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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Monatsporträts » Oktober 2004
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Cyclamen hederifolium Aiton * - Efeublättriges Alpenveilchen

 

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Das Efeublättrige Alpenveilchen gehört zu den schönsten Herbstblühern unserer Gärten. Die Blüten sind rosa mit dunklerem Auge oder weiß (f. alba) und entwickeln sich vor dem Laub. Die herzförmigen, meist silbrig marmorierten Blätter erscheinen mit oder erst nach der Blüte und überwintern. Die langgestielten Blüten mit ihren 5 scharf zurückgeschlagenen Kronblättern sind eher ungewöhnlich für die Familie der Primelgewächse und erinnern nur noch an die nahe verwandte Gattung Dodecatheon aus N-Amerika.

Im Inneren der kurzen Kronröhre bleiben 5 kurzgestielte Staubbeutel verborgen, die kegelförmig dicht um den Griffel stehen. In jungen Blüten sind die Pollenkörner klumpig miteinander verklebt und werden von Insekten transportiert. Später beginnt der Pollen zu trocknen und zu stäuben, er wird ausgestreut (”Streukegel”) und vom Wind verweht.
Nach der Befruchtung rollt sich der Fruchtstiel in mehreren Spiralen abwärts ein und “versteckt” so die reifende Kapsel unter dem eigenen Laub und drückt sie fest auf den Boden. Die ausfallenden Samen werden von Ameisen verschleppt.

Die Gattung Cyclamen umfasst 19 Arten, die im Mittelmeerraum (außer Spanien) bis zum Iran und mit einer Art in Somalia beheimatet sind. Es handelt sich um Knollen bildende Stauden, die meist eine sommerliche Ruheperiode einlegen, zu verstehen als Anpassung an das sommertrockene Klima des Mittelmeergebietes. C. purpurascens hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in den europäischen Kalkalpen und wohl den Namen “Alpenveilchen” für die ganze Gattung geprägt. Diese Art ist ebenso wie C. hederifolium völlig winterhart und gedeiht auf durchlässigen, kalkhaltigen Böden in halbschattiger Lage sehr gut.

Die beliebten blühenden Cyclamen-Topfpflanzen gehören zu den meistverkaufen Topfpflanzen in Deutschland. 2003 wurden 2/3 davon von Personen über 60 Jahre, meist Frauen, gekauft (Quelle: Deutscher Gartenbau, 9/2004). Sie stammen von Cyclamen persicum ab. Sie benötigen einen kühlen, hellen Platz und Schutz vor unseren Wintertemperaturen. Im Gegensatz zu den Wild-Cyclamen, die vom Sämling bis zur ersten Blüte 2 bis 5 Jahre brauchen, kommen C. persicum-Züchtungen schon im ersten Jahr zur Blüte. Anders als bei C. hederifolium und den anderen Wildarten rollen sich bei ihnen die Fruchtstiele nicht spiralig auf, sondern biegen sich in einfacher Krümmung abwärts.


 

Wuchsort im Botanischen Garten: H 5, L 5, weitere Arten im Alpinenhaus K 4 und Mittelmeerhaus L 3

* griech. kyclos = Kreis; bot. Name mit Bezug zur runden Knolle, zum rundlichem Blattumriss und/oder zum spiralig gedrehten Fruchtstiel

 
 
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Letzte Änderung: 01.10.2004 | Ansprechpartnerin: Annette Höggemeier