![]() MENSCHEN Die Donkosaken gliederten sich in zwei große Gemeinschaften - die Kosaken vom Unterlauf des Don ("nisowyje kasaki") und jene vom Oberlauf ("werchowyje kasaki"). Die Trennlinie zwischen den beiden Gruppen unterlag im Laufe der Zeit offenbar einigen Veränderungen; gemeinhin wird die Mündung des Donez als Grenze angenommen. Die Kosaken in den Kreisen Tschernyschkowski, Kalatsch, Gorodischtsche und Surowikino gehörten zu den Kosaken vom Oberlauf. Seit der Mitte des 17. Jh. wurden die Donkosaken für ihre Dienste an den Grenzen des Reiches von der Zarenregierung entlohnt. Neben Getreide und Stoffen erhielten sie Kanonenkugeln, Pulver und Blei. Allerdings bekamen die Oberlaufkosaken von diesen Gütern viel weniger als diejenigen vom Unterlauf: Sie erhielten dreimal weniger an Kriegsgerät zugesprochen, und von den Tuchen und vom Proviant wurde ihnen gar nichts zugeteilt.
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Farbenprächtige Gärten am Don |
Ob nun als Folge oder Ursache dieser Ungleichmäßigkeiten - die Oberlaufkosaken plünderten immer wieder Gesandte und Kaufleute des Zaren und seiner Verbündeten und Handelspartner. Normalerweise störte das die Kosaken am Unterlauf wenig: Sie unternahmen ihre Streifzüge auf dem Schwarzen Meer, während die Kosaken vom Oberlauf auf der Wolga und im Kaspischen Meer Beute machten. Doch hin und wieder mußten sich die Kosaken vom Unterlauf zarentreu positionieren. So wurde 1627 allen Kosaken der Befestigungen am Oberlauf des Don unter Androhung der Todesstrafe verboten, auf der Wolga Schiffe zu plündern. Die Konfrontation zwischen den beiden großen Gemeinschaften des Donheeres dauerte beinahe 100 Jahre lang. Sie endete 1708/09 mit der Niederschlagung einer Kosakenerhebung, die von Kondrati Bulawin angeführt wurde. Der Aufstand vereinigte zunächst die ärmeren Kosaken vom Oberlauf im Kampf gegen die reichere Kosakenschaft des Unterlaufs. Bulawin übernahm schließlich die Führung über das gesamte Donheer. Nach dem gescheiterten Versuch, die Festung Asow zu nehmen, sahen sich die Kosaken einem 30000 Mann starken Herr des Zaren gegenüber und unterlagen. Bulawin selbst wurde wahrscheinlich verraten und ermordet. |
... und die prachtvolle legendäre "kalina krasnaja" am Gartenzaun |
Marion Krause
04.04.2002