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2005

Tom Dreibrodt

freiberuflicher Fotograf/Supervising Producer bei QVC Studio GmbH

Tom Dreibrodt schloß 1996 sein Studium der Filmwissenschaft mit dem Magisterexamen ab. Bis zum Studienende war er Redakteur und Moderator einer Radiosendung. Nach der Studienzeit arbeitete er als freier Autor und veröffentlichte bis 2002 insgesamt drei Bücher, darunter 'Lang lebe das neue Fleisch - Die Filme von David Cronenberg'. Herr Dreibrodt ist als Supervising Producer bei QVC Studio GmbH tätig. Seit 2002 arbeitet er freiberuflich als Fotograf und gründete 2005 sein eigenes Unternehmen, 'Foto- und Print-Design'.

Zu meiner Zeit war das aktuellste Buch in der Bibliothek der Film- und Fernsehwissenschaften mindestens 20 Jahre alt.

RUB Alumni: Warum haben Sie sich damals für die RUB entschieden? Wollten Sie auch mal woanders studieren?

Tom Dreibrodt: Es war keine Wahl im eigentlichen Sinne. Ich war in einer Phase der Umorientierung und tendierte in Richtung Publizistik, als das Studium der Theater- Film- und Fernsehwissenschaft in Bochum angeboten wurde. Für mich war es eigentlich nie ein Thema, außerhalb meiner Heimatstadt zu studieren. Städte wie Köln, München oder Berlin haben mich eher abgeschreckt.

RUB Alumni: Was fällt Ihnen für eine nette Anekdote ein, wenn Sie an Ihr Bochumer Studium zurückdenken?

Tom Dreibrodt: Da gibt es viel zu viele…

RUB Alumni: Wenn Sie Ihr Studium in vier Worten zusammenfassen würden...

Tom Dreibrodt: War eine tolle Zeit.

RUB Alumni: Wie lange hat es gedauert, bis Sie das Geschosssystem der Universität durchschaut haben?

Tom Dreibrodt: Das ging eigentlich recht zügig. Es steckt eine gewisse absurde Logik in dieser Nummerierung, die jedoch schnell zu durchschauen ist. Dieser Versuch seitens der Uni-Maschinerie, mich zu verunsichern, scheiterte kläglich. Die Nummerierung der Seminarräume hatte es jedoch in sich.

RUB Alumni: Besitzen Sie noch einen Gegenstand aus Ihrer Studienzeit?

Tom Dreibrodt: Die Tastatur, auf der ich meine Magisterarbeit geschrieben habe. Kein Scherz. Die liegt noch irgendwo im Keller herum.

RUB Alumni: Wenn Sie in der heutigen Zeit Rektor bzw. Kanzler wären, was würden Sie anders machen wollen? Vor allem wenn es kostendeckend sein müsste.

Tom Dreibrodt: Da gibt es eine Vielzahl von Dingen, die auch leider mit großen Ausgaben Hand in Hand gehen, die kaum kostendeckend zu realisieren sind: Bibliotheken mit aktuellen Buchwerken. Das wäre ein Anfang. Zu meiner Zeit war das aktuellste Buch in der Bibliothek der Film- und Fernsehwissenschaften mindestens 20 Jahre alt.

RUB Alumni: Was vermissen Sie an meisten aus Ihrer Studienzeit?

Tom Dreibrodt: Diese famose Mischung aus sorglosem Studentenleben und dem unguten Gefühl, was wohl nach dem Studium kommen würde. Wir haben gelernt, den zweiten Faktor bis zur Magisterarbeit zu vernachlässigen.

RUB Alumni: Was verbindet Sie heute mit der Bochumer Universität?

Tom Dreibrodt: Recht wenig. Es ist wie ein Bild, an dem man den finalen Pinselstrich anlegt. Signiert man sein Bild nicht, ist es niemals fertig. Genauso ist es mit der RUB. Das Kapitel hat sich für mich geschlossen. Ich blicke nach vorne, nicht zurück.

RUB Alumni: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Ihrem Studium und Ihrer jetzigen beruflichen Tätigkeit?

Tom Dreibrodt: Leider so gut wir gar keinen. Als Student der Filmwissenschaften wurde ich mit sehr viel theoretischem Wissen, aber mit wenig praktischer Erfahrung in die Arbeitswelt entlassen. Auf dem Arbeitsamt wurde ich als arbeitsloser Akademiker ausgelacht. Als Geisteswissenschaftler stehe man sowieso auf verlorenem Posten. Diese Erfahrung war sehr niederschmetternd. Akademiker – nicht vermittelbar. Die Jobsuche war zermürbend.
Wenn man letzten Endes doch in der Medienbranche landet, ist es wirklich von Vorteil, wenn man ein Autodidakt ist. Das an der Uni vermittelte Medienwissen erwies sich leider als nicht marktfähig anwendbar.

RUB Alumni: Wenn Sie sich heute noch einmal entscheiden müssten, was würden Sie dann studieren?

Tom Dreibrodt: Eine schwierige Frage. Ich stehe zu den Entscheidungen meiner Vergangenheit und somit 'bereue' ich weder die Wahl meines Studienfaches noch die Wahl meiner Universität.
Vielleicht würde ich eher ein Studium mit Praxisbezug wählen. Oder eine klassische Ausbildung (Kameramann oder Fotograf), verbunden mit einem Studium.

RUB Alumni: Was möchten Sie den heutigen Bochumer Studierenden mit auf dem Weg geben?

Tom Dreibrodt: Zusehen, dass man so schnell wie möglich Praxiserfahrung bekommt. Gerade im Bereich der theoretischen Medienwissenschaften. Die Praxis wird einem leider nicht auf dem silbernen Teller gereicht. Daher mein Tipp: Praxis, Praxis, Praxis. Kontakte knüpfen Netzwerke bilden.
Es ist von Vorteil, einen akademischen 'Unterbau' zu haben, jedoch ist das auf dem dünnen Arbeitsmarkt der Medien nicht immer relevant.

RUB Alumni: Vielen Dank für das Gespräch.

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