unter diesem Motto ist in liebevoller Arbeit und Recherche der erste
deutsche Bluessampler entstanden. Thomas Ritter von Stumble Records und
Dirk Föhrs von Blues News trafen sich vor wenigen Monaten und erstellten
das Konzept: Es galt, deutsche Blues Bands zu präsentieren, "die in
Eigenregie bereits Veröffentlichungen vorweisen konnten und auf einem
hohen Niveau spielen". Nach dem Durchhören eines stattlichen CD-Stapels
standen die Bands fest und das Ergebnis ist eine vergnügliche und
gelungene Zusammenstellung, die eine immense Bandbreite an Stilrichtungen
im eher traditionellen Bluesbereich präsentiert.
Das Konzept ist aufgegangen, die
CD bietet West Coast Jump Blues, modernen Chicago Blues, Zydeco, Boogie
Woogie, Texas Blues, etc. und führt den Hörer intelligent durch
die verschiedenen Stilistiken. Alle Bands hier vorzustellen scheitert am
allgegenwärtigen Platzmangel, daher hier unsere Favoriten: "Walking
Blues Prophets", "Blues & Boogie Factory", "Saure Gummern" und die
"Zydeco Playboys". Aber auch alle anderen der insgesamt 19 (!) Songs bieten
Kurzweil und Spaß am Hören.
Es ist toll, daß sich die beiden
o.g. Bluesfans zusammengetan haben und ein längst überfälliges
Kleinod der deutschen Blues-Szene zusammengestellt und produziert haben.
"I know you can
do it, so let's get to it!" (Slim Harpo)
Diverse -
Showbiz Blues (2007)
Endlich gibt es wieder einen bundesweiten Bluessampler, der ausschließlich die
reiche Szene deutscher Bluesbands präsentiert! Das Hamburger Label „Echo Beach“
und das unschlagbare Magazin „Blues News“ bietet mit einer Länge von 77 Minuten
18 führende deutsche Bluesbands, darunter die „Zydeco Playboys“, „Dominik
Clayton“, „Larry O’Moan“, „Abi Wallenstein“, „Memo Gonzales“, „B.B. & the
Bluesshacks“ und das Bochumer „Groove & Snoop Quintett“. Eine musikalische
Rundreise quer durch Deutschland, vom Slide, Jump-Blues, Boogie über das
Mississippi-Delta zum Chicago-Blues.
Eine unglaublich breite Stilistik, ein aktueller Querschnitt durch die deutsche
Bluesszene, die sich beileibe nicht zu verstecken braucht. Da ist handwerklich
eine Menge Können im Spiel, die meisten der o. g. Bands können ja auch
mittlerweile auf eine lange Zeit auf Bühnen und Studios und damit einen reichen
Erfahrungsschatz zurückgreifen. Und das ist definitiv zu hören.
Noch nicht überzeugt? Dann jetzt kommt noch ein Zusatzgrund für den Kauf: Das
Dingen kostet gerade mal 6-7 € im Handel, da mit der CD Werbung für die deutsche
Bluesszene gemacht werden soll. Na, das ist doch noch ein zusätzlicher
Kaufgrund, oder?
Zugreifen! Staunen! Genießen! Sitzen machen!