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2005

Dietmar Spohn

Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum GmbH

Dietmar Spohn studierte von 1979 bis 1985 Maschinenbau an der RUB und schloss das Studium erfolgreich als Diplom-Ingenieur ab. Seit Januar 2005 ist Herr Spohn technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum. Damit ist er verantwortlich für die Technik von Gas, Wasser, Strom und Fernwärme und für die Gesamtstrategie des Unternehmens. Herr Spohn ist bereits seit 1985 bei RWE/VEW in verschiedenen führenden Positionen tätig gewesen. Unter anderem war er Prokurist der VEW AG, Prokurist und Direktor der RWE Gas AG und zuletzt Bereichsleiter der RWE Energy AG für Netze/Prozesse (Strom, Gas, Wasser), Forschung und Entwicklung, Einkauf/Logistik.

Außerdem haben wir einem Professor die goldene Säge
verliehen, das fand der allerdings nicht so gut.

RUB Alumni: Warum haben Sie Bochum als Studienort gewählt? Gab es auch Überlegungen woanders hin zu gehen?

Spohn: Es gab Überlegungen, nach Aachen oder Braunschweig zu gehen, die waren aber mehr an mein Hobby geknüpft und das ist heute immer noch das Segelfliegen. Die Aachener und Braunschweiger Uni sind dafür bekannt, dass sie gute akademische Fliegergruppen haben. Außerdem wurde dort auch viel Forschung im Segelflugzeugbau betrieben, darin lag mein Interesse. Aber dann habe ich mich doch heimatnah entschieden, weil ich „Herner Junge“ bin. Das war etwas einfacher von der Logistik und von den Kosten her. Der andere Grund war, dass ich damals in der Sportfördergruppe bei der Bundeswehr und Landeskadermitglied war und so weiterhin heimatnah trainieren konnte.

RUB Alumni: Erinnern Sie sich an eine Anekdote aus Ihrem Studium?

Spohn: Woran ich mich sehr gut und gerne erinnere, das waren die nächtlichen Events und Meetings in den Zeichensälen. Maschinenbaustudenten müssen ja viel zeichnen und da haben sich die Studenten in der Regel abends und in der Nacht mit Pizza und so weiter getroffen.
Außerdem haben wir einem Professor die goldene Säge verliehen, das fand der allerdings nicht so gut. Damals sind ca. 90% der Studenten durch die Klausur gefallen und da haben wir ihm in der nächsten Vorlesung eben die goldene Säge verliehen. Fand er aber gar nicht witzig.

RUB Alumni: Wenn Sie Ihr Studium in vier Worten zusammenfassen würden, wie würden Sie es beschreiben?

Spohn: Lehrreich, eine gute Grundlage für meinen weiteren Beruf, bisweilen amüsant, hartes Studium, da hat sich Spreu vom Weizen getrennt, war kein Zuckerschlecken, insbesondere wenn ich an mein Mathematikstudium denke.

RUB Alumni: Besitzen Sie noch einen Gegenstand aus Ihrer Studienzeit?

Spohn: Viele! Ich habe meine ganzen Utensilien zum Zeichnen noch, alle meine Lehrbücher und die gesamten Unterlagen aus den Vorlesungen, allerdings in Kisten verpackt.

RUB Alumni: Wie lange hat es gedauert, bis Sie das Geschosssystem der Uni durchschaut haben?

Spohn: Dafür habe ich ein paar Wochen gebraucht. Wenn man aus dem Aufzug kam, wusste man am Anfang nie so genau: „Wo muss ich jetzt hinlaufen, links oder rechts?“.

RUB Alumni: Was würden Sie als Rektor oder Kanzler der RUB ändern wollen?

Spohn: Ich war jetzt lange nicht mehr an der RUB – insofern kenne ich die RUB heute nicht so genau. Wenn ich mich an früher erinnere, hätte ich das Umfeld verbessert. Aber ich glaube, da hat sich zwischenzeitlich einiges getan. Also wenn ich an diese Bauruine von MB denke, die ja mittlerweile wohl bezogen worden ist…….. Aus heutiger Sicht kann ich wenig dazu sagen.

RUB Alumni: Was verbindet Sie heute noch mit der Bochumer Uni?

Spohn: Im Moment habe ich mit der Bochumer Uni wieder Kontakt, auch im Rahmen des Geothermie-Projektes. (Ein Forschungsprojekt, bei dem man eine Tiefenbohrung in 4.000m ansetzen will, um Wärme aus der Tiefe zu fördern und damit eine Wärmeversorgung im näheren Umfeld zu realisieren, beispielsweise der Ruhr-Uni.) Daran sind wir als Stadtwerke beteiligt. Wir werden in den nächsten Jahren schauen, inwieweit das eine Rolle für die Energieversorgung der Zukunft spielen kann.

RUB Alumni: Was vermissen Sie am meisten, wenn Sie an Ihre Studienzeit zurückdenken?

Spohn: Das unbeschwerte in den Tag hinein leben. Heute ist jeder Tag bei mir durchorganisiert von morgens bis manchmal spät in den Abend und auch vielfach an den Wochenenden. Damals konnte man den Tag etwas anders nutzen.Mal sind wir in den botanischen Garten gegangen und haben dort unsere Vorbereitungen für die nächste Klausur oder die nächste Vorlesung getroffen, oder...wir haben gar nichts gemacht. (lacht) Aber das war natürlich leider selten.

RUB Alumni: Wenn Sie heute noch mal studieren würden, welches Fach würden Sie dann wählen?

Spohn: Ich würde nach wie vor Ingenieurwissenschaften studieren. Maschinenbau oder Elektrotechnik. Ich würde aber empfehlen, Wirtschaftswissenschaften alsFach zu vertiefen und vielleicht auch ein Stück weit das Fach Recht, aber insbesondere einen Schwerpunkt auf Betriebswirtschaft legen.

RUB Alumni: Was würden Sie den heutigen Bochumer Studierenden mit auf den Weg geben?

Spohn: Wie schon bei der Fächerwahl beschrieben. Außerdem sollten sie auf eine relativ angemessene Studienzeit achten und auf einen einigermaßen vernünftigen Zensurenspiegel. Wenn ich Absolventen habe, sehe ich schon darauf, wie der Zensurenspiegel ist, wie die Länge der Studienzeit und wie sich das zueinander verhält. Aber ich würde mich auch neben dem Studium mit Dingen beschäftigen, die einem Spaß machen. Gut ist, wenn man besondere Fähigkeiten aufweisen kann; im sportlichen Bereich ist das sicherlich auch nicht schlecht.

RUB Alumni: Vielen Dank für das Gespräch.