Sitzung vom 24.06.20002;Katharina Josch, Krisztina Abel, Thomas Medler

 

 

 

Die Entwicklung der Sprache: Die Evolution der Sprache

 

 

 

 

Es stellen sich zunächst zwei zentrale Fragen:

 

 

1.      Wie ist Sprache entstanden?

 

2.      Wie ist die Sprachvielfalt entstanden?

 

 

 

Zunächst aber einige Fakten zur heutigen Situation:

 

·        Heute gibt es ca. 6000 verschiedene Sprachen auf der Welt, die sich auf alle Kontinente verteilen: So lebt etwa 12% der Weltbevölkerung in Europa, hier werden jedoch nur 3% aller Sprachen gesprochen. Anders sieht es im pazifischen Raum aus. Hier lebt in etwa nur 1% der Weltbevölkerung, jedoch werden 20% aller Sprachen gesprochen

·        Auch die Anzahl der Personen die eine Sprache aktiv sprechen variiert stark. So sprechen ca. 900 Millionen Menschen Mandarin-Chinesisch. In Neuguinea werden viele Sprachen zum Teil von nur 4000 Sprechern gesprochen !-------) dies ist die nötige Größe einer Population die eine  Sprache Tausende von Jahren ein Überleben ermöglicht

·        Weltweit gibt es mehr als 20 große Sprachfamilien. Als Beispiel nehmen wir hier Afrika:

Greenberg hat 1963vorgeschlagen die etwa 2000 Sprachen in nur 4 Großfamilien einzuteilen :                          

1.      Afroasiatisch ( Arabisch, Hebräisch.......)

2.      Nilo-Saharisch (Sudan....)

3.      Niger-Kongo (das fast gesamte Gebiet südlich der Sahara)

4.      Khosian ( charakteristisch durch Clicks und Schnalzlaute, die Sprache mit wohl ältestem Ursprung !!!)

 

 

 

Es stellt sich nun also die Frage, wie sich eine solche Sprachvielfalt entwickelt haben könnte

 

Zunächst kann man feststellen, dass in jeder neuen Generation ein Umbau der Sprache erfolgt. Außerdem wird die Sprache durch den Kontakt mit anderen Sprachen verändert, da neue Wörter ganz übernommen werden, oder angepasst werden.

 

Des weiteren gibt es zwei Modelle, die die Sprachvielfalt versuchen zu erklären:

 

1.      Durch immer neue räumlich Trennung von Populationen:

 In Sprachfamilien sichtbar als Abspaltung von neuen Sprachen über viele Stufen

2.      Durch verschiedenartige Kontakte der einzelnen Untergruppen mit ihren jeweiligen Nachbarn

 

Hier findet dann also wieder ein Austausch statt

 

 

 

Kein Modell kann aber allein die Sprachvielfalt erklären!!!!!!

 

 

 

 

 

 

Nun aber zur Sprache selber:

 

Die Entwicklung der Sprache muss eng mit der Entwicklung des Menschen zusammenhängen, also mit der Evolution des Homo sapiens

Zur Entstehung des Homo sapiens geben Paläontologen, Biologen, Anatomen usw. zum Teil fundierte Antworten:

 

Um die Entwicklung der Sprache besser zu verstehen, beschäftigen wir uns im weiteren Verlauf mit der Entwicklung der Homo Sapiens: Diese kann in fünf große Stadien aufgeteilt werden die eng mit der Evolution der Sprache zusammen hängen

 

 

 

1.      Zeit der Hominiden Lebewesen ( 6 Millionen Jahre-1Milllionen Jahre)

2.      Zeit des Homo ( 1,5 Millionen – 40.000 Jahre; Neandertaler bis vor 30.000 Jahre)

3.      Frühzeit des Homo Sapiens ( vor ca. 200.000 Jahren)

4.      Zeit nach der neolithischen Revolution (vor ca. 10.000 Jahren)

5.      Zeit nach der Erfindung der Schrift ( vor ca. 5000 Jahren)

 

--------------) heute befinden wir uns im 6. Stadium: der elektrischen Medien  ( Hier erfahrt ihr mehr zu dem Thema neue Medien und Sprache)

 

 

zu 1.) Der Mensch ist aus einem weit verzweigten Stammbaum vorhergehender Primaten entstanden. Seit mindestens 6 Millionen Jahren gab es eine auf Afrika beschränkte Entwicklung von Hominidengattungen, die heute jedoch alle ausgestorben sind.

Man kann also davon ausgehen, dass der Homo Vorteile hatte, die ihn ein Überleben und ein Durchsetzten seiner Art ermöglichten.

Hier kann man seine Flexibilität und seine Imitations- und  Sprachfähigkeit nennen.

Die Imitationsfähigkeit ist eine Grundlage für die Entwicklung einer Sprache, da sie ermöglicht, dass Sprache nicht von jeder neuen Generation erneut entwickelt werden muss.

Insgesamt gibt es nur wenig Wissen über diese Zeit. Man nimmt jedoch an, dass diese Frühmenschen in wässrigen Gegenden zum aufrechten Gang gezwungen wurden. Dadurch lernten sie die Hände besser zu benutzten, um zum Beispiel zu werfen. Außerdem änderte sich die Position des Kehlkopfes. Dadurch veränderten sich auch relevante Gehirnstrukturen die eine verbesserte Mimik sowie verbesserte motorische Fähigkeiten der Hände ermöglichten. Es wäre also denkbar, dass der Homo, aber auch vielleicht schon frühere Gattungen eine Gebärdensprache entwickelt haben.

 

Zu 2.) Für die Gattung Homo ist aber auch schon eine Lautsprache möglich. Insgesamt war die Gattung Homo unternehmungsbereit, um zum Beispiel bessere Nahrungsquellen zu finden. Vor ca. 1,5 –1 Millionen Jahre entwickelte sich der Homo ergaster ( der außerhalb von Afrika als Homo erectus bezeichnet wird) Dieser wanderte bis nach China und Java aus, wo er bis vor 40.000 Jahren lebte. Von dieser Gattung wird wohl auch der Neandertaler abstammen, der  bis vor 30.000 Jahren in Europa lebte. Es kann also in Europa zu einer späteren Besiedlung durch den modernen Menschen gekommen sein, da hier der Neandertaler schon erfolgreich lebte..........

 

Zu 3.) vor ca. 500.000 - 200.000 Jahren entwickelte sich der Homo sapiens in Afrika. Dann erfolgte auch seine Auswanderung, die diesmal aber auf der gesamte Erdkugel erfolgreich war.

Hier kann man auch die Eva-Theorie kurz anführen, die durch folgende drei Punkte unterstützt wird:

1.      Nur in Afrika lässt sich eine kontinuierliche anatomische Entwicklung finden

2.      Die genetische Distanz des moderne Menschen untereinander ist geringer wie die

      Genetische Distanz von Homo erectus und Neandertaler

3.        der heutige Mensch kann als Kind alle Sprachen dieser Welt erlernen. Dies spricht für eine Monogenese der Sprache. Bei einer unabhängigen Entwicklung wäre dies eher fraglich

 

 

Die Menschensprache hat sich also vor spätestens 100.000 Jahren entwickelt. Im verlauf der Entwicklung der Homo sapiens gab es durch seine verbesserten Fähigkeiten, wie z.B. bei der Jagd, einen anstieg der Bevölkerung. Man kann auch in diesen Zusammenhang mit einer qualitativen  Verbesserung der Sprache rechnen.

Aufgrund des Bevölkerungswachstums erfolgte eine erste Auswanderungswelle:

Spätestens vor 75.000 Jahren erreichte diese Südost Asien. Die Population die in Afrika zurückblieb, dürfte die „Urmutter“ der Khosain Sprache sein, die schon früher erwähnt wurde.

Vor ca. 43.000 Jahren erreichte der Homo Sapiens auch Europa. Sprachen wie Baskisch oder Kaukasisch sind wohl die Abkömmlinge dieser Erstbesiedlungen, das diese Sprachen mit heutigen Sprachen nur schwer im Zusammenhang zu bringen sind.

 

 

Zu 4.) vor ca. 10.000 Jahren begann die neolithische Revolution. Die wesentlichen Kennzeichen dieser so genannten "neolithischen Revolution" sind Sesshaftigkeit, Ackerbau, Viehzucht, Keramikproduktion, Kupferverarbeitung und Tauschhandel. Die Kultivierung von wilden Pflanzenarten und die Zähmung von Wildtieren binden den          

Menschen an bestimmte Orte. Dadurch entwickeln sich größere und  z.T. auch befestigte Siedlungen  mit stabilen Hausanlagen, die die leichten Wohneinrichtungen der Jäger und Sammler ablösen. In   sumpfigen Gebieten werden sogar Holzbohlenwege angelegt.

Ab diesem Punkt muss die Sprachkarte neu geschrieben werden. Die Urbevölkerung wurde durch die Überlegenheit dieser Revolution verdrängt oder assimiliert. Dies geschah auf allen Kontinenten, außer Australien.

In dieser Zeit lässt sich die Entstehung von Hochkulturen datieren, die geprägt war von der Entstehung von Städten und einem sozialen System, welches zuvor nicht existiert hat.

Durch diese Entwicklung muss sich auch die Sprach wesentlich verändert haben, so wurde sie sehr wahrscheinlich komplexer und ausdruckstärker. Hochkulturen habe sich in Nordafrika, China, im vorderen Orient und später in Amerika entwickelt. In Südafrika gab es zwar keine Entstehung von Hochkulturen, jedoch durch die verbesserte Nahrungsproduktion eine geographische Expansion, die zur Folge hatte, dass die Khosain-Sprecher zum größten Teil verdrängt wurden.

Der Indoeuropäische Ursprung, wurde durch die Kultivierung von Weizen und Gerste im vorderen Orient vor 5000 Jahren in Gang gesetzt.

Die Indoeuropäische Sprachfamilie ist also ein Produkt der neolithischen Revolution.

 

 

Zu 5.) Ca. 3200 v.Chr. wurde die Keilschrift in Sumer ( Mesopotanien; Irak, Türkei, Syrien....) entwickelt.

Ohne Schrift es ist nur sehr schwierig konkrete über die frühere Sprache auszusagen. Wenn man davon ausgeht, dass die Sprachvielfalt vor ca. 100.000 Jahren begann, dann kann man heute nur ca. 5% ( da die Schrift erst vor 5000 Jahren entwickelt wurde) überblicken.

Dies ist eine schlechte Ausgangsposition für Linguisten, da 95% der Sprachentwicklung  bestenfalls rekonstruiert werden können.

 

 

 

Links:

 

 

http://web.phil-fak.uni-duesseldorf.de/~wdl/vortrag-nov-01.pdf

 

http://www.linse.uni-essen.de/esel/erstem/ss01/schwidetzky.htm

 

http://www.wissenschaft.de/forum/list_msg_thread.php3?forum=145

 

 Wenn ihr noch mehr zu diesem Thema erfahren wollt, dann versucht es hier http://www.google.de

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