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Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
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Botanischer Garten » Pflanzenporträts » Columnea gloriosa

 

Columnea gloriosa (Gesneriaceae)

 

Foto

Columnea gloriosa macht mit ihren prachtvollen Blüten ihrem botanischen Namen alle Ehre (lat. gloriosus = ruhmvoll) und hat - auch in Sorten - längst Eingang in den Blumenhandel gefunden. Die leuchtend orangeroten Blüten werden 8-10 cm lang und entstehen zahlreich in den Blattachseln der hängenden Triebe. Die Kronblätter sind miteinander zu einer Rachenblume verwachsen: 4 bilden den oberen Helm, das 5., gelb gefleckte, spreizt lippenartig nach unten ab.

 


Dichogamie: hier Protrandrie: Staubblätter (St) reifen zuerst, danach die Fruchtblätter (N = Narbe)

 

 

Unter dem 4-zipfeligen Helm sieht man das Fruchtblatt und die 4 Staubblätter. In frischen Blüten ist die Narbe noch geschlossen, aber die Staubbeutel, die an den Spitzen miteinander verbunden sind, sind reif und geben die Pollenkörner frei. Blütenbesuchern, typischerweise Vögeln, die in der Röhre nach Nektar suchen, wird der Pollen bei Berührung auf den Rücken geklebt und so weiter transportiert.
Die ältere Blüte zeigt die bereits verwelkten Staubfäden, während nun die Narbenlappen gespreizt und belegungsfähig sind. Die Blüte ist also vormännig, protandrisch (im. Ggs. zu protogyn, vorweiblich: Fruchtblätter reifen zuerst). Das ungleichzeitige Reifen von Staub- und Fruchtblättern in Blüten (Dichogamie) erschwert die Selbstbestäubung zu Gunsten der Fremdbestäubung, sofern es sich um Blüten unterschiedlicher Pflanzen handelt.

 

Columnea gloriosa ist ein immergrüner epiphytisch wachsender Halbstrauch aus dem tropischen Costa Rica. Zur selben Familie der Gesneriaceae zählen andere bekannte Zierpflanzen wie Gloxinien und Usambaraveilchen.

 

Die Karte zeigt die Verbreitung der Familie der Gesneriaceae, die ca. 130 Gattungen umfasst. Nur wenige Arten kommen außerhalb tropischer Gebiete vor. Es sind die Gattungen Haberlea (1 Art, Balkan), Ramonda.(3 Arten, Balkan, Pyrenäen) und Jankaea (1 Art, Olymp). Sie werden als Relikte früherer wärmerer Klimaperioden betrachtet, sog. Tertiärrelikte, die sich in Europa nur an wenigen Standorten halten konnten.

Ramonda myconei und Haberlea rhodopensis sind im Alpinenhaus zu sehen.


Verbreitung der Familie der Gesneriaceae

 
 
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Letzte Änderung: 05.11.2004 | Ansprechpartner: Annette Höggemeier