Homosexualität: ein komplexes Phänomen?


Navigation:
 Einleitung
 Der Einfluß von Hirnstrukturen auf die sexuelle Orientierung
 Fragen zu den Forschungen von Simon Le Vay
 Fragen zu den Forschungen von Dean H. Hamer
 Vererbung des Geschlechts
 Fragen, Kritik, Diskussionspunkte
 Historisches zur Homosexualität
 
 


Einleitung:

Viele Tiere „treiben es“ – wie die Menschen- auch gleichgeschlechtlich und lassen Biologen rätseln: Was, bitte schön, ist da der evolutionäre Sinn? 
Pinguine tun es, Elefanten tun es, Giraffen tun es, Delfine tun es..., bei mehr als 450 Spezies haben Forscher homosexuelle Verhaltensweisen beobachtet. Das gleichgeschlechtliche Verhalten bei Mensch und Tier wurde lange Zeit auf Hormonstörungen oder Fehlprägungen im Kindesalter zurückgeführt und so als vereinzelt auftretende „Abnormalität“ abgetan. Andere Forscher erklären Homosexualität als „Übung“ für den richtigen Sex, den zwischen den beiden Geschlechtern nämlich. Doch warum sollten Tiere Sex mit Partnern ihres eigenen, statt des anderen, Geschlechts üben müssen?
Nach einer weiteren These kommen Tiere zum homosexuellen Verkehr, wenn es an Angehörigen des anderen Geschlechtes mangelt. Doch auch dieser Erklärungsansatz hinkt: Es gibt Tierarten (z.B. ein bis zwei Prozent der Sträuße) die uneingeschränkt homosexuell sind.
Die Vielfalt gleichgeschlechtlicher Aktivitäten im Tierreich macht die Suche nach Erklärungen für das Auftreten von Homosexualität schwierig. Vor allem Evolutionstheoretiker, die nach einer im Erbgut verankerten Homosexualität suchen, stehen vor einem Problem: Da Homosexuelle weniger Nachwuchs als Heterosexuelle zeugen, hätten den Regeln der Evolution zufolge beteiligte Gene längst verschwinden müssen.
Einige Wissenschaftler billigen der Homosexualität dennoch einen evolutionären Vorteil zu. Er liegt gerade darin, dass sie nicht zu Nachkommen führe und dadurch einer Überbevölkerung vorbeuge. Es sei also sehr wohl sinnvoll, von einer genetisch bedingten Veranlagung auszugehen. Allerdings: Wenn die Ausprägung von „schwulen Genen“ dazu führen soll, dass sie eben nicht weitervererbt werden – wieso gibt es „Schwule“ dann immer noch?
Homosexuelles Verhalten ist also schon in der Tierwelt verwirrend komplex. Beim Menschen bestimmt obendrein Moral und Kultur die gelebte Sexualität: 

Manche Gesellschaften fördern die Homosexualität. Beim Volk Sambia aus Neu-Guinea zählt gleichgeschlechtlicher Verkehr in Form von oralem Sex zur „Mannwerdung“. 

In anderen Ländern wird es heute noch tabuisiert und ist u.a. in Indien verboten.

In westlichen Kulturen nimmt die Erforschung der Homosexualität eine medienwirksame Bedeutung ein.

Folgende Fragestellungen stehen dabei im Vordergrund:


 
 

*Woran liegt die Vielfältigkeit von Hetero-, Homo- und Bisexualität?

*Ist die sexuelle Präferenz in der Verschiedenartigkeit der Gene oder einer körperlichen Struktur begründet?

*Ist sie vielleicht hormonell zu erklären?

*Oder sind wohlmöglich frühere Erlebnisse richtungsweisend?

 

Der Einfluß von Hirnstrukturen auf die sexuelle Orientierung




Ausgangslage:Bekannt ist, dass männliche Gehirne, entsprechend dem männlichen Körperbau, durchschnittlich größer sind, als weibliche Gehirne. Weitere Unterschiede lassen sich aber, auch unter mikroskopischer Betrachtung, nicht zeigen. Die Gehirnstrukturen scheinen, wenn nicht identisch, zumindest sehr ähnlich zu sein.
 

Problemlösungsansatz: Studium an Tiergehirnen  ® es läßt sich zum ersten Mal ein zerebraler Geschlechtsdimorphismus nachweisen.

Untersuchung Roger A. Gorski (UCLA), 1978 :

·Untersuchung am Hypothalamus von Ratten

->  Exkurs: Hypothalamus

· bestimmte Zellgruppe (Kern) im vordersten Bereich des HT ist bei männlichen Tieren um einiges größer als bei den weiblichen, jedoch: Funktion dieses Kerns ist noch nicht geklärt.

Größenunterschiede bei diesem Kern tritt früh in der Entwicklung ein!


 

Erklärungsansatz nach Gorski:

Nervenzellen in dieser Region tragen sehr viele Rezeptoren für Geschlechtshormone.

Zum Zeitpunkt der Geburt besitzen Männchen und Weibchen gleich viele Neurone in dieser Gehirngegend. Um die Zeit der Geburt sorgt ein hoher Testosteronausstoß bei den Männchen dafür, dass diese Population sich stabilisiert, bei den Weibchen sterben die Zellen aufgrund des ausbleibenden Testosteronausstoß ab, der Kern wird bedeutend kleiner.

Wenige Tage nach der Geburt sind die männlichen Neurone nicht mehr auf das Testosteron angewiesen, sondern bestehen allein fort.


 

· Übertragung auf das menschliche Gehirn:

Später fand Gorski zusammen mit Laura Allen auch im menschlichen Gehirn eine geschlechtsspezifische Region. Diese befindet sich nach deren Aussage im dritten Zwischenkern des HT, auch INAH3 genannt.

Diese Zellgruppe ist laut den Untersuchungen von Gorski bei Männern dreimal so groß wie bei Frauen.


 

Untersuchungsstand bis hier: Es gibt Gehirnregionen, die, durch das Geschlecht bedingt, in ihrer Größe variieren.


 

Fragestellung:Inwiefern liefern diese Erkenntnisse nun Erklärungen für die sexuelle Orientierung eines Menschen?


 

Untersuchung von LeVay, 1990:


 

· Hypothese:Der INAH3 oder ein anderer Kern derselben Region ist bei homo- und heterosexuellen Männern unterschiedlich groß.


 

· Methode: 

-Gehirne von:

19 homosexuellen Männern (alle an AIDS erkrankt)

16 heterosexuellen Männern ( 6 an AIDS erkrankt)

6 Frauen

*anonymisierte Proben

*angefärbte Hypothalamusschnitte, Volumen der Nervenzellgruppen bestimmte sichnach dem Ausmaß in den einzelnen Schnitten und der Dicke der Schnitte.

*Untersuchung der benachbarten Kerne INAH 1,2 und 4.


 

· Ergebnisse:

-INAH3 heterosex. Männer doppelt so groß wie INAH3 Frauen
-INAH3 heterosex. Männer doppelt bis dreifach so groß wie INAH3 homosex. Männer (INAH3 fehlte teilweise gänzlich)

Wie läßt sich nun die Korrelation zwischen Hirnstruktur und sexueller Orientierung beschreiben?


 

3 Alternativen:


1. Strukturunterschiede existieren schon sehr früh, evtl. schon vor der Geburt, und beeinflussen die sexuellen Vorlieben, die ein Mensch während seines Lebens entwickelt.


2. Strukturunterschiede bilden sich erst im Erwachsenenalter unter dem Einfluß von sexuellen Verhaltensweisen.

3. Ein dritter Faktor steuert sowohl die Richtung des Sexualverhaltens, als auch die Unterschiede in der Gehirnstruktur.

Es läßt sich kein Ansatz mit Sicherheit als der einzig gültige hervorheben.
LeVay setzt seinen Schwerpunkt auf den ersten Ansatz, jedoch ist im Moment keine kausale Verknüpfung möglich.
Wäre dieser Ansatzpunkt gültig, müßte untersucht werden:

 

Durch welche Prozesse die strukturellen Unterschiede entstehen
 

Vermutung LeVay: Wechselwirkung der Steroidhormone der Keimdrüsen und des sich entwickelnden Gehirns -> abweichender Androgenspiegel führt zu Homosexualität oder Hormonspiegel bleibt gleich und jedes Gehirn spricht unterschiedlich auf Hormone an. 



 
 




 




 




Fragen zu den Forschungen von Simon Le Vay:


Was war die leitende Hypothese der Untersuchung von Mr. Le Vay?
 
Die Hypothese war, dass der INAH3 oder ein anderer Kern in dieser Region des Hypothalamus bei homo- und heterosexuellen Männern unterschiedlich groß ist.

 

Gab es irgendwelche Voruntersuchungen, an deren Ergebnissen sich orientiert wurde, oder haben die Forscher mit ihrer Untersuchung ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen?

Durchaus gab es Forschungen, besonders die von Roger Gorski, 1978, an denen sich orientiert wurde.

Die Sache ist so: Es war schon seit langer Zeit bekannt, dass männliche Gehirne, entsprechend dem männlichen Körperbau, durchschnittlich größer sind, als weibliche Gehirne.Weitere Unterschiede ließen sich aber, auch unter mikroskopischer Betrachtung nicht zeigen.

Gorski untersuchte nun den Hypothalamus von Ratten und stellte fest, dass eine bestimmte Zellgruppe im vordersten Bereich des Hypothalamus bei männlichen Tieren um einiges größer ist, als bei weiblichen.Er erkannte zudem, dass diese Größenunterschiede früh in der Entwicklung auftreten.


 

Wie erklärte Gorski diese Unterschiede?

Nervenzellen, gerade in dieser Region tragen sehr viele Rezeptoren für Geschlechtshormone. Um die Zeit der Geburt sorgt ein hoher Testosteronausstoß bei den Männchen dafür, dass diese Population sich stabilisiert, bei den Weibchen sterben diese Zellen ab, der Kern wird deutlich kleiner.

Nach der Geburt dann, sind die männlichen Neurone nicht mehr auf das Testosteron angewiesen, sondern bestehen allein fort.


 

Alles ganz schön  und gut, aber lassen sich diese Ergebnisse, die man an Ratten gewonnen hat überhaupt auf die Menschen übertragen?

Bereits dieselbe Gruppe um Gorski fand einige Zeit später heraus, dass es auch im menschlichen Gehirn eine geschlechtsspezifische Region gibt.Diese befindet sich, laut Gorskis Aussage im dritten Zwischenkern des Hypothalamus, auch INAH3 genannt.Laut den Untersuchungen von Gorski ist dieser Kern bei Männern dreimal so groß wie bei Frauen.

Das ist der Punkt, wo Le Vay angesetzt hat.Er wollte wissen, inwiefern diese Größe nun eine Rolle bei der sexuellen Orientierung spielt.


 

Warum halten sie gerade eine Region im Hypothalamus für so wichtig?

Der Hypothalamus ist das Steuerzentrum aller vegetativen und der meisten endokrinen Prozesse des Organismus und damit das wichtigste Integrationsorgan zur Regelung des inneren Milieus des Körpers.

Zudem kann er durch die ihm untergeordneten hormonellen Prozesse ein bestimmtes Fortpflanzungsverhalten erzeugen.Er spielt also eine sehr große Rolle für unser Sexualverhalten.


 

Was fanden Le Vays Untersuchungen heraus?

Sie fanden heraus, dass der INAH3 bei heterosexuellen Männern doppelt so groß ist, wie bei Frauen.Er ist zudem doppelt bis dreifach so groß wie der INAH3 von homosexuellen Männern. Bei diesen fehlte der INAH3 teilweise ganz.


 

Wie lässt sich denn nun die Korrelation zwischen Hirnstruktur und sexueller Orientierung beschreiben? Beeinflussen die gewählten sexuellen Vorlieben die Größe des INAH3, oder umgekehrt?

Sie gehen davon aus, dass die Strukturunterschiede schon sehr früh, evtl. schon vor der Geburt existieren, und so die sexuellen Vorlieben eines Menschen während seines Lebens beeinflussen.Diese Annahme ist allerdings noch nicht eindeutig bewiesen.

 


Fragen zu den Forschungen von Dean H. Hamer:


Wie ist Hamer darauf gekommen, nach einem „Gen für Homosexualität“ zu suchen?

Er arbeitet am Nationalen Krebs-Institut. Dort beschäftige er sich insbesondere mit der Rolle von Genen in Bezug auf bestimmte Krebsarten ((Karposi-Sarkom), die bei Aids-Kranken und besonders gehäuft bei Homosexuellen auftreten.
Er vermutet eine genetische Prädisposition von Homosexuellen für diese Krebsart. 


 

Mit welchen Methoden untersucht man die Erblichkeit von Homosexualität?

Einerseits: Analyse des Auftretens von Homosexualität unter Zwillingsgeschwistern und in Familien über mehrere Generationen, um die statistische Verteilung in der Bevölkerung und eventuelle Vererbungsmuster zu ermitteln.
Andererseits: Suche nach Genkomplexen, die gemeinsam mit Homosexualität auftreten. 


 

Was haben die Analysen von Zwillingsgeschwistern und Familien ergeben?

Offensichtliche Häufung von Homosexualität in manchen Familien:

Bei Männern sind: 57% eineiige Zwillinge
24% zweieiige Zwillinge
13% normale Brüder ebenfalls homosexuell.

Bei Frauen sind: 50% eineiige Zwillinge
16% zweieiige Zwillinge

13% normale Schwestern ebenfalls homosexuell.

Dies weist auf einen genetischen Aspekt hin.


 

Wie genau stellt man sich den Erbgang für das „Homosexualitäts-Gen“ vor?

Es wird deutlich, dass bei der Vererbung der Homosexualität keine Korrelation zum Vater besteht.

Denkbar ist ein X-chromosomaler Erbgang, d.h. dass Mütter ihren Söhnen (Untersuchung hat nur mit Männern stattgefunden) mit dem X-Chromosom auch das Gen für Homosexualität vererben.


 

An wem und wie wurden die Forschungen durchgeführt?

Sie untersuchten Kernfamilien mit zwei offen (geouteten) homosexuellen Söhnen.

Es wurden DNA-Proben von homosexuellen Brüdern und wenn möglich auch von deren Müttern und Schwestern entnommen.


 

Wie genau lauteten die Ergebnisse?

Nur eine Region (Xq 28) wies eine überdurchschnittlich hohe Übereinstimmung bei homosexuellen Brüdern auf. 33 von 40 Brüderpaaren trugen an der Xq 28 denselben Marker. 

Sie erhoben eine Gegenprobe: 314 heterosexuelle Brüderpaare zeigten eine Übereinstimmung der Xq 28-Marker wie erwartet nur in 50% der Fälle.

Allerdings müssen die Ergebnisse auf jeden Fall nochmals von anderen Forschern untersucht werden.


 
 
 
 

Was glauben Sie denn, ist der genetische Effekt der Xq 28-Region?


 
Vererbung des Geschlechts


Das Merkmal des Geschlechts wird bei den meisten Individuen durch das Vorhandensein von Chromosomen vererbt. Man spricht deshalb von genotypischer Geschlechtsbestimmung im Gegensatz zur phänotypischen Geschlechtsbestimmung bei einigen Gliedertieren, wo durch phänotypische Faktoren (z.B. Körpergröße, Anzahl Segmente) die entsprechende geschlechtliche Rolle wahrgenommen wird.
 

Die unten dargestellten menschlichen Karyogramme sind aus Zellen angefertigt worden, die sich in der Metaphase der Mitose befunden haben. Durch Aufbringen eines bestimmten Farbstoffes entstehen die typischen Banden .
 


 
 

Bei Säugetieren und beim Menschen ergibt sich durch das Vorhandensein zweier X-Chromosomen (XX) im diploiden Satz das weibliche Geschlecht.
 

Davon wird eines (ca. 50% das der Mutter) zufällig in der frühen Embryonalentwicklung inaktiviert und ist als Barr-Körperchen (X-Chromatin) nachweisbar.
Es kann durch Entnahme von Mundschleimhaut- oder Haarwurzelzellen, die sich in der Interphase befinden und spezielle Färbung sichtbar gemacht werden.

Die Anzahl der X-Chromatine/Zellkern entspricht der Anzahl der inaktivierten X-Chromosomen
 

Ist nur ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom vorhanden ( XY), bildet sich das männliche Geschlecht aus.
 

Hier ist der Erbgang bezüglich des Merkmals Geschlecht dargestellt.

Der Mann produziert bezüglich der Gonosomen 2 Typen an Gameten, eine Sorte mit Y-Chromosomen, eine Sorte mit X-Chromosomen. Die Eizellen der Frau enthalten alle X-Chromosomen. Die Nachkommen sind zu 50% weiblich, zu 50% männlich. Dies entspricht einem monohybriden Erbgang mit dem Ergebnis der Rückkreuzung 1: 1. Tatsächlich werden statistisch 106 Jungen auf 100 Mädchen geboren

Phäno- und Genotyp des Merkmals Geschlecht

Bezüglich der Geschlechtsentwicklung kann man verschiedene Stufen der Geschlechtlichkeit feststellen:
 


Fragen, Kritik, Diskussionspunkte


Das Thema Homosexualität, wirft viele Fragen und Kritikpunkte an den Forschungen auf. Einige werden an dieser Stelle erwähnt:

 

*Wie gehen Eltern mit diesen Forschungsergebnissen um? Würde es ihnen helfen, wenn es das verantwortliche „homosexuelles Gen“ geben würde, wie es nicht wissenschaftliche Zeitschriften (z.B. der Spiegel) nach dem Erscheinen von Hamers Untersuchung 1994 titelten?

*Fühlen sich Mütter, als die X Chromosom abgebenden, besonders verantwortlich?

*Zwillings- und Geschwisterforschungen sind nie ganz unumstritten. Insbesondere dann nicht, wenn die Kinder in einer ähnlichen oder gleichen Umwelt, insbesondere der gleichen Familie aufwachsen.

*Ein Gegenargument gegen erbbiologische Faktoren könnte es sein, daß oftmals auch Adoptivbrüder homosexuell waren, dies spricht eher für Umweltfaktoren. Allerdings ist die Frage relevant, wodurch sind die Kinder dann beeinflußt worden? Durch das Vorbild heterosexueller Eltern? Durch Lehrer, Klassenkameraden, den Erziehungsstiel der Eltern? Oder......?
 

*Hamer untersuchte nur einen Teil homosexueller „Subtypen“.

*George Rice untersuchte 1999 nochmals die Basenkette auf dem x – Chromosom und fand keine Bestätigung für Hamers Ergebnisse.

*Rice hat allerdings nur diesen Teil (xq 28) des x - Chromosoms untersucht. Er kann damit nicht ausschließen, daß sich an einer anderen Stelle des x - Chromosoms Hinweise befinden könnten.

*Viel wissenschaftliche Energie und Geld wird für diese Forschungen aufgebracht und dafür, daß sich Hamer und Rice in Fachjournals wie Science einen „Schlagabtausch“ über die richtigen Methoden und die richtige statistische Auswertung liefern. Mit welchem Sinn?

*Die Forschungen zum Hyphothalamus haben eine skurrile Vorgeschichte. Schließlich hat man in der Geschichte der Forschung, Schädel und Gehirne vermessen, um Rückschlüsse auf den Charakter ziehen zu können, evtl. gar auf Kriminalität.
 

 

*Später waren nun Färbetechnicken für einzelne Hirnregionen möglich. Dennoch traten oftmals Probleme auf, bei der Auswahl der Methode und, oder dem Hormonspiegel der getesteten Toten. Je nachdem, erschienen einzelne Thalamusbereiche, mal größer und mal kleiner.
 

 

*Bei Le Vays Untersuchungen läßt sich nicht mit Sicherheit ausschließen , daß der Testosteronspiegel der untersuchten, an Aids verstorbenen Personen, Einfluß auf die Größe des INAH 3 genommen haben könnte.

*Es existieren Tabellen die gegenüberstellen, daß es für die drei aufgeführten INAH`s, verschiedene Größenergebnisse gibt.

*Ferner ist es schwer nachzuvollziehen, daß z.B. Streß während der Schwangerschaft zu Homosexualität führen soll. Bekommen nicht auch streßärmere Frauen homosexuelle Kinder und umgekehrt?

*Wäre es nicht erschreckend wenn man im Fruchtwasser anhand von Genmaterial und anderen Substanzen (z.B. Streßhormonen) nachweisen könnte, die Wahrscheinlichkeit von Homosexualität ist sehr hoch? Dann würde die Frage evtl. nicht lauten; ist es ein Junge oder ein Mädchen, sondern ist es hetero - oder homosexuell?
 

 

*Auch der Evolutionsansatz ist zu hinterfragen: Homosexualität wäre sinnvoll, weil es einer Überpopulation entgegenwirken würde. Dabei gibt es natürlich bei der Zunahme einer Population auch eine Zunahme der Homosexualität, aber ist dies ein biologischer Sinn? Danach müßte die Homosexualität in Deutschland zurück gehen, in China aber steigen, oder?

*Homosexualität sei evolutionärer Altruismus, der durch Unterstützung bei der „Brutpflege“ (eine Anlehnung an die Homosexualität im Tierreich) dafür sorgen soll, daß die starken Gene der Verwandtschaft geschützt werden bzw. das Überleben einer Rasse. Bei manchen Tierrassen paaren sich nur die anscheinend starken Alphatiere, aber kann bzw. darf man davon auf den Menschen schließen?
 

 

*Wobei in Deutschland immer mehr Kinder durch die Erziehungsunsicherheit und oftmaligen Unfähigkeit der biologischen Eltern von Fremdunterbringung betroffen sind. Adoptionswillige homosexuelle Paare könnten hier die Schwächen der Gesellschaft ausgleichen, oder sind „solche“ Ersatzeltern derzeit noch zu unerwünscht?

*Das englische Wort „gay“ bedeutet eigentlich erst mal nur fröhlich, vielleicht wäre es hilfreicher für ein fröhliches leben zu sorgen, anstatt zu hinterfragen, warum manche anders lieben als andere.


 

Dieser Text entstand im Juni 2002

Historisches zur Homosexualität



   Alte Kulturen

* Kanaan / Ägypten:
bis 1200 v.Chr. u.a. Tempelprostitution
* Mesopotamien / Syrien:
jegliche Sexualität hatte kultischen Charakter
* Persien:
war Homosexualität weit verbreitet
 
 

    Klassisches Altertum

* Griechenland:
voll gesellschaftlich akzeptiert,
u.a. ältere Männer als Partner und Beschützer
(vgl. Sokrates 470-399 v. Chr.)
 

* Rom:
offiziell weniger verbreitet, aber geduldet z.B. Julius Cäsar
 
 

    Christliches Abendland

* Homosexualität war Todsünde und wurde mit diesem bestraft.
(Sexualität nur zum Kinder zeugen)
 
 

    Zeit der Aufklärung bis 2001

* Aufklärung/ franz. Revolution:
Homosexualität kein Verbrechen mehr, aber eine Krankheit
Diese Ansicht hielt sich bis *1992*
* 1933 ?1945
NAZIS quälen in Lagern / KZ`s
* 1969
1. Christopher Street Day in USA
2. §§ 175 STGB/ BRD wird geändert, ?nur noch? U21 strafbar, gestrichen
wird § 175 erst 1994
* 1994
1. EU-Resolution zur Schaffung der ?Zivilehe?
2. Forschungen, Le Vay und Hamer erscheinen in Spektrum der Wissenschaft

* 1999 George Rice, Gegenuntersuchung zu Xq28
* 1.08. 2001 Lebenspartnerschaftsgesetz tritt in Kraft