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Großer Bahnhof herrschte bei der offiziellen und feierlichen
Einweihung der runderneuerten Mensa der Ruhr-Universität
am 29. März 2006. Zum Sektempfang spielten Musikanten auf,
die Tische waren feierlich gedeckt und die Regale mit frischen
Speisen bestückt. Vor allem aber war viel Prominenz der
Ruhr-Uni, des Akafö, des Bau- und Liegenschaftsbetriebs
NRW (BLB) und der großen Politik erschienen. Deshalb tummelten
sich auch viele Medienvertreter auf den verschiedenen Ebenen
der Mensa, die nun von Glas, Granit und glänzendem Edelstahl
geprägt ist.
„Radikaler Neubeginn“
Nach dem Sektempfang nahmen die rund 200 Gäste auf den akkurat platzierten Stühlen Platz und lauschten den Grußworten. Rektor Prof. Gerhard Wagner lobte das „wunderbare Ambiente“ der Mensa, in die er künftig gerne Gäste einladen wird. Er freut sich zudem über das „multifunktionale, 2000 Quadratmeter große Tagungs- und Veranstaltungszentrum“ in der ehemaligen Kleinen Mensa. Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart sagte unter anderem: „Die Sanierung der Mensa zeigt, dass das Land trotz der außerordentlich schwierigen Haushaltslage investiert – für die Studentenwerke und für die Studierenden.“ Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz erkennt in der umgebauten Mensa ein „architektonisches und gastronomisches Schmuckstück“, das zugleich einen „radikalen Neubeginn“ darstellt. Ähnlich äußerte sich BLB-Geschäftsführer Ferdinand Tiggemann. Er traut der neuen Mensa zu, schon bald zum „beliebten Herzstück des Campus“ zu werden. Akafö-Geschäftsführer Jörg Lüken schließlich nannte die renovierte Mensa „das größte Restaurant in Nordrhein-Westfalen“ – als Abgrenzung zur ursprünglichen Mensa: 1971 war sie „die größte Küche in Europa“.
In einem waren sich alle fünf Redner einig: Die Sanierung der Mensa kann nur der Beginn der umfassenden Sanierung des gesamten Campus sein. Minister Pinkwart erinnerte daran, dass das entsprechende Hochschulentwicklungsprogramm (von Ruhr-Uni und BLB erstellt) bereits von seinem und vom Finanzministerium verabschiedet wurde. Nur noch das letzte Okay für die Finanzierung stünde aus. Laut Pinkwart bleibt das Ziel bestehen, dass die Sanierung 2007 beginnt.
Geschnetzeltes
Nach ihren Grußworten verschwanden die fünf Redner in der neuen Küche zum „Ankochen“. Ausgestattet mit Löffel, Schürze und Kochmütze rührten sie Geschnetzeltes mit Gemüse in einem großen Topf. Serviert wurde es anschließend, genau wie Antipasti, Pasta, Salat und Hähnchenschnitzel.
Rund 34 Mio. Euro hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Vermieter in die zweieinhalb Jahre dauernde Kernsanierung der 15.000 qm Küchen-, Restaurant- und Hochschulflächen investiert; die Ruhr-Uni als Mieterin zahlt dafür etwa 305.000 Euro monatlich.
120 Kilometer Elektroleitungen und 15 Kilometer Heizungs- und Sanitärrohre wurden in der Mensa verbaut. Durch den Einbau von vier Panorama-Aufzügen sind nun alle sechs Ebenen der Mensa behindertengerecht erschlossen. Eine moderne, effizientere Küchentechnik konnte die Fläche der Mensaküche von 2.100 qm auf 750 qm reduzieren. Der gewonnene Platz steht nun den Mensa-Besuchern zur Verfügung, rund 1.800 Sitzplätze befinden sich im Kernbereich der Mensa. Helle freundliche Farben, Edelstahl und Holz lösen Linoleum, Beton und Kunststoff ab.
Foyer, Kaffeebar, Bistro
Auf Ebene 01 (Haupteingangsebene) gibt es nun ein großes Foyer, eine Kaffeebar, ein Bistro und eine Außenterrasse. Eine Etage tiefer befindet sich die eigentliche Mensa. Im sog. Ausgabebereich werden Stammessen, Nudeln, Salate und weitere Speisen serviert. Die Ebene 03 ist Technik und Verwaltung vorbehalten, während ganz unten (auf Ebene 04), das neue Kongresszentrum liegt. Die Mensa startet am 10. April in ihren regulären Betrieb. Zwei Tage vorher steigt hier der 7. Bochumer Hochschulball.
Bericht und Fotos: Arne Dessaul
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