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Akademische Jahresfeier
40 Jahre Ruhr-Universität Bochum
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pix pix 40-Jährige mit stolzer Bilanz
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Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Prof. Berthold Beitz (links) durch Rektor Prof. Gerhard Wagner
 
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Festredner Wolfgang Clement (Mitte)
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Getragen und locker, wissenschaftlich und fröhlich, akademisch und unterhaltsam: So feiert eine 40-Jährige, die eine Bilanz vorweist, "auf die sie stolz sein kann", wie Festredner Wolfgang Clement sagte.

Wie der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit nahmen viele Prominente aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik (u. a. Altbundespräsident Johannes Rau) an der akademischen Jahresfeier der RUB am 21.6. teil, und auch das Interesse der Mitglieder der RUB war groß. In einem "besonders gut gefüllten Audimax" begrüßte Moderator Dr. Tillmann Bendikowski die Teilnehmer der Veranstaltung, die Höhepunkt der 40-Jahr-Feiern in diesem Jahr war.

Im Mittelpunkt stand jedoch nicht nur die Universität selbst, sondern auch einer ihrer größten Förderer, Prof. Dr. h. c. mult. Berthold Beitz, Kuratoriumsvorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und Ehrendoktor der Fakultät für Geschichtswissenschaft der RUB. Die Ruhr-Universität verlieh ihm anlässlich des Jubiläums die Ehrenbürgerwürde – die "höchste Auszeichnung, mit der wir sparsam umgehen", so Rektor Prof. Dr.-Ing. Gerhard Wagner. "Mit der Ehrenbürgerschaft drückt die Universität ihren ganz besonderen Dank an eine Persönlichkeit aus, die sich um die gesamte Hochschule verdient gemacht hat." Beitz ist der 13. Ehrenbürger der RUB in ihrer 40-jährigen Historie.

Menschlichkeit, Verantwortung, Tat

Die Laudatio auf ihn hielt einer, der selbst von der Stiftung gefördert wurde: Der Bochumer Biopsychologe Prof. Dr. Onur Güntürkün bekam 1995 den hoch dotierten Krupp-Förderpreis und ist Mitbegründer des Alfried Krupp-Schülerlabors, das die Stiftung durch ihre Förderung erst ermöglicht hat. "Bei der Vorbereitung der Laudatio fragte ich mich immer wieder, was der gemeinsame Kern dieses so unglaublich vielfältigen Lebens ist", so Güntürkün: "Ich glaube, das was ihn definiert, ist die Kombination aus unbedingter Menschlichkeit, dem Bewusstsein um die eigene Verantwortung sowie die Fähigkeit zur Tat."

In der Begründung für die Verleihung der Ehrenbürgerwürde ging Güntürkün auf ein bewegtes Leben ein: Beitz sei weit mehr als ein "außergewöhnlich erfolgreicher Industrieller". "Erst die weiteren Details seines Lebens offenbaren, dass es sich bei dem heute Geehrten um eine herausragende und faszinierende Persönlichkeit handelt." Beitz rettete zur Zeit des Nationalsozialismus Juden in Polen vor der Ermordung, indem er sie – befehlswidrig – durch Arbeit in seiner Firma beschützte. Später setzte er sich konsequent für die Aussöhnung Deutschlands mit seinen Nachbarn ein, er war ein wichtiger Begleiter der Ostpolitik Willy Brandts.

"Ergreifen Sie die Chance"
"Aus Sicht der Ruhr-Universität verdient aber vor allem sein jahrzehntelanges Wirken im Kuratorium der gemeinnützigen Krupp-Stiftung Aufmerksamkeit. Frühzeitig erkannte Berthold Beitz, dass dem Ruhrgebiet große Bildungseinrichtungen fehlen und begleitete von Anfang an unterstützend den Aufbau der Ruhr-Universität Bochum", sagte Güntürkün. So bildete etwa der bedeutende Bücherbestand der Villa Hügel den Grundstock der Universitätsbibliothek, in den Medienwissenschaften wurde eine Stiftungsprofessur eingerichtet, das Haus der Nationen wurde gebaut, die RUB konnte einen Spektographen für das Hexapod-Teleskop kaufen und im Februar 2004 wurde das Alfried Krupp-Schülerlabor eingeweiht, "eine in Deutschland einzigartige Einrichtung", wie Rektor Wagner betonte.

Der Geehrte selbst bedankte sich für die "lobenden Worte" und sei "stolz, Ehrenbürger der Ruhr-Universität zu sein". Dann richtete er, der heute Professor und mehrfacher Ehrendoktor ist, selbst aber nie studiert hat, den Blick auf die Studierenden von heute, "auf die vielen jungen Leute, die heute hier sind": "Jammern Sie nicht", so Beitz, "sondern ergreifen Sie die Chance, die Sie geboten bekommen, mit beiden Händen." Der Förderer von Wissenschaft und Forschung fügte hinzu, er fühle sich immer wieder bestärkt, jungen Leuten zu helfen.

Campussanierung jetzt
In seiner Festrede zog Bundeswirtschaftsminister Clement eine positive Bilanz und schaute zugleich nach vorn: Das Ruhrgebiet sei damals, vor 40 Jahren, noch eine "wissenschaftsfremde Region" gewesen, heute gehöre es zu den "wichtigsten Bildungslandschaften Europas" und sei eine "Region der kurzen Hochschulwege." Die Ruhr-Universität habe als "Motor des Strukturwandels" maßgeblich dazu beigetragen – kulturell, strukturell, ökonomisch und ökologisch. Heute gehört die Ruhr-Universität zu den leistungsstärksten deutschen Universitäten", so Clement. "Wohin man auch kommt, überall gilt die Ruhr-Uni als etabliert – vor allem wegen ihrer drei Exzellenzcluster Lebenswissenschaften, Plasmaphysik und -technik sowie globaler Wandel".

In seinem Ausblick war Clement einer Meinung mit Rektor Wagner: Die Entwicklung der vergangenen Jahre wird gebremst durch den baulichen Verfall des Campus. "Die Sanierung duldet keinen Aufschub mehr", so Clement, "es muss hier dringend etwas geschehen."

Rektor Gerhard Wagner wurde in seiner Rede noch deutlicher: Er appellierte an die neue Landesregierung in NRW, "die Campussanierung jetzt zu starten" und sich zugleich dafür einzusetzen, dass die angekündigte Exzellenzinitiative "endgültig verabschiedet" wird. Daran werde sich die RUB beteiligen – aufbauend auf ihren Leitlinien "innovativ, interdisziplinär, international", für die sie 2004 das Label "Best Practice-Universität" vom CHE erhielt. Wagner bilanzierte nicht, sondern richtete den Blick in die Zukunft: "Wir werden verantwortungsvoll mit den Studiengebühren umgehen und gemeinsam mit den Studierenden eine Lösung finden", sagte er. Zudem betonte er, die RUB werde sich noch stärker mit der Stadt und der Region vernetzen.

Feuer im Audimax und ausgezeichnete Studenten
Auch wenn mit Roland Fischer ein gestandener Professor – und zudem ebenfalls Krupp-Preisträger – den unterhaltsamen Teil einleitete, so gehörte die Feier zum Schluss doch Studierenden und Schülern: Mit ihrer Show-Vorlesung "Das Ende aller Tage" brachten Fischer und sein Team, unterstützt von Schülern der Graf-Engelbert-Schule und dem Schülerlabor, Feuer ins Audimax und zeichneten in musikalisch untermalten Experimenten den Weg des Prometheus nach. Was man aus Phosphor, Magnesium und Treibhausgas "zaubern" kann, zeigten Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 aus Clements ehemaliger Schule dem staunenden Publikum.

Tradition der – mittlerweile sechsten – Akademischen Jahresfeier der RUB ist, am Ende die herausragenden Leistungen der Studierenden zu würdigen. So wurden auch diesmal die Absolventen vorgestellt, die für ihre Abschlussarbeiten die "Preise an Studierende" bekommen. Von der Theologie bis zur Medizin kamen die besten Absolventen des vergangenen Jahres auf die Bühne und nahmen unter Applaus ihre Ehrung entgegen.

Weitere Informationen zur akademischen Jahresfeier  »

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Beitz und Wagner mit der Ehrenurkunde

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Laudator Prof. Onur Güntürkün

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Verleihung der Ehrenbürgerwürde

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Bundeswirtschaftsminister Clement

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Dankesrede: Berthold Beitz

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Der 13. Ehrenbürger der RUB

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Feuer im Audimax: Prof. Fischers "Magier" zaubern

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Preise an Studierende: Die besten Absolventen des letzten Jahres

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Gruppenbild der Preisträger

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Einträge ins Gästebuch der Ruhr-Universität (v. l.): Berthold Beitz, Wolfgang Clement, Johannes Rau
Text: Jens Wylkop
Fotos: Babette Sponheuer
 
 
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Letzte Änderung: 21.06.2005  | Impressum | Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik