Forschungsprofil des Lehrstuhls

Forschungsprofil
Transnationale U.S. Amerikanische Literaturen: Literarische Sinnverschiebungen in globalisierten Räumen.
Die Forschung des Teams von Prof. Dr. Freitag geht der Frage nach, wie aktuelle Veränderungen der US-Amerikanischen Literatur und ihrer Kanonisierungsstrategien seit den 1970ern bewertet werden können. Dabei liegt der Fokus auf den Effekten der gegenwärtigen, kapital- und technikinduzierten Globalisierung (wie sie zum Beispiel im veränderten Migrationsverhalten der Menschen zum Ausdruck kommt), bzw. als Resultat früherer Globalisierungsprozesse (wie zum Beispiel des Sklavenhandels oder der US-Amerikanischen Annexionspolitik). Ziel der Forschungsarbeiten ist es, eine definitorische und theoretische Perspektive auf gegenwärtige Sinnverschiebungen in literarischen und kulturellen (Kon-)Texten herauszuarbeiten, die Zeugnis vom Leben in einer Welt ablegen, die auf fundamentale Weise von Objekten, Bildern, Subjekten und Körpern in Bewegung geprägt ist (Arjun Appadurai). Dieser Problemkomplex gliedert sich an den Bereich Ethnic and Postcolonial Studies an, ohne sich dabei jedoch ausschließlich auf diesen zu beschränken. Ein Hauptanliegen der American Studies in Bochum ist es, Lesarten von "ethnischen" und "nicht-ethnischen" Texten, kulturellen Artefakten, Bildern, Filmen und Körpern zu erarbeiten, die sich auf transnationale Merkmale konzentrieren und dabei Parallelen, Überkreuzungen, Überschreibungen und Übersetzungen offenbaren, die innerhalb der Forschungslandschaft in den American Studies bislang im Verborgenen geblieben sind. Dabei arbeitet sich das Forscherteam von unterschiedlichen Blickwinkeln an die Frage heran, ob und wie ein Korpus transnationaler US-Amerikanischer Literatur ermittelt und bestätigt werden kann. Die gegenwärtige Tendenz, literarische Texte anhand ethnischer Gruppen zu klassifizieren, ist als deskriptives Werkzeug zwar hilfreich, impliziert aber in der Anwendung allzu oft starke Zuschreibungen und Bewertungen. Dieser Trend wird im Forschungsprofil des Lehrstuhls kritisch hinterfragt und gleichsam durch transnationale (Evangelia Kindinger, Selma Bidlingmaier), kosmopolitische (Dennis Mischke), techno-mediale (Matthias Zucker), körperdiskursive (Heike Steinhoff) und kultur-dialogische (Elisa Edwards) Analysen erweitert.

