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2005

Dr. Ralf Schremper

bis 2008 Senior Vice President bei Bertelsmann

Dr. Ralf Schremper studierte Wirtschaftswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten Köln, Bochum und Berkeley. 2001 schloss er sein Studium in Bochum mit einer Promotion ab. Von 1998 bis Ende 2001 war Herr Dr. Schremper als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Unternehmensrechnung der RUB beschäftigt und widmete sich als Dozent am Universitätsseminar der Wirtschaft (USW) der Lehre. 2002 stieg er beim Unternehmen Bertelsmann ein und war seit April 2004 als Vice President Corporate Strategy & Business Development bei der RTL Group in Luxemburg tätig. Von 2005 bis 2008 war er Head of Corporate Network und Senior Vice President bei Bertelsmann. Heute ist er Geschäftsführer der scoyo GmbH in Hamburg.

Es gab immer zwei Gerüchte: erstens, dass man sich verläuft und zweitens, dass die RUB die höchste Selbstmordrate hat - beides kann ich nicht bestätigen.

RUB Alumni: Warum haben Sie zunächst Bochum als Studienort ausgewählt?

Dr. Schremper: Anfangs hatte ich mich noch nicht entschieden, ob ich BWL oder VWL studieren wollte und fand den Gedanken des integrierten Studiums sehr gut. Im Grundstudium habe ich dann festgestellt, dass BWL eher meine Richtung ist. Zum Hauptstudium habe ich mir dann die Uni Köln ausgesucht, die die Schwerpunktfächer, auf die ich mich konzentrieren wollte, sehr gut vertreten hat.

RUB Alumni: Fällt Ihnen eine Anekdote aus Ihrer Zeit hier an der Bochumer Uni ein?

Dr. Schremper: Eine lustige Anekdote? Ehrlich gesagt nicht. Während meines Grundstudiums habe ich unglaublich viel gearbeitet und kein „richtiges“ Studentenleben geführt. Der Nachteil von Bochum ist, dass es eben eine Pendler-Uni ist. Dies war auch ein Grund für mich, nach Köln zu wechseln. Das ist eben der Unterschied zu Unis die entweder kleiner sind, oder zu Städten, wo man als Student hinzieht, da kriegt man einfach eine andere Studentencommunity hin.

RUB Alumni: Haben Sie sich hier des Öfteren verlaufen?

Dr. Schremper: Nie. Es gab immer zwei Gerüchte: erstens, dass man sich verläuft und zweitens, dass die RUB die höchste Selbstmordrate hat - beides kann ich nicht bestätigen.

RUB Alumni: Besitzen Sie noch etwas aus Ihrer Studienzeit?

Dr. Schremper: Ja, klar. Aus der Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter, habe ich natürlich noch einen Berg von Unterlagen. Außerdem habe ich T-Shirts von der Uni. Bei Bertelsmann trage ich zwar meistens Anzüge, aber beim Joggen regelmäßig RUB T-Shirts.

RUB Alumni: Gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Ihrem Studium und Ihrem Job?

Dr. Schremper: Ja, klar. Wenn man ins Corporate Umfeld will oder in analytische Bereiche, dann sollte man BWL studiert haben, oder VWL oder irgendetwas Artverwandtes. Es gibt ja auch Ingenieure die in BWL promovieren. Wichtig ist ein sehr fundiertes, analytisches Verständnis.

RUB Alumni: Gibt es irgendetwas, dass Sie am meisten vermissen aus Ihrer Zeit hier?

Dr. Schremper: Ich vermisse die grundsätzliche Freiheit, die ich an der Uni genossen habe. Heute ist mein Terminkalender von morgens acht bis abends acht oder neun Uhr komplett durchgetaktet. Früher hatte ich da einfach mehr Flexibilität. Bei Prof. Pellens am USW und auch im Rahmen der Ausbildung zum Financial Consultant der Deutschen Bank, habe ich nebenbei relativ viele Lehrveranstaltungen gegeben. Diese ganzen Lehrtätigkeiten vermisse ich schon.

RUB Alumni: Wenn Sie heute Kanzler oder Rektor der Uni wären, was würden Sie verändern oder initiieren?

Dr. Schremper: Ich würde versuchen Unternehmen stärker an die Uni zu binden. Ich mache auch sehr viel Recruiting für Bertelsmann. Wir haben unsere Zieluniversitäten in Deutschland und auch international, insbesondere in den USA. Die US-Unis haben ein viel professionelleres Verständnis für die Verknüpfung mit der Praxis und wie man Karriere-Optionen für junge Menschen schafft. Da ist man in deutschen Unis relativ alleingelassen, was ich gerne ändern würde. Da ist der Widerstreit: die Uni will sich nicht binden und anbiedern, das „fühlt“ sich für die Uni nicht natürlich an, alles über Netzwerke. Daher würde ich versuchen diesen Netzwerkgedanken auch in die Praxis hinein zu verstärken.

RUB Alumni: Würden Sie heute noch mal dasselbe studieren?

Dr. Schremper: Ja, auf jeden Fall.

RUB Alumni: Gibt es etwas, dass Sie Bochumer Studierenden gerne mit auf den Weg geben möchten?

Dr. Schremper: Ich hab relativ schnell studiert und ich hab mich eigentlich immer geärgert über Leute, die sich über die Studienbedingungen beklagt haben. Ich glaube, die Klagementalität ist auch etwas typisch Deutsches. Es mag sein, dass es hier nicht so perfekt ist wie in den USA, aber ich finde, die Leute sollten viel, viel stärker und konsequenter von vornherein ihre Ausrichtung suchen. So sind jedem Studenten und Absolventen in Deutschland noch die Türen weit offen. Es ist eine andere Sache in England oder in den USA, wo bereits mit der Wahl der Uni schon die späteren Karrieremöglichkeiten wesentlich beeinflusst werden.
Die Studenten in Deutschland sollten es nutzen, schnell zu studieren und ihre Zukunft in die Hand zu nehmen!

RUB Alumni: Vielen Dank für das Gespräch.

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