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2005

Dr. Martin H. Ludwig

Geschäftsführer der ima GmbH

Dr. Martin H. Ludwig studierte von 1986-1990 Maschinenbau an der Ruhr-Universität Bochum und schloss im Jahr 2000 seine Promotion ab. Während der Promotion machte Dr. Ludwig sich als beratender Ingenieur im Bereich der Datenverarbeitung selbständig und damit sein Hobby zum Beruf. Heute ist er Geschäftsführer der ima GmbH, einem EDV-Dienstleister für mittelständische Unternehmen. Außerdem ist er als Prokurist für die GEDIM AG tätig, einem Anbieter von Computersoftware im Bereich Tele-Medizin mit dem Schwerpunkt Diabetesüberwachung und Wunddokumentation. Dabei werden die Möglichkeiten der modernen Kommunikation zur besseren Verständigung zwischen Patienten, Ärzten und Pflegern genutzt.

In einige Skripte habe ich noch mal reingeschaut, weil es schon vorkam, dass mal ein Auftrag kam, der mit Maschinenbau zu tun hatte.

RUB Alumni: Warum haben Sie damals Bochum als Studienort ausgewählt?

Dr. Ludwig: Das war ein ganz banaler Grund. Ich hatte mir damals Aachen als Renommée-Universität und Bochum als Alternativen ausgewählt. Aachen hatte den Nachteil, dass die Vorlesungen aufgrund der hohen Studentenzahlen mit Videokonferenzen in mehrere Hörsäle übertragen werden mussten. In Bochum hat damals der Saal HZO 10 gerade noch ausgereicht. So ist die Wahl auf Bochum gefallen: Aufgrund der Nähe und weil das Betreuungsverhältnis im Vergleich zu Aachen noch einigermaßen positiv zu sein schien.

RUB Alumni: Warum haben Sie sich für Ihr Studienfach Maschinenbau entschieden?

Dr. Ludwig: Da war auf der einen Seite eine Prägung aus dem Elternhaus, mein Vater ist auch Maschinenbauingenieur. Es war also eine technische Vorprägung vorhanden. An Maschinenbau hat mich neben meiner Leidenschaft für Technik fasziniert, dass man sehen kann, was passiert. Das hat gegenüber Elektrotechnik am Ende emotional den Ausschlag gegeben. Gegen Ende des Studiums habe ich mich parallel für Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben, weil ich ursprünglich Wirtschaftsingenieur werden wollte. In Bochum zielte die Ausrichtung des Wirtschaftsstudiums sehr stark auf Großunternehmen. Mein Herz ging aber eher in Richtung Mittelstand, auch aus historischen Gründen – mein Vater ist auch selbständig. Das Zweitstudium der Wirtschaftswissenschaften habe ich dann aus diesen Gründen nicht abgeschlossen und letztendlich durch einen persönlichen Kontakt in Maschinenbau promoviert.

RUB Alumni: Wie war denn Ihr erster Eindruck von der Campus-Architektur?

Dr. Ludwig: Ambivalent. Auf der einen Seite ist ein abstoßender Effekt vorhanden, einfach aufgrund der Größe und der Betonmassen. Auf der anderen Seite sieht man, dass es ein geplanter Campus ist und darin liegt auch eine gewisse Faszination. Insofern ist „ambivalent“ der richtige Ausdruck.

RUB Alumni: Verbinden Sie auch Erinnerungen mit der RUB Mensa?

Dr. Ludwig: Zumindest in den ersten Jahren bin ich dort oft essen gegangen. Das war noch die Zeit, als das Essen über zwei lange Transportbänder transportiert wurde. Da saß dann immer eine Dame vor einem dieser Bänder, nahm mir einen Metallchip ab, den ich zuvor an der Kasse gekauft hatte und ich bekam dann das Essen ausgehändigt. Dieses Bild ist bei mir hängengeblieben.

RUB Alumni: Die Mensa ist ja umgebaut und 2006 wiedereröffnet worden. Haben Sie sich das schon einmal angesehen?

Dr. Ludwig: Selbst habe ich mir den Neubau noch nicht angesehen. Ich habe mir allerdings von Bekannten sagen lassen, dass sie sehr schön geworden sei.

RUB Alumni: Können Sie in einem Satz ihr Studium an der RUB beschrieben?

Dr. Ludwig: Vielseitig.  – Das war jetzt allerdings ein Wort (lacht).

RUB Alumni: Gab es damals Dinge oder Umstände im Studienbetrieb, die Sie als verbesserungswürdig betrachtet haben?

Dr. Ludwig: In der damaligen Zeit war das mit Sicherheit der Massencharakter, der inzwischen aufgrund der stark gesunkenen Studentenzahlen wohl kein Problem mehr darstellt. Was wahrscheinlich nach wie vor ein Thema ist, dass man in einer Fakultät zu wenig von den anderen Fakultäten weiß. Ich habe erst nach dem ersten Abschluss die Möglichkeit genutzt, auch mal in andere Fakultäten reinzuriechen und bin als Fachfremder immer sehr nett und freundlich aufgenommen worden, habe das also auf jeden Fall nicht bereut. Aber diese Möglichkeit, die gerade eine Campus-Uni bietet, wurde zumindest in meiner Generation im Maschinenbau-Bereich zu wenig wahrgenommen.

RUB Alumni: Wo haben Sie da reingeschnuppert?

Dr. Ludwig: Ich habe neben meinem Zweitstudium in Wirtschaftswissenschaften noch ein paar Seminare im Bereich Philosophie und Mathematik besucht. Einfach mal, um auch in andere Bereiche reinzuschauen, die einen im Leben beschäftigen.

RUB Alumni: Wie gestaltete sich denn das Ende Ihres Studiums? Gab es beispielsweise eine Akademische Abschlussfeier an Ihrer Fakultät?

Dr. Ludwig: Nein, die gab es nicht. Ich habe, glaube ich, irgendwann mein Abschlusszeugnis im Sekretariat abgeholt, das war relativ unprätentiös.

RUB Alumni: Und wie sind Sie damals mit Ihren Kommilitonen auseinander gegangen?

Dr. Ludwig: Das hat sich bereits an der Universität verlaufen, weil die Vertiefungsrichtungen unterschiedlich waren und wir dadurch keine gemeinsamen Vorlesungen mehr hatten. Wir haben dann privat noch Kontakt gehalten, uns manchmal auf Geburtstagsfeiern gesehen oder einer hat dann mal geheiratet. Aber da war kein universitärer Zusammenhalt mehr.

RUB Alumni: Nach Ihrem Studium haben Sie sich direkt selbständig gemacht?

Dr. Ludwig: Ja, erst als beratender Ingenieur, noch parallel zur Promotion, und das Weitere hat sich mehr oder weniger daraus ergeben. Der Bereich Tele-Medizin ergab sich aus Kontakten, die ich in einem Projekt mit dem Bergmannsheil und der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Uni geknüpft hatte.

RUB Alumni: Würden Sie sagen, dass Ihr Studium Sie auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet hat?

Dr. Ludwig: Menschlich und von der Denkweise her, ja. Fachlich gesehen passen Maschinenbau und EDV natürlich nicht zusammen. Aber vom technischen Denken und vom Umgang mit entsprechend technisch ausgerichteten Kunden auf jeden Fall.

RUB Alumni: Ist es für Ihre Kunden wichtig ist, dass Sie Maschinenbauer sind?

Dr. Ludwig: Ich denke der Effekt des Stallgeruchs ist auf jeden Fall vorhanden.

RUB Alumni: Gibt es Personen, die Sie an der Ruhr-Uni kennengelernt haben, mit denen Sie noch besondere Erinnerungen verbinden? Vielleicht Professoren, die Sie besonders beeinflusst haben?

Dr. Ludwig: Ganz klar mein Doktorvater, Professor Vasanta Ram. Er ist zwar seit einigen Jahren emeritiert, aber nach wie vor an der Uni tätig. Er war damals auch Betreuer der CIP-Insel, dieses Computer-Investitions-Programm des Bundes und der Länder, und so habe ich schon als studentische Hilfskraft mit ihm zu tun gehabt. Meine Promotion ist auch eigentlich mehr aufgrund der menschlichen Komponente zustande gekommen. Ich wollte an der Universität bleiben und auch forschen. Die Promotion war im Bereich der Strömungsmechanik, und ich hatte ja eigentlich Automatisierungstechnik vertieft. Das war also etwas Neues und Spannendes, das hat mich fasziniert.

RUB Alumni: Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem Doktorvater?
 
Dr. Ludwig: Ja, so alle halbe Jahre trifft man sich, beispielsweise wenn er EDV-Probleme hat … (schmunzelt).

RUB Alumni: Gibt es einen Ort auf dem Campus, mit dem Sie besondere Erinnerungen verbinden?

Dr. Ludwig: Der chinesische Garten, weil ich da gerne gesessen habe und gelesen habe. Und die zuvor angesprochene CIP-Insel, weil ich dort auch eine sehr schöne Zeit verbracht habe. Es waren nette Kollegen und Kolleginnen dabei, wir hatten da auch eine Menge Spaß.

RUB Alumni: Besitzen Sie noch einen Gegenstand aus Ihrer Studienzeit?

Dr. Ludwig: Ich habe noch meine Tusche-Zeichenstifte aufgehoben. Und ich besitze noch nahezu sämtliches Lehrmaterial. In einige Skripte habe ich noch mal reingeschaut, weil es schon vorkam, dass mal ein Auftrag kam, der mit Maschinenbau zu tun hatte. In einige Dinge, das weiß ich definitiv, da schaue ich nicht mehr rein, die könnten eigentlich auch weg.

RUB Alumni: Können Sie beschreiben, was Ihr Studium für Ihr Leben bedeutet?

Dr. Ludwig: Eine wichtige Phase der sowohl wissensbezogenen als auch persönlichen Weiterbildung und vor allem Weiterentwicklung. Eine Zeit großer Selbständigkeit und eine Zeit großer Möglichkeiten.

RUB Alumni: Möchten Sie heutigen Bochumer Studierenden noch etwas mit auf den Weg geben?

Dr. Ludwig: Die Möglichkeiten, die von der Universität oder auch von der Stadt oder von der Umgebung geboten werden, zu nutzen. Und sich möglichst breit aufzustellen, mitzunehmen, was einem geboten wird.

RUB Alumni: Vielen Dank für das Gespräch.

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