Distelfalter (Cynthia cardui L.)
Edelfalter (Nymphalidae)
 
Der Distelfalter ist weltweit verbreitet mit Ausnahme von Südamerika und der Antarktis. Wie der Admiral gehört er zu den Wanderfaltern. Er wandert alljährlich in mehreren Wellen vom Mittelmeerraum aus nach Deutschland ein. Seine hier gezeugten Nachkommen wandern wieder nach Süden ab. Überwintern kann der Kälte empfindliche Falter bei uns nicht.
Als Nahrungspflanzen für die Falter spielen besonders Rot-Klee und Luzerne eine große Rolle, darüber hinaus sucht er aber auch seine Nahrung häufig auf Wasserdost (Eupatorium cannabinum) und auf Disteln, wie auf den hier gezeigten Bildern. Im Gegensatz zum Admiral kann der Distelfalter Fallobst nicht als Nahrungsquelle nutzen.  Anders als der Admiral findet man den Distelfalter weniger an Waldrändern oder auf Waldlichtungen, sondern eher in offenen Habitaten, wie Feldern und in anderem offenen Gelände wie z.B. auf ruderalem Gelände, an Bahndämmen und auf Brachland. Aufgrund seiner Habitatsansprüche und seiner Nahrungspflanzen gehört der Distelfalter zu den bei uns noch relativ häufigen Arten.
Der Name Distelfalter bezieht sich auf die Nahrungspflanze der Raupen. Neben verschiedenen Distelarten offener und trockener Standorte findet man die Raupen aber auch z.B. an der Großen Brennnessel (Urtica dioica), an verschiedenen Malven-Arten und an auch an weiteren Arten aus anderen Pflanzenfamilien (vgl. EBERT 1991). 

Literatur: 
EBERT, G. 1991: Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. 1. Stuttgart: Ulmer. 
TOLMAN, T. & LEWINGTON, R. 1998: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. Stuttgart: Kosmos.

Armin Jagel, Spezielle Botanik, Ruhr-Universität Bochum