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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
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| Botanischer Garten » Monatsporträts
» März 2005 |
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Daphne
mezereum L. - Gewöhnlicher
Seidelbast
Foto
Der Gewöhnliche Seidelbast gehört
zu unseren auffallendsten Vorfrühlingsblühern.
Es handelt sich um wenig verzweigte winterkahle Sträucher,
die bis 1,50 m hoch werden. Sie kommen vornehmlich in
Berg-Laubwäldern auf feuchten, kalkhaltigen Böden
von Europa bis West-Asien vor und sind in Nord-Amerika
auf entsprechenden Standorten eingebürgert.
Die rosafarbenen Blüten erscheinen vor dem Laub.
Sie stehen einzeln oder in Büscheln in den Achseln
abgefallener Laubblätter im oberen Teil des Sprosses*
und verströmen einen intensiven Duft. Die frühe
Blüte macht den Seidelbast, früher Zeidelbast
genannt, zu einer willkommenen Bienenfutterpflanze. Davon
wird der deutsche Name abgeleitet. Zeidler
ist eine veraltete Bezeichnung für Bienenzüchter.
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Aufbau der Blüte:
4 rosafarbene Kelchzipfel am Ausgang der Kelchröhre,
Krone nicht ausgebildet. Nur die oberen 4 der insgesamt
8 Staubblätter, die in zwei Kreisen untereinander
in der Kelchröhre angewachsen sind, sichtbar.
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Zum Ende der Blütezeit erscheinen in Bereich der
Zweigspitzen die hellgrünen Blätter, bis 14
cm lang, lanzettlich und weich. Juni / Juli sind die
Früchte herangereift. Sie sind rund, leuchtend
rot und enthalten in der fleischigen Hülle einen
Samen. Sie werden von Vögeln verzehrt, die den
Steinkern ausspeien und so für die Ausbreitung
der Art sorgen.
Der Seidelbast gehört in allen Teilen, ausgenommen
das rote Fruchtfleisch, zu den sehr stark giftigen Pflanzen.
Insbesondere frische Rinde und Samen bewirken heftige
Hautreizungen und Blasenbildung bzw. innere Verletzungen
bis zum Kreislaufkollaps. 10 bis 12 Früchte gelten
für Erwachsene als tödlich, für Kinder
entsprechend weniger!
Der frühen, duftenden Blüten wegen wurde der
Seidelbast schon im 16. Jahrhundert als Gartenpflanze
kultiviert, auch in einer Form mit weißen Blüten.
Aus Gründen der Vorsicht ist er in öffentlichen
Gärten und Parks heute nur noch selten zu finden.
Die natürlichen Vorkommen stehen unter Naturschutz,
da durch Schneiden der Blütentriebe die Bestände
stark gefährdet sind.
Wuchsort im Garten: Inhaltsstoffe I7
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* Einziges Beispiel in unserer Flora für Stammblütigkeit,
Kauliflorie, bei tropischen Pflanzen verbreitet; bekanntes
beispiel: Kakaobaum, im Tropenhaus zu sehen
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