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2005

Oliver Wittke

bis 2009 Minister für Bauen und Verkehr in NRW

Oliver Wittke hat an der Ruhr Universität Bochum Geographie und Wirtschaftswissenschaften studiert und sein Studium als Diplomgeograph abgeschlossen. Schon kurz darauf hat Oliver Wittke den Einstieg in die Politik gefunden. Nach seiner Oberbürgermeisterschaft in Gelsenkirchen, die von 1999 bis 2004 dauerte, war der stellvertretende Vorsitzende der CDU Ruhr von 2004 bis 2005 Mitglied in der Zukunftskommission von Jürgen Rüttgers zur Erarbeitung des Regierungsprogramms 2005 - 2010. Von 2005 bis 2009 war Oliver Wittke Minister für Bauen und Verkehr der neuen Landesregierung NRW. Seit 1. Juni 2009 ist er Geschäftsführer der Duisburger Hellmich-Gruppe.

Es ist ein Fehler, erst einen Beruf und dann ein Studium zu wählen.
 

RUB Alumni: Warum haben Sie damals Bochum als Studienort gewählt? Gab es auch Überlegungen nicht in Bochum zu studieren?

Wittke: Natürlich war die Wohnortnähe ein wichtiges Argument – und damit die Möglichkeit, weiter in Gelsenkirchen „Politik machen zu können“. Darüber hinaus hatten (und haben) die Wirtschaftswissenschaftler (mein 1. Studienfach) einen guten Ruf.

RUB Alumni: Was fällt Ihnen für eine nette Anekdote ein, wenn Sie an Ihr Bochumer Studium zurückdenken?

Wittke: Am 10. November 1989, ich war studentische Hilfskraft bei Prof. Bayer (öffentliches Recht an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft), kam der Chef ins Büro und meinte: „Das ist die Wiedervereinigung.“ Wir hielten ihn -fälschlicherweise- für verrückt.

RUB Alumni: Fassen Sie Ihr Geographie-Studium in vier Worte zusammen!

Wittke: Beste Spezialausbildung für’s Allgemeine

RUB Alumni: Wie lange hat es gedauert, bis Sie das Geschosssystem der Universität durchschaut haben?

Wittke: 3 Semester? Aber mein Auto habe ich auch danach noch gesucht.

RUB Alumni: Welchen Gegenstand aus Ihrer Studienzeit besitzen Sie noch heute?

Wittke: Ein Schild „Erzieher vom Dienst“ aus dem Ausbildungszentrum der Deutschen Reichsbahn in Berlin, das eben dort während der Übernachtung im Rahmen einer Exkursion „abhanden“ kam.

RUB Alumni: Wenn Sie in der heutigen Zeit Rektor bzw. Kanzler wären, was würden Sie ändern bzw. initiieren? …besser machen? Was hätten Sie für eine Idee, wenn der Vorschlag kostendeckend sein müsste?

Wittke: Ich würde für möglichst viele Freiheiten für meine Universität kämpfen, weil wir vor Ort am besten wissen, wo Geld und Personal am effektivsten eingesetzt werden.

RUB Alumni: Was vermissen Sie an meisten, wenn Sie an Ihre Studienzeit an der Bochumer Uni zurückdenken?

Wittke: Die freien Abende!

RUB Alumni: Was verbindet Sie heute mit der Bochumer Universität?

Wittke: Nach wie vor Kontakte in dem Fachbereich Geographie und die Tatsache, dass ich immer wieder ehemalige Kommilitonen und Dozenten treffe, da Geographen vielfältig einsetzbar sind.

RUB Alumni: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Ihrem Studium und Ihrer jetzigen beruflichen Tätigkeit?

Wittke: Hätte ich mir als Diplom-Geograph ein Ministerium zuschneidern dürfen, hätte ich es genau so zugeschnitten – vielleicht ergänzt um die Landesplanung!

RUB Alumni: Wenn Sie heute noch einmal studieren würden, welches Fach würden Sie heute wählen bzw. empfehlen und warum? Was würden Sie gerne den heutigen Bochumer Studierenden mit auf den Weg geben?

Wittke: Nachdem ich - nach einer nicht bestandenen Vordiplomprüfung - von Wirtschaftswissenschaft zu Geographie gewechselt habe, sagte mir ein wichtiger Unternehmensführer: „Es ist ein Fehler, erst einen Beruf und dann ein Studium zu wählen. Umgekehrt muss es sein. Wer das studiert, woran er Interesse hat, bringt gute Leistungen. Dann kommt der Beruf von allein.“ Recht hatte er! Deshalb würde ich immer wieder, dann wohl sofort, Geographie studieren und den Ratschlag zur Studienwahl gerne weitergeben.

RUB Alumni: Vielen Dank für das Gespräch.