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Professionalisierung der Psychologie im Arbeits- und Gesundheitsschutz |
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In den letzten 10 Jahren haben sich die Berufsmöglichkeiten
für PsychologInnen im Bereich der Gesundheitsförderung und des klassischen
Arbeits- und Gesundheitsschutzes (AGS) erfreulich verbessert. Viele
PsychologInnen haben eine Tätigkeit bei den Berufsgenossenschaften,
Unfallkassen, Krankenkassen, bei Landesbehörden, in Forschungseinrichtungen oder
als selbständige BeraterInnen aufgenommen.
Angestoßen durch diese Entwicklung stellt sich die Frage nach der Weiterbildung
der im AGS tätigen PsychologInnen, aber auch an die Anforderungen in der
Ausbildung an den Hochschulen. Letztendlich ist das die Frage nach der
Professionalisierung der im AGS tätigen Psychologen und ihrer
Zukunftsaussichten.
Vor anderthalb Jahren haben wir eine Erhebung bei den in
der Praxis und an den Hochschulen tätigen PsychologInnen durchgeführt. Beteiligt
haben sich 167 Praktiker und 90 Hochschulangehörige, hochgerechnet sind das 65%
und 35%.
Sie können die Ergebnisse zu dieser Erhebung einmal im
Bericht des 15. Workshop 2008, (Zimolong, B. & Elke, G. (2008). Plädoyer für
eine Professionalisierung der Psychologie im Arbeits- und Gesundheitsschutz. In
C. Schwennen, G. Elke, B. Ludborzs, H. Nold, S. Rohn, S. Schreiber-Costa & B.
Zimolong (Hrsg.), Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit –
Perspektiven – Visionen; 15. Workshop 2008 (S. 17-22). Kröning: Asanger
Verlag), zum anderen in der Publikation von Ludborsz & Nold (Zimolong, B.
(2009). Professionalisierung der Psychologie im Arbeits- und Gesundheitsschutz –
von der Unfallforschung zur betrieblichen Gesundheitsförderung. In B. Ludborzs &
H. Nold (Hrsg.). Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit -
Entwicklungen und Visionen 1980 - 2008 - 2020 (S. 411-431). Kröning: Asanger
Verlag) nachlesen. Eine kurze Zusammenfassung finden Sie
hier.
Die Ergebnisse zeigen unter anderem eine deutliche
Diskrepanz zwischen den Lehrangeboten der Psychologischen Institute und den
Tätigkeitsfeldern der Praktiker. Für weiterführende Analysen, die genaue
Aussagen über etwaige Diskrepanzen zulassen, benötigen wir Informationen zu der
Art, Anzahl und Semesterwochenstunden der Veranstaltungen zur
Gesundheitsförderung im weitesten Sinn und zu den Themen im AGS im besonderen.
Um diese Lücke zu schließen und genaue Aussagen über
etwaige Diskrepanzen zwischen dem Lehrangebot und den praktischen
Tätigkeitsfeldern treffen zu können, findet zur Zeit eine Analyse des
Lehrangebots deutscher Hochschulen statt. Die Ergebnisse werden zur weiteren
Professionalisierung der Psychologie im Arbeits- und Gesundheitsschutz
beitragen.
Wenn Sie
uns helfen wollen, die Weiterbildung zu verbessern, schicken Sie uns bitte die
Vorlesungsverzeichnisse vom Wintersemester 2009/2010 sowie Sommersemester 2010
per eMail oder mit der Post zu. Wir sind auch an früheren Verzeichnissen
interessiert. Wir werden daraus eine Zusammenstellung der Themen vornehmen und
sie den Berufstätigkeiten der im AGS tätigen Psychologen gegenüberstellen.
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Laufendes Forschungsprojekt |
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Integrierte Netzwerk-, Organisations- und Personalentwicklung (INOPE) |
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Kurzbeschreibung:
Ziel des
vom BMBF geförderten Forschungsprojekts INOPE (Integrative Netzwerk-, Organisations- und
Personalentwicklung) ist die Anpassung, Implementierung und Evaluation eines
innovativen Gesundheitsmanagementsystems bei der Finanzverwaltung. Dabei werden
neue Formen der Gesundheitsförderung und Prävention entwickelt und erprobt. Ziel
ist die eine Integration des Gesundheitsschutzes in das Managementsystem der
Organisation und die Bildung von ressourcenorientierten Netzwerken und
Kooperationen. Weiterhin werden in der zweiten Projektphase neue Modelle des
nachhaltigen Transfers auf weitere Institutionen der öffentlichen Verwaltung
erprobt.
Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Praxispartner im INOPE Projekt ist die Oberfinanzdirektion Rheinland, wobei die
Einführung und Erprobung des Gesundheitsmanagementsystems zunächst in 9
Pilotfinanzämtern erfolgt.
Projektziele
- Die
Integration von Prävention und Gesundheitsförderung in organisationale
Arbeits- und Innovationsprozesse durch ein ganzheitliches, modulartig
aufgebautes Gesundheitsmanagementsystem (GMS).
- Die
Stärkung betrieblicher und überbetrieblicher Akteursallianzen durch
Verbesserung und Verstetigung bereits vorhandener und Aufbau neuer
Akteurssysteme auf organisationaler Ebene im Bereich der öffentlichen
Verwaltung und regionaler Ebene in Form eines Gesundheitskompetenz Centrums (GKC).
- Die
Beschreitung neue Wege für den nachhaltigen Transfer von „Präventionswissen“
und Entwicklung von Indikatoren für die Erfolgssicherung, um so zu größerer
Tiefen- und Breitenwirkung erfolgreicher Konzepte und Strategien zur
Gesundheitsförderung und Prävention im Bereich der öffentlichen Verwaltung
beizutragen.
Kommen
Sie auf unsere Homepage
www.inope.de !!

Kernbestandteile
von INOPE
Aufbauend
auf den Prinzipien der Luxemburger Deklaration zur betrieblichen
Gesundheitsförderung sowie den „Best Practices“ führender Wirtschaftsunternehmen
wird im Rahmen von INOPE die Entwicklung, Anpassung und Erprobung eines GMS,
d.h. ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement im Kontext der
Verwaltung verwirklicht. Die Charakteristika des GMS sind sein modularer Aufbau,
das Ansetzen auf mehreren Ebenen, der partizipative Ansatz und die
ressourcenorientierte Vernetzung.
Eckpfeiler des Ansatzes:
Modularer Aufbau: Das GMS umfasst eine Vielzahl von Modulen, die vom
„System- und Netzwerkmanagement“ über „Gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung“
und „Gesundheitsbezogenes Personalmanagement“ bis zur „Gesundheitskultur“
reichen. Daneben werden weiterhin auch Gesundheitsprogramme, d. h. symptom- bzw.
zielgruppenspezifische Mehrkomponenten-angebote implementiert, die z. B.
präventive Maßnahmen zur Vermeidung oder Reduzierung von Rücken- oder
Herz-Kreislaufbeschwerden bündeln und in Abhängigkeit von individuellen
Risikoprofilen auf einander abgestimmte Interventionsangebote machen. Jedes
Modul bildet eine strukturierte, für sich abgeschlossene Einheit und kann so auf
seine Erfolgswirksamkeit überprüft und weiter angepasst werden. Der modulare
Aufbau erleichtert weiterhin den Transfer und die spezifische Anpassung des GMS
an weitere Finanzämter.
Mehrebenen-Ansatz: Die Module des GMS umfassen Maßnahmen, die sowohl auf
individuellen Ebene des Beschäftigten ansetzen, auf Teamebene, auf
intra-organisationaler Ebene der Finanzämter, auf intra-organisationaler Ebene
der Oberfinanzdirektion, sowie auf inter-organisationaler Ebene durch
Einbeziehung von regionalen und überregionalen Präventionsdienstleistern und
Expertengremien.
Partizipativer kulturorientierter Ansatz: Da Gesundheitsförderung insgesamt
auf die Entwicklung und Unterstützung von Eigenverantwortung, Engagement und
Empowerment sowohl auf individueller wie Team- und Organisationsebene abzielt,
ist auch der Implementierungsprozess des GMS partizipativ gestaltet. Der
„Gesundheitskultur“ kommt als Kernbestandteil eines GMS eine besondere Rolle zu.
Die Entwicklung und Förderung einer positiven Gesundheitskultur ist das Ergebnis
der aufeinander abgestimmten und miteinander verzahnten Maßnahmen der einzelnen
Module. Alle Module und ihre Umsetzung zielen deshalb durch ihre Ausrichtung,
Gestaltung und zielbezogene Kombination auf die Etablierung und Unterstützung
einer innovativen Gesundheitskultur ab.
Ressourcenorientierte Netzwerkbildung: Ein Grundgedanke des GMS ist die
Vernetzung der verschiednen Akteure der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Durch eine entsprechende Kooperation auf organisationaler, überorganisationaler
und regionaler Ebene können der Einsatz von Ressourcen gebündelt und optimiert
werden, Aktionen koordiniert und abgestimmt werden und die Partner aus
gemeinsamen Erfahrungen lernen.
Zum Öffnen
des Schaubildes bitte
hier klicken.
Die
Module im Einzelnen:
-
Anpassung, Einführung und Evaluation eines verwaltungsspezifischen GMS
-
System- und Netzwerkmanagement in der Verwaltung
Für eine nachhaltige Gesundheitsförderung muss diese in den
intra- und inter-organisationalen Verwaltungskontext integriert werden. Dazu
werden in den Ämtern und in der Oberfinanzdirektion Strukturen in Form von
Steuerungsteams etabliert. Auch überorganisationale Formen der Netzwerkarbeit
und -steuerung werden geschaffen, die eine ressourcen-orientierte Kooperation
und ein erfolgsorientiertes Controlling ermöglichen.
-
Gesundheitsbezogenes Personalmanagement
Eine auf Partizipation und Empowerment beruhende
Gesundheitsförderung wird über die gesundheitsförderliche Ausrichtung der
zentralen Bestandteile des Personalmanagements erreicht. Im Zentrum stehen hier
vor allem die Förderung der gesundheitsförderlichen Personalführung durch ein
Empowermenttraining der Führungskräfte, sowie eine teamorientierte
Gesundheitsförderung zur Förderung der Ressource „soziale Unterstützung“.
-
Gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung
Mit der Entwicklung, Anpassung an den
verwaltungsspezifischen Kontext und Evaluation eines Manuals zur
gesundheitsförderlichen Arbeitsgestaltung wird ein Werkzeug erarbeitet, das
Vorgehensweisen, Verfahren und qualitätsgesicherte Instrumente zur Analyse,
Planung und Umsetzung von Maßnahmen gesundheitsförderlicher Arbeitsgestaltung
zur Verfügung stellt.
-
Präventionsorientiertes Informations- und Kommunikationsmanagement
Durch die Etablierung und Gestaltung neuer oder Nutzung
vorhandener Strukturen, Maßnahmen und Medien (wie Intranet, Plakate, Rundbriefe,
Infoblätter etc) zum Aufbau von inner- und überinstitutionellen gesundheits- und
präventionsbezogenen Kommunikationsnetzwerken werden neue Wege erprobt, wie
Gesundheit zu einem persönlichen und behördlichen Thema gemacht werden kann.
-
Netzwerkbasiertes Gesundheitsprogramm Aktion „Gesunder Rücken“
Erfolgreiche Gesundheitsmanagementsysteme integrieren zur
gezielten Förderung der Beschäftigungsfähigkeit Gesundheitsprogramme, die an
organisationsspezifischen Belastung-, bzw. Beschwerdeschwerpunkten ansetzen und
offerieren für einen bestimmten Zeitraum risikogruppenspezifische
Interventionen. In der Finanzverwaltung hat sich der Schwerpunkt
„Rückenbeschwerden“ herauskristallisiert. Im Vordergrund steht im Rahmen des
Gesundheitsprogramms von INOPE hierbei die Entwicklung und Erprobung einer
innovativen Netzwerk-Strategie. D. h. Inhalte und Funktion des
Gesundheitsprogramms sollen im vorliegenden Verwaltungskontext durch die
Bündelung und Vernetzung vorhandener Ressourcen (Betriebsarzt,
Ergonomiebeauftragte), bestehender Kooperationen (Gesundheitseinrichtungen,
Sportvereine etc.) und dem Aufbau neuer Netzwerke realisiert werden.
[hier folgt in Kürze mehr]
-
Evaluation der Implementierung des GMS
Im Rahmen von INOPE werden verwaltungsspezifische
Controlling-instrumente entwickelt, die eine prozessorientierte Evaluation und
Feinsteuerung der Maßnahmen ermöglichen sollen. So sind die regelmäßige
(jährliche) Durchführung einer gesundheitsbezogenen Mitarbeiterbefragung und die
Rückmeldung der Ergebnisse nicht nur wichtige Instrumente der Einbindung und
Führung, sondern liefern zugleich wichtige Daten für die systematische
Überprüfung der Effekte des GMS z. B. auf die Organisationskultur oder das
betriebliche Gesundheitsklima. In diesem Zusammenhang ist auch die Schulung der
Führungskräfte für den Umgang mit den Instrumenten Bestandteil des Konzeptes.
-
Transfer des Verwaltungsspezifischen GMS
Nach der 24monatigen Erprobungsphase wird das GMS auf
weitere 20 Finanzämter übertragen werden. Hierzu werden innovative
netzwerkbasierte Strategien und Instrumente entwickelt und erprobt, die einen
organisationsübergreifenden Transfer unterstützen (Patenschaftssysteme). Ein
speziell auf den Verwaltungskontext abgestimmtes Anreizsystem soll weiterhin
helfen, Barrieren des Wissenstransfers zu überwinden.
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Aufbau eines netzwerkbasierten Systems zur Vermittlung und Qualitäts-sicherung
von gesundheitsbezogenen Präventionsdienstleistungen (GKC)
Durch die Installation des GKC im Rahmen des INOPE
Projektes wird eine Instanz geschaffen, die den Gedanken der
ressourcenorientierten Netzwerkbildung weiter voran treibt. Die Funktion des GKC
in der ersten Projektphase besteht in der Vermittlung und dem Aufbau von
Kontakten zwischen der Finanzverwaltung und qualitätsgeprüften Anbietern im
Gesundheitskontext, sowie die Entwicklung, Sicherung und Weiterentwicklung von
Qualitätsstandards. Im weiteren Projektverlauf kommt dem GKC zudem die Aufgabe
zu die bereits erprobten und bewährten Module des GMS praxisgerecht
aufzubereiten, um einen Transfer auf weitere öffentliche Verwaltungen zu
ermöglichen.
Schlagwörter: Gesundheitsförderung, Gesundheitsmanagement,
Gesundheitsprogramme, gesundheitsförderliche Führung, ressourcenorientierte
Netzwerke, Empowerment
Projektleitung: Prof. Dr. Bernhard Zimolong (RUB), Prof. Dr. Elke (RUB),
Prof. Dr. Wieland (BUW)
Projektpartner:
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Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr. B. Zimolong,
Prof. Dr. G. Elke
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Bergische Universität Wuppertal
Prof. R. Wieland
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Projektmitarbeiter: Dr. Christian Schwennen (RUB), MBA Jochen Gurt (RUB),
Dipl.-Psych. Beatrix Lehnhoff (RUB), Dipl.-Psych. Peter Görg (BUW), Dipl.-Psych.
Jarek Krajewski (BUW)
Ansprechpartner:
Gabriele Elke
Ausgewählte Publikationen:
Wieland,
R. (2006). Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen. In U.
Kleinbeck & K. H. Schmidt (Hrsg.), Arbeitspsychologie. Enzyklopädie der
Psychologie. Göttingen: Hogrefe
Zimolong,
B., & Elke, G. (2006). Arbeits- und Gesundheitsschutz: Betriebliche
Gesundheitsförderung. Studienbrief. Hagen: Fernuniversität.
Zimolong, B., & Elke, G. (2006). Occupational Health and
Safety Management. In G. Salvendy (Hrsg.), Handbook of Human Factors and
Ergonomics (S. 673-707). New York: Wiley.
Zimolong,
B., Elke, G. & Trimpop, R. (2006). Gesundheitsmanagement. In B. Zimolong & U.
Konradt (Hrsg.), Ingenieurpsychologie. Enzyklopädie der Psychologie (Bd.
D-III-2, S. 633-668). Göttingen: Hogrefe.
Drittmittelförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF),
Deutsche Luft- und Raumfahrtgesellschaft (DLR)
Laufzeit: 09/2006- 10/2010
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