Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus)
Augenfalter (Satyridae)
 
Der Braune Waldvogel, auch Schornsteinfeger oder Weißrandiger Mohrenfalter genannt, tritt in weiten Teilen Europas auf, fehlt aber im südlichen Bereich (Mittelmeerraum) und auch im äußersten Norden. Im Osten reicht sein Areal im gemäßigten Klimabereich bis nach Ostasien. Im westlichen Westfalen ist an Grabenböschungen entlang der Flurwege heute die häufigste Tagfalterart (vgl. WAGENER in WEIDEMANN 1986).
Die Falter sind sowohl im Freiland, als auch an Waldrändern und im Waldinneren entlang von Wegen unterwegs. Ein Schwerpunkt liegt jedoch an Wald- und Gebüschrändern.  Setzt sich der Braune Waldvogel hin, klappt er meist seine Flügel sofort zusammen und zeigt seine charakteristischen, mit auffälligen Augenflecken versehenen Flügelunterseiten.  Nur selten öffnet er seine Flügel zum Sonnenbad, wobei dann die schwächer ausgeprägten Augenflecken der Flügel-Oberseiten erkennbar werden.
Die Falter legen ihre Eier nicht an einer Pflanze ab, sondern lassen sie sitzend (nach EBERT 1991 nicht im Flug) einfach einzeln ins Gras fallen. 
Die Nahrung der Raupen besteht aus verschiedenen Süßgräsern (Poaceae) und einigen Seggen (Cyperaceae) besonders des Brachlandes. Erwachsene Raupen sind dabei streng nachtaktiv. Als Nahrungspflanzen der Falter dienen neben gern aufgesuchten violette und gelben Blüten auch viele weiße Blüten, wie z.B. vieler Doldenblütler (Apiaceae), Brombeeren (Rubus), Baldrian-Arten (Valeriana). Den Winter überdauert der Braune Waldvogel als Raupe.

Literatur: 
EBERT, G. 1991: Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. 1. Stuttgart: Ulmer. 
TOLMAN, T. & LEWINGTON, R. 1998: Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. Stuttgart: Kosmos.
WEIDEMANN, H.-J. 1988: Tagfalter. Band 2. Biologie - Ökologie - Biotopschutz. Melsungen: Neumann-Neudamm.

Armin Jagel, Spezielle Botanik, Ruhr-Universität Bochum