Davidia
involucrata Baill. - Taschentuchbaum,
Taubenbaum
Das Gehölz stammt aus den feuchten Gebirgsregionen Mittel-
und Westchinas. Den ersten Taschentuchbaum hat der Jesuitenpater
PÈRE DAVID 1869 nahe Mu-pin (West-Setchuan) entdeckt.
Nach ihm wurde der Baum später benannt. 1897 gelangten
die ersten 37 Samen nach Europa, aber nur ein einziger davon
keimte. Der erste Baum kam 1906 in Frankreich zur Blüte.
Die einzelnen Blüten sind sehr unauffällig und
schmucklos, da sie keine Blütenblätter haben. Sie
sitzen zu vielen in kugeligen Blütenständen. Ungewöhnlich
ist deren Aufbau: Er besteht aus einer Fülle von rein
männlichen Blüten mit purpur-farbenen Staubblättern,
aber nur einer einzigen zwittrigen Blüte, aus der später
die grüne, eiförmige Frucht entsteht. Zur Blütezeit
im Frühsommer bietet der Baum einen eindrucksvollen Anblick.
Um die Blütenstände herum stehen je zwei auffällige,
weiße Hüllblätter, die die Funktion übernehmen,
Insekten anzulocken (Schauapparat). Diese meist ungleich großen,
bis zu 18 cm langen Hüllblätter sehen aus wie an
den Ästen hängende Taschentücher, die sich
im Wind bewegen. In China wird die Davidia daher auch
"Auf Wiedersehen-Baum" genannt. Von weitem hat man
den Eindruck, als habe sich ein Schwarm weißer Tauben
in den Zweigen niedergelassen, daher der Name "Taubenbaum".
Die Davidia wird 12 bis 20 m hoch, bevorzugt einen leicht
saueren, nährstoffreichen, mäßig feuchten
Boden, verträgt Halbschatten und sollte vor starken Winden
geschützt werden. Zwar trägt der Baum schon nach
einigen Jahren einzelne Blüten, doch gelangt er erst
nach etwa 20 Jahren zur vollen Pracht.
|