Berufungspolitik

Die Besten gewinnen – die Besten halten

Die Fakultäten haben in ihren Beiträgen zum Hochschulentwicklungsplan klare qualitative und quantitative Entwicklungsziele formuliert. Sie sind die Grundlage für regelmäßige Strukturgespräche zwischen Fakultäten und Rektorat, in denen die Ausrichtung der nächsten frei werdenden Professuren und deren Priorisierung sowie damit verbundene Investitionsplanungen abgestimmt werden. Vereinbart werden darüber hinaus Maßnahmen zur Internationalisierung, zur Erhöhung des Professorinnenanteils und zur Verbesserung von Leistungsparametern. Diese Vereinbarungen bilden wiederum die Grundlage für eine gemeinsam von Fakultäten und Hochschulleitung getragene Berufungspolitik unter dem Leitsatz „Die Besten gewinnen, die Besten halten“.

Berufungen: Gezielt und vorausschauend

Auf Initiative des Rektorats hat die Ruhr-Universität Bochum (RUB) die Freigabe- und Berufungsverfahren für Professuren gebündelt und neu ausgestaltet. Für die Weiterentwicklung und Profilierung der Universität spielen Berufungen eine maßgebliche Rolle. Wichtigster Bestandteil der Bochumer Verfahren ist ein transparenter, fairer und wertschätzender Umgang mit den Bewerberinnen und Bewerbern in Berufungsverfahren. Zugleich formuliert die RUB klare Erwartungen an ihre zukünftigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die tragenden Säulen der neuen Berufungspolitik sind:

  • Vom Ausschreibungstext über die Berufungsliste bis hin zur Ruferteilung sind die einzelnen Schritte und Entscheidungen innerhalb der Freigabe- und Berufungsprozesse systematisch miteinander verknüpft.
  • Die RUB betreibt eine aktiv vorausschauende Besetzungspolitik: Das gebündelte Freigabeverfahren berücksichtigt die absehbaren Vakanzen mehrerer Jahre. Prioritätensetzungen beziehen sowohl hochschulstrategische Überlegungen und wissenschaftliche Erfordernisse als auch mittelfristige finanzielle Handlungsspielräume mit ein.
  • So verzahnen sich die Neuberufungen und die Strukturentwicklungsplanungen der wissenschaftlichen Disziplinen. Ziel ist, auch fachübergreifende Interessen zu fördern und den Anteil von internationalen Professorinnen und Professoren zu erhöhen.
  • Die RUB hat gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Qualitätsstandards und Verfahrensinstrumente entwickelt, um die Berufungsverfahren qualitativ hochwertig bei gleichzeitiger zeitlicher Kürzung umzusetzen.

Gleichstellungsorientierte Berufungspolitik

Die RUB hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Anteil von Frauen auf Spitzenpositionen in Forschung und Lehre deutlich zu erhöhen. Wichtige Säulen der gleichstellungsorientierten Berufungspolitik der RUB sind:

  • Das Rektorat hat ein spezielles Anreizsystem zur Berufung von Professorinnen aufgelegt: Fakultäten, die eine Professur mit einer Wissenschaftlerin besetzen, erhalten einmalige Mittel in Höhe von 20.000,00 €, die der Neuberufenen zur Verfügung gestellt werden sollen.
  • Die Berufungsordnung der RUB sieht die Möglichkeiten der aktiven Rekrutierung vor und erlaubt auch während des laufenden Verfahrens weiter Bewerbungen zu zulassen.
  • Die RUB nimmt am „Professorinnen-Programm" des Bundes und der Länder teil. Daraus werden derzeit zwei Professuren an der RUB gefördert.

Als eine der ersten deutschen Universitäten hat die RUB einen Leitfaden veröffentlicht, der alle Informationen für die geschlechtergerechte Ausgestaltung von Berufungsverfahren zusammenfasst und von den Fakultäten seither umgesetzt wird.