RUB » Alumni » Im Gespräch » Wirtschaft » Walter Jochmann

2004

Dr. Walter Jochmann

Vorsitzender der Geschäftsführung Kienbaum Management Consultants GmbH

Dr. Jochmann studierte in Bochum Psychologie und promovierte über die beruflichen Wechselmotivationen von Führungskräften. Er ist seit 1983 bei der Kienbaum Unternehmensgruppe. Seit 1997/98 ist Dr. Jochmann Vorsitzender der Geschäftsführung der Kienbaum Management Consultants GmbH, in der die Unternehmensberatungs-Aktivitäten der Kienbaum-Gruppe gebündelt sind und seit 1999 Geschäftsführer in der Kienbaum Holding.

Als ich das erste Mal den Campus gesehen hab, diese riesige, damals neue Wissenslandschaft mit viel Beton – eingepflanzt in das schöne hügelige Ruhrtal. Das waren doch zwei Welten.

RUB Alumni: Warum haben Sie damals Bochum als Studienort gewählt? Haben Sie auch überlegt nicht in Bochum zu studieren?

Dr. Jochmann: Ich habe überlegt in Münster zu studieren, habe mich aber für Bochum entschieden. Wichtig war dabei zum einen die naturwissenschaftlichte Ausrichtung und das Fach Psychologie. Außerdem war natürlich die Standortnähe zu meinem Wohnort Lüdenscheid ausschlaggebend.

RUB Alumni: Was fällt Ihnen für eine nette Anekdote ein, wenn Sie an Ihr Bochumer Studium zurückdenken?

Dr. Jochmann: Als ich das erste Mal den Campus gesehen hab, diese riesige, damals neue Wissenslandschaft mit viel Beton – eingepflanzt in das schöne hügelige Ruhrtal. Das waren doch zwei Welten. Ansonsten erinnere ich mich gerne an die sarkastisch-ironischen, analytisch zielsicheren Kommentare von Prof. Wottawa in Vorlesungen und Praktiker-Gesprächen. Im Übrigen seine Haltung: In der Praxis läuft es anders – und letztlich kommt es auf Erfolge in der Praxis an …

RUB Alumni: Fassen Sie Ihr Studium in vier Worte zusammen!

Dr. Jochmann: Lehrreich – Impulse gebend – partnerschaftlich – herausfordernd.

RUB Alumni: Wie lange hat es gedauert, bis Sie das Geschosssystem der Universität durchschaut haben?

Dr. Jochmann: Wahrscheinlich habe ich es niemals durchschaut.

RUB Alumni: Welchen Gegenstand aus Ihrer Studienzeit besitzen Sie noch heute?

Dr. Jochmann: Mein Studienbuch habe ich noch und noch einige Vorlesungsskripte und –mitschriften. Und das meiste an der damaligen Literatur.

RUB Alumni: Wenn Sie in der heutigen Zeit Rektor bzw. Kanzler wären, was würden Sie ändern? Was hätten Sie für eine Idee, wenn der Vorschlag kostendeckend sein müsste?

Dr. Jochmann: Da hätte ich folgende Vorschläge: Ich würde ein Bewertungs- und Feedbacksystem für alle Lehrenden, insbesondere natürlich auch Professoren, einrichten sowie ein Beratungsmodell der Professoren mit begrenzten Studententeams. Außerdem fände ich eine stärkere Verankerung der Unternehmenspraktika in das Kurssystem sinnvoll. Die Studenten sollten auch besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden, z.B. durch Probe-Assessments, Austausch von Wirtschaftsinformationen, regelmäßige externe Referenten und Wochenend-Workshops mit externen Referenten. Die Vorlesungen sollten jährlich geplant werden und die Aktualisierung an Benchmark-Knowhow (USA, Praxisliteratur aus der Wirtschaft …) ist dringend notwendig. Im Übrigen ist keiner dieser Vorschläge kostenrelevant.

RUB Alumni: Was vermissen Sie am meisten, wenn Sie an Ihre Studienzeit zurückdenken?

Dr. Jochmann: Einige der Professoren und Kurse.

RUB Alumni: Was verbinden/verbindet Sie heute mit Bochum/der Bochumer Universität?

Dr. Jochmann: Die Abende mit Kommilitonen in Bochumer Kneipen und das Zusammengehörigkeits-Gefühl während der Prüfungsvorbereitung.

RUB Alumni: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Ihrem Studium und Ihrer jetzigen beruflichen Tätigkeit?

Dr. Jochmann: Das Psychologiestudium war hilfreich für den Einstieg in der Funktion Personalwesen und der Industrie-Personalberatung. In den letzten 15 Jahren habe ich mich deutlich stärker auf die praktische Unternehmensführung und die klassische Unternehmensberatung konzentriert. Hilfreich wäre hierzu eine Studienkombination aus Psychologie und Betriebswirtschaft gewesen. Durch Praktika in der Personalberatung hat das Studium für mich allerdings eine klare Relevanz für den weiteren Berufsweg gehabt.

RUB Alumni: Wenn Sie heute noch einmal studieren würden, welches Fach würden Sie heute wählen bzw. empfehlen und warum? Würden Sie auch wieder in Bochum studieren?

Dr. Jochmann: Wahrscheinlich Betriebswirtschaft mit Fokus internationales Human Resources Management. Bei Bochum würde ich bleiben – bei entsprechenden Studieninhalten natürlich…

RUB Alumni: Was würden Sie gerne den heutigen Bochumer Studierenden mit auf dem Weg geben?

Dr. Jochmann: Ich würde sagen, dass sie sich über ihre beruflichen Motive und eigenen Stärken klar werden sollten und ihre Studien- und Berufswegplanung hieran ausrichten. Außerdem sollten sie frühzeitig Praxiskontakte etwa mit Praktika und sonstigen Arbeitskreisen aufbauen. Wichtig ist es auch überdurchschnittliches Engagement zu zeigen, durch Zusatzausbildungen, Hilfskraftstellen, Teilnahme an Projekten und ähnliches. Netzwerke zu anderen Universitäten und Unternehmen aufzubauen ist auch immer eine gute Sache. Die heutigen Studierenden profitieren von den internationalen Research-Möglichkeiten des jeweiligen Fachs und sollten so eine klare internationale Orientierung verfolgen. Natürlich sollten sie auch keinesfalls zu lange studieren und die Auswahlkriterien der Unternehmen an High Potentials berücksichtigen.

RUB Alumni: Vielen Dank für das Gespräch.

RUB Alumni-Verzeichnis

eintragen und Mitglied werden