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2004

Prof. Dr. Mario Theissen

bis Juli 2011 Motorsportdirektor von BMW

Prof. Dr. Mario Theissen studierte von 1971-1977 Maschinenbau an der RWTH Aachen und promovierte 1989 an der Fakultät für Maschinenbau der RUB. Bereits seit 1977 war er als Diplom-Ingenieur bei BMW tätig. Er ist heute Honorarprofessor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und war bis Juli 2011 Motorsportdirektor von BMW (Formel 1).


 

Verglichen mit anderen Universitäten, die über
Jahrzehnte gewachsen sind, war alles aus einem Guss.

RUB Alumni: Warum haben Sie damals Bochum als Ort Ihrer Promotion gewählt?

Dr. Theissen:Ich habe als junger BMW-Ingenieur in der Motorenberechnung gearbeitet. Das Ladungswechselprogramm PROMO kam aus Bochum; über den FVV Arbeitskreis entstand der Kontakt. Nach 2-jähriger Mitarbeit habe ich bei Prof. Seifert angeklopft, und er hat mich als Doktoranden aufgenommen.

RUB Alumni: Warum haben Sie noch promoviert?

Dr. Theissen: Es war die seltene Gelegenheit, wissenschaftliche und industrielle Arbeit zu verknüpfen, die mich gereizt hat.

RUB Alumni: Hat Ihnen das für Ihre Karriere genützt?

Dr. Theissen: In meinem Fall hatte der Dr.-Titel keinen Einfluss, da ich zu dem Zeitpunkt bereits im Unternehmen war. Da zählt dann nur noch die Leistung.

RUB Alumni: Und könnten Sie uns kurz skizzieren, wie Ihr Arbeitsalltag abläuft?

Dr. Theissen: Während der Rennsaison verteilt sich die Arbeit auf 3 Standorte: München, wo der Formel 1 Antrieb entsteht und die übrigen Rennprojekte zu Hause sind. Dann die Formel 1 Teambasis in Hinwil, CH. Und natürlich die Rennstrecke. Ich pendle zwischen den Standorten und bin von Donnerstagmittag bis Sonntagabend an der Rennstrecke. Das Aufgabenspektrum ist breit: von der Technik über Fahrer, Rennstrategie, Sponsoring bis hin zur Pressearbeit.

RUB Alumni: Wie war Ihr erster Eindruck von der Campus-Architektur?

Dr. Theissen: Der Campus wirkte auf mich damals sehr modern und neu. Verglichen mit anderen Universitäten, die über Jahrzehnte gewachsen sind, war alles aus einem Guss. Das Leben auf dem Campus habe ich leider nie kennen gelernt. Als externer Doktorand bin ich immer nur tageweise an der RUB gewesen.

RUB Alumni: Mit welchen Personen oder Orten, die Sie an der RUB kennen gelernt haben, verbinden Sie noch besondere Erinnerungen?

Dr. Theissen: Nachdem meine Promotion fast 20 Jahre zurückliegt, sind die damaligen Weggefährten längst nicht mehr am Lehrstuhl. Kontakt habe ich nach wie vor zu Prof. Seifert, und der Festakt zu seinem Geburtstag war auch Anlass meines letzten Besuches an der RUB.

RUB Alumni: Was vermissen Sie an meisten, wenn Sie an Ihre Zeit an der Bochumer Uni zurückdenken?

Dr. Theissen: Meine eigene Jugend.

RUB Alumni: Was würden Sie gerne heutigen Bochumer Studierenden mit auf den Weg geben?

Dr. Theissen: Fachwissen ist wichtig, aber Studium bedeutet mehr, bedeutet Persönlichkeitsentwicklung. Das Studium soll auch dazu genutzt werden, andere Kulturen, Menschen und Denkweisen kennen zu lernen. Sonst ist die Vorbereitung auf das Arbeitsleben nicht komplett.

RUB Alumni: Vielen Dank für das Gespräch.

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